Auf der Conviction List
Frisch empfohlen: Goldman überrascht mit drei Neuzugängen
Goldman Sachs hat neue Unternehmen in ihre Conviction List aufgenommen. Darunter befindet sich auch ein deutscher Versicherer.
- Goldman nimmt Adyen, RWE und Talanx neu auf
- Adyen bietet laut Goldman 77 Prozent Kurspotenzial
- RWE und Talanx erhalten 28 und 13 Prozent Potenzial
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Die Conviction List enthält die wichtigsten Kaufempfehlungen der US-Investmentbank für Europa im September. Darunter befinden sich etablierte europäische Titel wie der Rüstungskonzern Rheinmetall, dem Goldman ein Kurspotenzial von 109 Prozent zutraut, sowie Siemens, ASML, HSBC und der Private-Equity-Konzern CVC Capital Partners.
Für diesen Monat hat Goldman dagegen Enel, Wise Group, Hannover Rück und Zalando von der Liste gestrichen, aber dafür drei spannende Titel aufgenommen.
Adyen
Dem in Amsterdam ansässigen E-Commerce- und Zahlungsdienstleister Adyen traut Goldman Sachs ein Kurspotenzial von 77 Prozent zu.
Analyst Mohammed Moawalla sieht vor allem in der integrierten Technologieplattform des Unternehmens einen Wettbewerbsvorteil.
Wachstum soll unter anderem von neuen Kunden kommen – darunter der Ausbau der US-Partnerschaft mit Toast sowie die Expansion von Shopify in Europa. Hinzu kommen neue Produkte und Dienstleistungen.
Das Kursziel für die Aktien von Adyen taxiert er auf 1850 Euro.
RWE
Für den deutschen Energiekonzern RWE nennt Goldman ein Kursziel von 75 Euro. Das entspricht einem Kurspotenzial von 28 Prozent.
Analyst Alberto Gandolfi sieht in RWE längst nicht mehr nur einen klassischen Stromversorger. Der Konzern entwickle sich vielmehr zu einem "vertikal integrierten Energiekraftpaket." Treiber dieser Transformation seien Investitionen in Stromnetze sowie mögliche Geschäfte mit Rechenzentren in Europa und den USA. Das könne zu einer höheren Bewertung führen.
Gandolfi verweist zudem auf höhere Renditen im US-Geschäft mit erneuerbaren Energien und mögliche Gewinne aus US-amerikanischem Flüssigerdgas (LNG). Hinzu kämen sich abzeichnende Kapazitätszahlungen in Mitteleuropa. Dabei handelt es sich um staatliche Vergütungen an Stromerzeuger dafür, dass sie verlässlich Erzeugungskapazitäten vorhalten.
Auch die auf 55 Prozent erhöhte Beteiligung von RWE am deutschen Stromnetzbetreiber Amprion dürfte den Ergebnismix regulierter und damit planbarer machen, so Goldman.
Talanx
Beim deutschen Versicherer Talanx sieht Goldman weiteres Potenzial für Gewinnwachstum. Die schlanke Kostenstruktur und 6 Milliarden Euro an Reserven für die Widerstandsfähigkeit könnten das Wachstum auch dann stützen, wenn sich die Preise in der Rückversicherung und im Firmenkundengeschäft abschwächen.
Vor allem die Sparte Retail International, die Privat- und Gewerbekunden außerhalb Deutschlands versichert und für 23 Prozent des Gewinns steht, sei ein "unterschätzter Wachstumsmotor", schreibt Analyst Andrew Baker.
Die Sparte ist in schneller wachsenden und bislang weniger stark durchdrungenen Versicherungsmärkten wie Polen und Lateinamerika aktiv. In Lateinamerika ist Talanx inzwischen der zweitgrößte Anbieter.
Baker erwartet, dass die gebuchten Bruttoprämien der Sparte zwischen 2026 und 2030 jährlich um 8 bis 10 Prozent wachsen werden. Bei Versicherern in den entwickelten Märkten seien dagegen lediglich etwa 3 bis 6 Prozent zu erwarten. Gleichzeitig soll Talanx an seiner disziplinierten Zeichnungspolitik festhalten.
Goldman setzt für die Aktie ein Kursziel von 141 Euro, was einem Kurspotenzial von 13 Prozent entspricht.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

