ROUNDUP 2

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    Erneute Angriffe zwischen USA und Iran erschweren Diplomatie

    Für Sie zusammengefasst
    • USA und Iran greifen erneut Militärziele an
    • Angriffe fordern im Iran mindestens 19 Todesopfer
    • Straße von Hormus bleibt zentraler Streitpunkt
    ROUNDUP 2 - Erneute Angriffe zwischen USA und Iran erschweren Diplomatie

    (neu: mehr Details und Hintergrund)

    TEHERAN (dpa-AFX) - Erneute gegenseitige militärische Angriffe zwischen den USA und dem Iran haben diplomatische Bemühungen der vergangenen Woche weiter in den Hintergrund rücken lassen. Das US-Militär attackierte nach eigenen Angaben in der Nacht Militäreinrichtungen der iranischen Streitkräfte. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele im Irak, Jordanien, Kuwait und Bahrain. Der Konflikt spielt sich dabei vor allem an der Straße von Hormus und den iranischen Südprovinzen ab.

    Bei den Luftangriffen wurden iranischen Medien zufolge mindestens 19 Menschen getötet. Auf der Insel Lawan kamen demnach drei Mitglieder einer paramilitärischen Einheit ums Leben, in der Provinz Kermanschah sieben Soldaten der Luftstreitkräfte der Revolutionsgarden. Bei Sirik nahe der iranischen Küste sei ein Gebäude einer Hochzeitsfeier getroffen worden. Dabei kamen vier Menschen ums Leben, unter ihnen ein kleines Kind. In der Industrieprovinz Chusestan meldeten Behördenvertreter sieben Tote.

    Der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand, verurteilte den Angriff auf die Hochzeitsfeier. In einem Brief an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag forderte er eine Untersuchung, wie die Hilfsorganisation mitteilte.

    Iran: Zwei Öltanker fahren in Straße von Hormus auf Seeminen

    In der Straße von Hormus sind iranischen Angaben zufolge in der Nacht zwei Öltanker auf Seeminen gefahren. Explosionen und Brände hätten die Crews zum Verlassen ihrer Schiffe gezwungen, teilten die Revolutionsgarden laut iranischen Medienberichten mit. Es seien "Strafmaßnahmen" vorgesehen für Reedereien, die "illegale Routen" nutzen, hieß es in der Erklärung weiter. Die Vorfälle ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

    Die Straße von Hormus hat sich im Verlauf des Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Der Iran fordert Zugeständnisse der US-Regierung, während Präsident Trump die Führung in Teheran mit einem "Wirtschaftskrieg" unter Druck setzen will.

    US-Präsident Donald Trump bezeichnete die "großen und gewaltigen" Angriffe des eigenen Militärs als Vergeltung für den gescheiterten Versuch der Iraner, Seeminen in der Straße von Hormus zu verlegen. Das US-Militär selbst nannte als weiteren Grund iranische Attacken auf Handelsschiffe in der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge.

    Experte: Unwahrscheinlich, dass Teheran Angriffe stoppt

    Experten zweifeln daran, dass Trump den Konflikt mit der Führung in Teheran militärisch lösen kann. Zwar könne das US-Militär Irans Fähigkeiten erheblich schwächen, aber nicht vollständig beseitigen. Es sei unwahrscheinlich, dass Teheran seine Bemühungen aufgebe, die Schifffahrt durch die Meerenge zu stören, schrieb der Iran-Experte Danny Citrinowicz auf X. "Die USA können Irans Fähigkeiten schwächen", fügte er hinzu. Ohne ein diplomatisches Endspiel könne man jedoch keinen stabilen Zustand "herbeibomben".

    Das "Wall Street Journal" schrieb, die Attacken könnten den USA zwar helfen, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran aufrechtzuerhalten und die Führung in Teheran daran zu hindern, die Meerenge zu kontrollieren. Der gegenseitige Beschuss drohe jedoch das US-Militär in einen langwierigen Konflikt zu verstricken. Das US-Regionalkommando Centcom erklärte, die mehr als 50.000 US-Streitkräfte in der Region seien weiterhin bereit, Angriffe auszuführen.

    Bericht über geheime Zusammenarbeit zwischen Russland und Iran

    Russland hat einem Bericht zufolge vor Jahren damit begonnen, den Iran bei der Entwicklung fortschrittlicher Marschflugkörper mit Überschallgeschwindigkeit zu unterstützen. Das geheime Programm unter dem Codenamen "C430L" wurde im Jahr 2023 aufgenommen, wie aus einer Recherche der britischen "Financial Times" hervorgeht.

    "Hier handelt es sich um den Transfer einer militärischen Technologie aus Russland, die von hoher strategischer Bedeutung ist und die die Iraner schon seit Jahrzehnten erwerben wollten", sagte der Militärexperte Fabian Hinz dem Blatt. Der Iran habe das Antriebssystem getestet, hieß es in dem Artikel weiter. Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, dass die Waffe bereits eingesetzt werde.

    Teheran und Moskau hatten im Januar 2025 ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft unterzeichnet, die ihre Zusammenarbeit unter anderem im Bereich Wirtschaft und Militär vertiefen soll. Am Dienstag sicherte Kremlchef Wladimir Putin dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian bei einem Treffen am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) erneut Russlands Unterstützung zu.

    Diplomatische Bemühungen rücken in den Hintergrund

    Peseschkian hatte sich am Dienstag weiter für eine diplomatische Lösung ausgesprochen. "Sollten die USA zu ihren Verpflichtungen (...) zurückkehren, wird auch die Islamische Republik Iran unverzüglich entsprechend handeln", sagte er beim SOZ-Gipfel in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Vergangene Woche hatten regionale Vermittlerstaaten eine neue Runde diplomatischer Bemühungen begonnen. Delegationen aus Pakistan, Katar und Oman waren dafür in die iranische Hauptstadt Teheran gereist./arb/DP/jha







    dpa-AFX
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