Gold: Der Countdown startet
Goldpreisprognose 2026: Kollabiert jetzt Gold? Warum Anleger vor Freitag zittern
Aus Sicht eines Goldoptimisten könnte die Lage nicht prekärer sein. Hohe Anleiherenditen und ein vor Kraft strotzender US-Dollar setzen dem Edelmetall zu – und könnten die Goldrallye zu Fall bringen.
- Fed-Zinsanhebung vor US-Wahlen bleibt unsicher
- Gold-ETFs bleiben trotz Kursbeben investiert
- Goldrallye oberhalb von 4.000 USD intakt
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Goldpreis reagiert auf Warsh-Rede
Die Rede des Fed-Vorsitzenden am letzten Freitag hat Gold und Silber in Bedrängnis gebracht und ein gewaltiges Preisbeben ausgelöst. Wenn man so will, sind die Nachbeben noch immer zu spüren: Die Anleiherenditen steigen weiter, während der US-Dollar an Stärke gewinnt. Befeuert wird dieser Prozess von der Situation am Ölmarkt. Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten haben die Ölpreise weiter angeschoben. Brent-Öl notiert bei 95 US-Dollar. Der Fokus richtet sich bereits auf die Marke von 100 US-Dollar. WTI-Öl steht unmittelbar davor, die 90 US-Dollar zu überspringen: Notieren die Ölpreise bald dreistellig?
Gold unter Druck: Marktakteure preisen Zinsanhebung ein, aber kommt diese auch?
Die Marktakteure erwarten eine baldige Zinsanhebung durch die Fed. Der Druck auf den Goldpreis steigt entsprechend. Gelegenheit, die Zinsen anzuheben, hätte die Notenbank bereits in zwei Wochen. Das FOMC der Fed tagt am 15. und 16. September. Nach der vergleichsweise „falkenhaften“ Warsh-Rede ist die Nervosität groß. Doch wie wahrscheinlich ist eine Zinsanhebung vor dem Hintergrund der anstehenden Kongresswahlen in den USA im November? Die Midterms werfen einen langen Schatten. Das komplette Repräsentantenhaus sowie ein Drittel der Senatssitze und damit Trumps politische Handlungsfähigkeit in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit stehen am 3. November zur Disposition. Eine Zinsanhebung so kurz vor den Kongresswahlen hätte eine gewisse Sprengkraft.
Gold-ETF-Investoren bleiben an Bord
In unserer letzten Gold-Kommentierung an dieser Stelle warfen wir die Frage auf, wie die Gold-ETF-Investoren auf die Warsh-Rede reagieren würden. Die ersten Tendenzen lassen sich erkennen. Um die Befindlichkeiten im Goldsektor zu erfassen, dient uns ein Blick auf die Bestandsentwicklung des SPDR Gold Shares, des weltgrößten physisch besicherten Gold-ETFs. Wer nach der Warsh-Rede mit einem Aderlass gerechnet hat, wurde bislang enttäuscht. Der Bestand präsentiert sich stabil, mit leicht positiver Tendenz. Dass die Gold-ETF-Investoren an Bord bleiben, ist im Hinblick auf eine Fortsetzung der Goldrallye eminent wichtig.
Gold: Der Countdown startet und warum Anleger vor dem Freitag zittern
Das FOMC der Fed tagt am 15. und 16. September. Bis dahin werden einige eminent wichtige Konjunktur- und Preisdaten veröffentlicht, die die Entscheidung der Währungshüter beeinflussen könnten. Am Freitag wird der US-Arbeitsmarktbericht für August veröffentlicht. Mit dem Bericht startet sozusagen der Countdown in Richtung Fed-Leitzinsentscheidung. Neben der Zahl der neugeschaffenen Stellen sollte die Aufmerksamkeit auch der Entwicklung der Stundenlöhne gelten. Am 10. September werden die aktuellen US-Erzeugerpreisdaten und am 11. September die US-Verbraucherpreisdaten veröffentlicht.
Goldpreisprognose 2026: Kollabiert jetzt Gold?
Das Risiko eines temporären Goldpreiseinbruchs ist durchaus gegeben. Doch noch notiert das Edelmetall oberhalb der zentralen Unterstützungszonen 4.200 US-Dollar sowie 4.000 / 3.950 US-Dollar. Die
nächsten wichtigen Widerstände liegen hingegen bei 4.500 US-Dollar und 4.600 US-Dollar.
Die Entwicklung der Anleiherenditen und die US-Dollarstärke nehmen aktuell Gold die Luft zum Atmen. Die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen haben die 4,8-Prozent-Marke überschritten, die
Renditen der 2-jährigen US-Staatsanleihen die 4,4-Prozent-Marke. Der US-Dollar-Index arbeitet sich an die Marke von 100 Punkten heran. Dass es dem US-Dollar-Index trotz des für den Greenback
bullischen Umfelds bislang nicht gelang, diese womöglich richtungsweisende Marke zu überschreiten, ist ein weiterer Hoffnungsschimmer für Gold. Dennoch gilt es, den US-Dollar-Index weiter im Auge
zu behalten.
Kurzum: Solange der Goldpreis oberhalb von 3.950 US-Dollar notiert, ist das bullische Szenario mit einem Bewegungsziel jenseits der 5.000er Marke zu präferieren. Vor diesem Hintergrund bleiben die Aktien von Goldproduzenten wie Barrick Mining, Newmont Corp, Kinross Gold oder aber Agnico Eagle Mines interessante Alternativen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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