Aktien schlagen Betongold
Mieten statt kaufen – so könnte daraus ein 1,13-Millionen-Depot werden
Mieten kostet bei US-Einstiegsobjekten derzeit deutlich weniger als Kaufen. Wer den Unterschied über Jahrzehnte anlegt, kommt auf eine überraschende Millionenrechnung.
- Mieten kostet in den USA deutlich weniger als Kaufen
- Mietersparnis kann bis 65 rund eine Million erreichen
- Der Vorteil gilt nur bei konsequentem Investieren
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Für viele junge Amerikaner kippt gerade eine alte Vermögensregel: Statt möglichst früh ein Eigenheim zu kaufen, bleiben sie bewusst Mieter und investieren die Differenz an der Börse. Laut einer von MarketWatch zitierten Analyse kostet die Miete eines Einstiegsobjekts im Schnitt 1.669 US-Dollar im Monat, der Kauf dagegen rund 2.589 US-Dollar – also 35 Prozent mehr. Wer die Differenz konsequent investiert, könnte laut einer Beispielrechnung bis zum Alter von 65 Jahren ein Depot von rund 1,13 Millionen US-Dollar aufbauen.
Der Hintergrund ist simpel: Wohneigentum ist in den USA deutlich teurer geworden. Der Medianpreis für Wohnimmobilien liegt inzwischen beim Fünffachen des medianen Haushaltseinkommens. Gleichzeitig ist die Zahl einkommensstarker Mieter stark gestiegen. Haushalte mit mindestens 175.000 US-Dollar Jahreseinkommen können sich ein Haus häufig leisten, entscheiden sich aber trotzdem häufiger dagegen.
Der eigentliche Konflikt ist finanziell. Seit dem Jahr 2000 stiegen US-Hauspreise im Median im Schnitt um rund 3,7 Prozent pro Jahr. Der S&P 500 kam inklusive reinvestierter Dividenden im gleichen Zeitraum auf 8,3 Prozent. Steven Brown vom Aspen Institute sagte gegenüber MarketWatch, es gebe derzeit kaum einen Vermögenswert, der leichter zugänglich sei als die Finanzmärkte.
Auch die Beispielrechnung ist bemerkenswert: Wer mit 35 statt eines Hauses eine Wohnung mietet und die anfängliche monatliche Ersparnis von rund 1.000 US-Dollar investiert, könnte bei acht Prozent durchschnittlicher Rendite nach 30 Jahren auf rund 1,13 Millionen US-Dollar kommen. Der Käufer hätte im Vergleich ein abbezahltes Haus mit einem angenommenen Wert von rund 1,1 Millionen US-Dollar.
Ganz so einfach ist die Sache allerdings nicht. Ein Eigenheim zwingt Eigentümer über die Hypothek automatisch zum Vermögensaufbau. Wer mietet, muss die Ersparnis tatsächlich investieren und auch in schwachen Börsenphasen durchhalten. Finanzplaner Mark Zandi sagte gegenüber MarketWatch, genau daran könne der Vorteil scheitern. Außerdem schwanken Aktien deutlich stärker als Immobilien.
Damit wird aus "Mieten oder Kaufen" zunehmend eine andere Frage: "Mieten und investieren oder kaufen?" Gerade für gutverdienende Haushalte kann das Depot finanziell mithalten oder sogar stärker wachsen – allerdings nur, wenn die gesparte Wohnkosten-Differenz konsequent an der Börse landet.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Zentralredaktion

