Die Märkte atmen auf
Diese Fed-Aussage könnte die Börse jetzt komplett verändern
Fed-Signale sorgen für neue Hoffnung. Der DAX stabilisiert sich. Doch Ölpreise, Anleiherenditen und die nächsten US-Arbeitsmarktdaten könnten den Kurs der Märkte erneut bestimmen.
- Fed-Signale dämpfen Zinssorgen, DAX legt wieder zu
- Nvidia stärkt mit Hugging Face sein KI-Ökosystem
- Ölpreise und US-Arbeitsmarktdaten bleiben wichtig
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Auslöser der Erholung waren Aussagen von Fed-Gouverneur Christopher Waller. Er erklärte, die jüngsten Daten würden auf eine nachlassende Inflation hindeuten. Sollten kommende Zahlen diesen Trend bestätigen, könne er eine unveränderte Zinspolitik bei der nächsten Sitzung unterstützen.
Die Märkte reagierten sofort. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September fiel laut Terminmärkten auf rund 50 Prozent, nachdem sie zuvor noch bei etwa 63 Prozent gelegen hatte.
Auch die Wall Street profitierte. Der Dow Jones stieg um 1,2 Prozent, der S&P 500 gewann 1,1 Prozent und der Nasdaq legte 1,4 Prozent zu. Gleichzeitig gaben die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen nach.
KI-Aktien profitieren – Nvidia mit Milliarden-Deal
Besonders gefragt waren Technologie- und KI-Aktien. Nvidia rückte in den Fokus, nachdem der Chipkonzern die Übernahme der Entwicklerplattform Hugging Face für 12,9 Milliarden US-Dollar angekündigt hatte. Damit will Nvidia sein KI-Ökosystem weiter ausbauen und seine Position im Wettbewerb um künstliche Intelligenz stärken.
DAX-Fokus
Der DAX startete vorbörslich leicht höher, nachdem er nach seinem Rekordhoch von 26.618 Punkten durch steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen unter Druck geraten war.
Am Vortag legte der deutsche Leitindex bereits um 0,6 Prozent auf 26.003 Punkte zu. Anleger reagierten positiv auf Signale aus der Federal Reserve, die eine weitere Zinspause im September wahrscheinlicher erscheinen ließen.
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht darin eine mögliche Stabilisierung nach der jüngsten Schwächephase. Der DAX habe sich an wichtigen Unterstützungen gefangen. Entscheidend sei nun, ob die kommenden US-Arbeitsmarktdaten die Hoffnung auf eine lockerere Geldpolitik bestätigen oder neue Zinssorgen auslösen.
Volkswagen bleibt Baustelle
Bei den Einzelwerten bleibt Volkswagen ein Belastungsfaktor für den deutschen Aktienmarkt. Der Autobauer arbeitet an einem Sanierungsplan mit dem Abbau weiterer 50.000 Stellen. Zudem stehen mehrere Werke auf dem Prüfstand.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn fast 30 Prozent ihres Börsenwerts verloren. Anleger warten nun darauf, ob der Konzern seine Kostenprobleme tatsächlich in den Griff bekommt.
Asien startet freundlich – Yen und China im Blick
Auch die asiatischen Börsen profitieren von den entspannteren Zinserwartungen in den USA. Der japanische Nikkei sowie chinesische und südkoreanische Aktienmärkte legten zu, nachdem Waller die Sorgen vor einer unmittelbaren Zinserhöhung gedämpft hatte.
Besonders im Fokus steht der japanische Yen. Die Währung legte zuletzt deutlich zu, weil Anleger zunehmend mit einer Zinserhöhung der Bank of Japan rechnen. Der stärkere Yen belastet zwar exportorientierte Unternehmen, signalisiert aber zugleich eine mögliche Normalisierung der japanischen Geldpolitik.
US-Dollar unter Druck
Die veränderten Zinserwartungen setzen den US-Dollar unter Druck. Ein möglicher Kurswechsel der Federal Reserve verringert den Renditevorteil der US-Währung und macht alternative Anlagen attraktiver.
Der schwächere Dollar unterstützt wiederum Rohstoffe wie Gold und kann internationalen Anlegern zusätzliche Kaufanreize bieten.
Ölpreis bleibt der große Risikofaktor
Die Entspannung an den Zinsmärkten wird jedoch weiterhin von geopolitischen Risiken überschattet. Der Konflikt im Nahen Osten treibt die Ölpreise. Brent-Rohöl stieg in dieser Woche um rund 7 Prozent auf 95,52 US-Dollar je Barrel. Steigende Energiepreise könnten die Inflation erneut anheizen und damit die Hoffnung auf eine Zinspause der Federal Reserve gefährden.
Gold bleibt gefragt
Auch Gold profitiert von der Unsicherheit. Das Edelmetall notierte zuletzt bei rund 4.468 US-Dollar je Unze, nachdem es am Vortag deutlich zugelegt hatte. Sinkende Zinserwartungen, ein schwächerer Dollar und geopolitische Risiken stützen den Preis.
Für die Märkte bleibt damit entscheidend, ob die Zinshoffnung anhält oder neue Inflations- und Energiepreisrisiken zurückkehren. Die neuen US-Arbeitsmarktdaten heute Nachmittag könnten den nächsten großen Impuls liefern.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

