Short KI-, long Value-Aktien
Crashprophet Michael Burry stürzt ab: Diese Wette geht nach hinten los!
Die Anteile des Sportbekleidungshändlers Lululemon fallen nach einem schwachen Geschäftsausblick auf ein frisches Mehrjahrestief. Liegt Michael Burry falsch?
- Lululemon enttäuscht mit Krise und schwacher Prognose
- Aktie stürzt nach schwacher Prognose zweistellig ab
- Burry hält trotz großer Risiken an Lululemon fest
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Michael Burry: Nicht eine, sondern gleich zwei Wetten gehen aktuell daneben!
Crashprophet Michael Burry wettet bereits seit Monaten auf eine Ende des KI-Booms und einen Crash bei Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerten. Zu seinen Short-Positionen gehören unter anderem Caterpillar, Micron und Nvidia. Gleichzeitig wettet er auf ein Comeback ausgewählter Einzelwerte, die vor allem durch ihre günstige Bewertung überzeugen.
Nach einer erfolgreichen Anfangsphase im Juli, als die Anteile von Caterpillar und Micron tatsächlich stark unter Druck standen, wendet sich das Blatt inzwischen gegen Burry. Während KI- und Halbleiterwerte wieder gefragt sind, kommen seine Long-Wetten nicht vom Fleck oder stürzen gar ab, so wie am Donnerstagabend Sportbekleidungshändler Lululemon.
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Lululemon in der Krise – selbst niedrige Erwartungen enttäuscht
Die Kanadier befinden sich nach einer äußerst dynamischen Entwicklung in den vergangenen Jahren in einer Wachstumskrise. Vor allem das China-Geschäft schwächelt. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb durch jüngere Marken, während hohe Kosten und Qualitätseinbußen Kundinnen und Kunden auf dem nordamerikanischen Heimatmarkt vergraulen.
Inzwischen ist die Krise größer als befürchtet. Einen geringfügigen Umsatzrückgang hatten Analystinnen und Analysten zwar erwartet, mit 3,2 Prozent auf einen Quartalsumsatz von 2,42 Milliarden US-Dollar fiel das Minus aber doch größer aus als gedacht – die Erwartungen wurden damit um 40 Millionen US-Dollar verfehlt. In den USA fielen die Erlöse im Vorjahresvergleich um 8,0 Prozent. In China präsentierte Lululemon zwar ein Plus von 4,1 Prozent, gegenüber dem Vorquartal, als sich das Unternehmen noch um 28,5 Prozent steigern konnte, brach das Wachstum aber ein.
In seiner Pressemitteilung sprach das Unternehmen von "einigen herausfordernden Dynamiken", man bleibe aber fokussiert auf eine Beschleunigung des Wachstums durch neue Produktangebote, verstärkte Marketingaktivitäten und Kostendisziplin.
Margen unter Druck, Gewinn rückläufig
Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) landete mit 2,92 US-Dollar deutlich über den Erwartungen, gegenüber dem Vorjahresergebnis von 3,10 US-Dollar verdiente Lululemon jedoch weniger, was die anhaltenden operativen Herausforderungen widerspiegelt.
Insgesamt erzielte der Konzern einen Nettoertrag in Höhe von 329,2 Millionen US-Dollar gegenüber dem 370,9 Millionen US-Dollar im selben Zeitraum des Vorjahres. Wird das Halbjahresergebnis betrachtet, fiel der Nettoertrag sogar von 685,5 auf 524,3 Millionen US-Dollar (-23,5 Prozent).
Trotz steigender Marketingkosten maue Umsatzprognose
Auf einen raschen Turnaround dürften Investoren unterdessen nicht hoffen, denn Lululemon legte für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres eine enttäuschende Guidance deutlich unter den Markterwartungen vor. Vor allem die angekündigten höheren Marketingausgaben dürften die sich verschlechternde Ertragslage weiter verschärfen.
Für Q3 rechnen die Kanadier mit Erlösen zwischen 2,29 und 2,32 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll mit 0,93 bis 0,98 US-Dollar nicht einmal halb so hoch ausfallen, wie prognostiziert (2,41 US-Dollar). Dementsprechend mau ist auch die Gesamtjahresprognose ausgefallen. Nach bislang 11,0 bis 11,5 Milliarden US-Dollar Umsatz werden nun nur noch 10,35 bis 10,50 Milliarden US-Dollar erwartet. Damit liegt der Mittelpunkt von 10,425 Milliarden US-Dollar deutlich unter dem Analystenkonsens von 11,03 Milliarden US-Dollar.
Die Gewinnprognose wurde von 10,95 bis 11,15 US-Dollar je Anteil auf 9,48 bis 9,73 US-Dollar zusammengestrichen. Hier lagen die Analystenschätzungen im Mittel bei 10,93 US-Dollar.
Aktie fällt auf dem Stand auf neue Mehrjahrestief
In der US-Nachbörse zeigten sich Anlegerinnen und Anleger gnadenlos. Die Aktie stürzte aus dem Stand zweistellig ab und fiel im weiteren Handelsverlauf sogar unter die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar. Am Ende des erweiterten Handels stand nach 10,64 Millionen umgesetzten Anteilen ein Minus von 18,2 Prozent zu Buche.
Damit rückt ein Turnaround der Anteile in weite Ferne. Zwar hatte sich die Lululemon-Aktie in den vergangenen Wochen verbessert und mit einem kurzfristigen Erholungstrend präsentiert. Jetzt aber droht auch im regulären Handel der Absturz auf ein neues Mehrjahrestief. Solche bedeuten in der technischen Analyse starke Verkaufssignale.
Auch die Anteile von konkurrierenden Unternehmen gerieten nach den Zahlen unter Druck. Adidas und Puma notierten am Freitagvormittag mit Verlusten von jeweils knapp einem Prozent. US-Mitbewerber Nike, der sich am Mittwoch und Donnerstag noch von frischen Mehrjahrestiefs lösen konnte, büßte rund ein halbes Prozent ein.
Fazit: Aus diesem Turnaround dürfte so bald nichts werden
Der Sportbekleidungshändler Lululemon rutscht immer tiefer in die Wachstumskrise, inzwischen ist die Geschäftsentwicklung sogar rückläufig. Das Unternehmen gelobt zwar Besserung, allerdings widersprechen sich höhere Marketingaufwendungen und eine gleichzeitig gesenkte Umsatzprognose – das belastet die ohnehin unter Druck stehenden Margen und führte nachbörslich zu einer vernichtenden Kursreaktion.
Für einen Kurs knapp unter 100 US-Dollar ist die Aktie auf Basis der unternehmenseigenen Gewinnprognose für 2026 mit einem KGVe von 10,4 bewertet. Das liegt deutlich unter dem 5-Jahres-Mittel von 27,5 sowie unter dem Branchendurchschnitt von 15,6. Rivalen wie Adidas und Nike sind zwar höher bewertet, gerade Adidas wächst jedoch gegen den schwachen Branchentrend. Die optisch günstige Bewertung muss daher nicht gleichbedeutend mit einer steigenden Aktie.
Michael Burry scheint unterdessen nicht aufgeben zu wollen, im Gegenteil. Er versprach, an Lululemon festhalten und seine Position vergrößern zu wollen, sollte die Aktie unter 100 US-Dollar verharren. Die Kanadier machen bereits rund ein Sechstel seines Depots aus. Ob diese Wette zeitnah aufgeht, darf angesichts der erheblichen Herausforderungen des Unternehmens bezweifelt werden.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


