Der Freitag kann wehtun
Zu starke US-Jobzahlen könnten Anleger heute richtig Geld kosten
Der Markt erwartet 53.000 neue Stellen. Fällt der US-Arbeitsmarkt deutlich stärker aus, könnte ausgerechnet die gute Nachricht zum Problem für Aktien werden.
- US-Arbeitsmarktbericht könnte S&P 500 bewegen
- Sehr starke Jobzahlen könnten Aktien belasten
- Konsens erwartet 53.000 neue Stellen im August
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Der US-Arbeitsmarktbericht könnte den S&P 500 heute spürbar bewegen. Wie CNBC unter Berufung auf das Trading-Desk von JPMorgan berichtet, hat die Bank fünf Szenarien durchgerechnet – und starke Jobzahlen wären für Aktien nicht automatisch gut. Steigt die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um mehr als 95.000 Stellen, könnte der Leitindex nach Einschätzung von JPMorgan um 0,5 bis 1,25 Prozent fallen. Bei nur 5.000 bis 35.000 neuen Jobs hält die Bank dagegen ein Plus von 0,25 bis 0,75 Prozent für möglich.
Von Dow Jones befragte Ökonomen rechnen für August mit 53.000 neuen Stellen und einer unveränderten Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Damit läge der Bericht genau in dem Bereich, den JPMorgan mit 30 Prozent Wahrscheinlichkeit für am wahrscheinlichsten hält. In diesem Szenario könnte der S&P 500 zwischen einem Minus von 0,25 Prozent und einem Plus von 0,5 Prozent schwanken.
Ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor kommt aus der Einwanderungspolitik. Ende Juli lief der "Temporary Protected Status" für Haitianer aus, über den Hunderttausende Menschen in den USA leben und arbeiten konnten. Die EY-Parthenon-Ökonomen Gregory Daco und Lydia Boussour warnten in einem Kundenbrief: "Ein wesentliches Abwärtsrisiko für die Beschäftigungszahlen im August ist das Auslaufen der TPS-bezogenen Arbeitserlaubnis für haitianische Staatsangehörige." Besonders arbeitsintensive Dienstleistungsbranchen könnten kurzfristig betroffen sein.
Auch die privaten Beschäftigungsdaten fielen schwächer aus. Laut ADP schufen US-Unternehmen im August 38.000 Stellen, erwartet worden waren 47.000. Bill Adams, Chefökonom für die USA bei der Fifth Third Commercial Bank, sagte laut CNBC, die Änderung der Arbeitserlaubnisse habe diese Zahlen wahrscheinlich belastet.
Für Anleger entsteht damit eine ungewöhnliche Konstellation: Ein sehr starker Arbeitsmarkt könnte neue Zinssorgen schüren und Aktien belasten, während moderat schwächere Beschäftigungszahlen den S&P 500 stützen könnten. Fällt der Bericht allerdings extrem schwach aus, wird der Effekt wieder weniger eindeutig. Unter 5.000 neuen Stellen sieht JPMorgan für den Index eine Spanne von minus 0,25 bis plus 0,5 Prozent.
Der entscheidende Trigger liegt deshalb nicht nur in der Zahl selbst, sondern darin, wie weit sie vom Konsens von 53.000 neuen Jobs abweicht. Genau daran könnte sich am Freitag entscheiden, ob der Arbeitsmarktbericht zum Kauf- oder Verkaufsimpuls für den S&P 500 wird.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

