Rich Dad auf Pump
Robert Kiyosaki hat 1,2 Milliarden US-Dollar Schulden
Die Summe ist gewaltig. Aber hinter Kiyosakis Schulden steckt kein klassischer Konsumrausch. Sein Immobilienmodell erklärt, warum er den Milliardenhebel bewusst nutzt.
- Seine Milliardenschulden stecken in Immobilien
- Fremdkapital kauft Vermögenswerte und spart Steuern
- Hohe Zinsen und fallende Werte bremsen den Cashflow
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Robert Kiyosaki, Autor des Bestsellers "Rich Dad Poor Dad", sorgt mit einer Zahl für Aufsehen: Nach eigenen Angaben stehen rund 1,2 Milliarden US-Dollar Schulden im Raum. Doch die Summe bedeutet nicht, dass Kiyosaki persönlich 1,2 Milliarden US-Dollar unbesichert schuldet. Seine frühere Ehefrau und langjährige Geschäftspartnerin Kim Kiyosaki erklärte gegenüber Vanity Fair, dass sich die Verbindlichkeiten auf gemeinsame Immobilieninvestitionen mit Partnern verteilen – darunter rund 1.500 Wohneinheiten.
Kiyosaki selbst hatte die Zahl bereits am 1. Juni im Podcast "Get Rich Education" genannt. "Also, ich habe Schulden in Höhe von 1,2 Milliarden", sagte er dort und warnte seine Zuhörer zugleich davor, die Strategie einfach zu kopieren: "Ihr solltet nicht tun, was ich tue, oder?" Nach eigener Aussage beschäftigt er sich seit 1974 mit dem Einsatz von Fremdkapital und sieht Schulden als Werkzeug, um ertragbringende Vermögenswerte zu kaufen.
Der Mechanismus dahinter ist klassischer Immobilienhebel. Steigen die Werte der Objekte, nimmt Kiyosaki weitere Kredite auf das gewachsene Eigenkapital auf. Laut Vanity Fair behandelt er diese Kreditmittel als steuerfreies Einkommen, weil kein Verkauf stattfindet. Gleichzeitig werden einzelne Investments über getrennte Gesellschaften abgeschirmt, um Risiken voneinander zu trennen. Kiyosaki formuliert das drastisch: "Wenn alles den Bach runtergeht, können Sie mit meinem Anwalt sprechen."
Wie viel der 1,2 Milliarden US-Dollar tatsächlich auf ihn selbst entfällt, ist deutlich kleiner. Vanity Fair schätzte seinen persönlichen Anteil auf etwa 30 bis 60 Millionen US-Dollar. Kim Kiyosaki sagte zudem, ihr Ex-Mann nutze die Milliarden-Zahl bewusst, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, bevor er erkläre, "warum Investitionsschulden gut sind".
Der Ansatz kann funktionieren, solange die Immobilienwerte stabil bleiben und die Erträge die Zins- und Tilgungskosten tragen. Genau dort liegt aber das Risiko. Steuerberater David A. Perez bezeichnete die Strategie gegenüber der New York Post zwar als üblich für große Immobilieninvestoren, verwies aber ebenfalls auf höhere Zinskosten und schwächeren Cashflow bei zusätzlicher Verschuldung.
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Deutlich schärfer formulierte es John Poole, Gründer der Beratungsfirma JPTD Partners, gegenüber der New York Post: "Hebelwirkung funktioniert wunderbar, solange die Kurse steigen, und wenn der Aufwärtstrend nicht anhält, ist es finanziell gesehen, als würde eine Kettensäge auf einen herabkommen." Sein Fazit: "Das geht nicht ewig so weiter. Es muss einen Zahltag geben."
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
