Eine Wahl, drei Börsenwetten
Midterms: In diese Aktien könnte nach der US-Wahl richtig Geld fließen
Drei politische Szenarien, drei völlig unterschiedliche Börsenwetten. Besonders bei Krypto, Verteidigung und Gesundheitsaktien könnte der Wahlausgang den Ausschlag geben.
- Demokraten stärken Gesundheit und günstige Händler
- Geteilter Kongress begünstigt klassische Rüstungskonzerne
- Republikanischer Sieg treibt Krypto und Energie
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JPMorgan hat für die US-Zwischenwahlen im November drei Börsenszenarien durchgerechnet – und je nach Wahlausgang könnten völlig unterschiedliche Aktien profitieren. Auf Kalshi war ein vollständig demokratisch kontrollierter Kongress am 4. September mit 47 Prozent das wahrscheinlichste einzelne Szenario. Ein geteilter Kongress mit demokratischem Repräsentantenhaus und republikanischem Senat kam auf 39 Prozent, ein vollständiger republikanischer Sieg auf 16 Prozent.
Historisch verliert die Partei des amtierenden Präsidenten bei Zwischenwahlen im Schnitt rund 27 Sitze im Repräsentantenhaus und etwa drei Sitze im Senat, schreibt das JPMorgan-Team um Andrew Tyler laut MarketWatch. Die Kalshi-Märkte sahen am 4. September eine Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent für eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus. Im Senat lagen die Republikaner mit rund 52 bis 53 Prozent nur knapp vorn.
Für Anleger ist der Unterschied erheblich. Bei einem demokratisch dominierten Kongress setzt JPMorgan auf Unternehmen, die von einer Verlängerung der Steuergutschriften des Affordable Care Act profitieren könnten. Dazu zählen etwa Centene, Molina Healthcare und Tenet Healthcare. Auch günstigere Einzelhändler wie Dollar General, Walmart und Ross Stores könnten durch zusätzliche Maßnahmen für einkommensschwächere Verbraucher profitieren.
Gleichzeitig wären andere Branchen klare Verlierer. JPMorgan sieht bei einem demokratischen Durchmarsch Risiken für neue Verteidigungstechnologien wie Drohnen, Raumfahrt und Raketenabwehr. Auch kapitalmarktabhängige Finanzhäuser wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und Evercore könnten unter mehr Regulierung leiden. Dasselbe gilt für Energieunternehmen wie Williams Cos, Kinder Morgan und EQT sowie für Krypto-Aktien wie Coinbase, Robinhood und Strategy, falls der Clarity Act schwerer durchsetzbar wird.
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Bei einem geteilten Kongress verschiebt sich das Bild. Klassische Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin, General Dynamics und RTX könnten profitieren, weil die Verteidigung laut JPMorgan parteiübergreifend Priorität behalten dürfte. Finanzwerte blieben dagegen eher gebremst.
Der republikanische Durchmarsch ist mit 16 Prozent das unwahrscheinlichste Szenario – wäre für manche Sektoren aber der stärkste Kurstreiber. JPMorgan sieht dann bessere Chancen für neue Verteidigungstechnologien, Banken, Energieinfrastruktur und kritische Rohstoffe. MP Materials, Albemarle und Caterpillar gehören zu den Aktien, die in diesem Szenario profitieren könnten. Auch der Kryptosektor hätte bessere Karten.
Für Anleger heißt das: Die Wahl im November ist nicht nur Politik. Sie kann direkt entscheiden, ob Gesundheitsaktien, Rüstung, Banken, Energie oder Krypto die besseren Karten haben.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

