162.000 neue Jobs im August
Wall Street startet nach US-Job-Hammer im Minus
Mit 162.000 neuen Jobs statt der erwarteten 53.000 meldet sich der US-Arbeitsmarkt eindrucksvoll zurück. Was macht die Fed jetzt? Die Wall Street startet im Minus. Die Angst vor Zinserhöhungen geht um.
Im August entstanden außerhalb der Landwirtschaft 162.000 Stellen – mehr als dreimal so viele, wie die von Dow Jones befragten Ökonomen mit 53.000 erwartet hatten. Die Arbeitslosenquote blieb wie prognostiziert bei 4,1 Prozent. Seit März war der monatliche Jobzuwachs nicht mehr so hoch.
Noch brisanter wird der Bericht durch die Korrekturen der Vormonate. So meldeten die Statistiker für Juli nun ein Plus von 21.000 statt eines Minus von 23.000 Stellen. Für den Juni wurde die Zahl der neuen Jobs um 11.000 auf 31.000 angehoben. Thomas Altmann von QC Partners rechnet vor, dass unter Berücksichtigung dieser Revisionen sogar viermal so viele Stellen geschaffen wurden wie erwartet. In den vergangenen 24 Monaten gab es lediglich zwei Monate mit einem stärkeren Zuwachs.
Altman erklärte: "Das ist ein ganz starker US-Arbeitsmarktbericht (. . .). Positiv ist, dass sich das Lohnwachstum nicht beschleunigt hat. Die Lohnanstiege üben keinen neuen Druck auf die FED aus. Von daher muss dieser unerwartet starke Bericht nicht zwangsläufig zu einer Zinserhöhung führen. Die Fed kann hier abwarten, ob sich dieser positive Trend fortsetzt oder ob der August ein positiver Ausreißer bleibt."
Und weiter: "Die Reaktionen der Börsen fallen unterschiedlich aus. Am Rentenmarkt nimmt die Furcht vor Zinserhöhungen moderat zu und macht den Kursanstieg des Vormittags zunichte. Der Aktienmarkt freut sich über das Signal der Stärke der US-Wirtschaft. Der US-Dollar profitiert vom starken Arbeitsmarktbericht und legt zu."
Die Jobmaschine lief diesmal ungewöhnlich breit. So schufen Restaurants und Bars 59.000 Stellen, die staatliche Bildung 42.000 und die Industrie 16.000. Ausgerechnet das Gesundheitswesen, zuletzt wichtigster Jobmotor, steuerte nur 13.000 Stellen bei, nachdem es in den vorangegangenen zwölf Monaten durchschnittlich 32.000 pro Monat waren.
Doch im Bericht steckt auch ein Warnsignal für Beschäftigte: Die Informationsbranche verlor 23.000 Jobs. Im Zwölfmonatsschnitt liegt das Minus dort bei 8.000 Stellen. Laut CNBC ist das ein möglicher Hinweis darauf, dass künstliche Intelligenz bereits auf die Beschäftigung durchschlägt.
Neben den Arbeitsmarktdaten rücken nun die US-Inflationszahlen in den Fokus. Diese werden in der kommenden Woche veröffentlicht und könnten laut Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, für die weitere Kursbestimmung der US-Notenbank von entscheidender Bedeutung sein, wie das Handelsblatt berichtet.
Mehrere Fed-Gouverneure haben demnach angekündigt, die Daten abwarten zu wollen, bevor sie sich für oder gegen eine Zinsänderung Mitte September positionieren. Bereits beim Zinsentscheid Ende Juli hatten sich drei der zwölf stimmberechtigten Mitglieder für eine Zinserhöhung im weiteren Jahresverlauf ausgesprochen, um den anhaltenden Inflationsdruck einzudämmen.
Der nächste Fed-Zinsentscheid findet am Mittwoch, den 16. September 2026, statt. Die US-Notenbank Federal Reserve gibt ihre Entscheidung über die Leitzinsen um 20:00 Uhr MESZ bekannt, gefolgt von der Pressekonferenz des Fed-Vorsitzenden um 20:30 Uhr MESZ.
Wall Street startet im Minus
Der Dow Jones Industrial Average gab am Freitag nach, da die besser als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten für August die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Federal Reserve bei ihrer nächsten Sitzung verstärkten.
Der aus 30 Titeln bestehende Dow verlor 187 Punkte bzw. 0,3 Prozent. Der S&P 500 gab um 0,2 Prozent nach, während der Nasdaq Composite nahezu unverändert notierte.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
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