"Besser als Zölle"
Zinsen runter – sonst Handelsstopp: Erpresst Trump die Fed?
Donald Trump fordert die niedrigsten Zinsen weltweit. Wenn die Fed seinen Forderungen nicht nachkommt, will er den Handel mit Ländern stoppen, denen gegenüber die USA ein Handelsdefizit haben. Das sei besser als Zölle.
US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf die US-Notenbank und verbindet seine Forderung nach niedrigeren Zinsen mit einer drastischen Handelsdrohung. In einem Beitrag auf Truth Social forderte er am Freitag deutlich niedrigere Zinsen. Andernfalls werde er den Handel mit Ländern stoppen, denen gegenüber die USA ein Handelsdefizit aufweisen.
Dazu postete Trump um 15:41 Uhr auf Truth Social:"Soeben wurden hervorragende Beschäftigungszahlen bekannt gegeben, die alle Schätzungen (außer meiner!) um das Doppelte oder Dreifache übertreffen – und das ist noch lange nicht alles (. . .) SENKT DEN ZINS, ODER ICH STELLE DEN HANDEL MIT LÄNDERN EIN, GEGENÜBER DENEN WIR EIN DEFIZIT HABEN – was der Oberste Gerichtshof der USA in seiner lächerlichen und sehr kostspieligen Zollentscheidung nachdrücklich bestätigt hat: "Der Präsident hat das uneingeschränkte Recht, dies zu tun. DAS IST BESSER ALS ZÖLLE (...)."
Auslöser war der überraschend starke US-Arbeitsmarktbericht. Im August wurden 162.000 neue Stellen geschaffen. Erwartet wurden 53.000.

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Trumps Ziel ist klar: Die USA sollten wieder den niedrigsten Zinssatz aller Länder haben. Staaten mit hohen Überschüssen im Handel mit den USA verdankten ihren finanziellen Status letztlich Washingtons Zustimmung, so Trump. Diese könne er sofort entziehen.
Einen Handelsstopp bezeichnete der Präsident sogar als besseres Mittel als Zölle. Er verwies dabei auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu Zöllen, die seiner Darstellung zufolge die Befugnis des Präsidenten zum Abbruch solcher Handelsbeziehungen bestätige.
Auch Fed-Chef Kevin Warsh und das gesamte Führungsgremium nahm Trump ins Visier. Die Notenbank müsse "klug werden" und zur Abwechslung patriotisch handeln. Hohe Zinsen brächten die USA in einen unfairen Nachteil, schrieb er und stellte klar, dass er das nicht hinnehmen werde.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

