ROUNDUP 2

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    Munich Re warnt vor wachsenden Schäden durch Hagel und Hitze

    Für Sie zusammengefasst
    • Munich Re warnt vor hohen Schäden durch Naturgefahren
    • Rückversicherungspreise dürften weiter sinken
    • Cyberrisiken bieten Versicherern große Chancen
    ROUNDUP 2 - Munich Re warnt vor wachsenden Schäden durch Hagel und Hitze

    (Mehr Hintergrund zum Rückversicherungsmarkt, weitere Aussagen)

    MONTE CARLO (dpa-AFX) - Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re warnt nach einem katastrophenarmen ersten Halbjahr vor hohen Gefahren durch mittelgroße Naturereignisse wie Hagel und Feuer. Inzwischen führten solche Ereignisse insgesamt zu Schadenniveaus, die bislang vor allem mit Großereignissen assoziiert wurden, teilte der Dax-Konzern beim traditionellen Branchentreffen am Sonntag in Monte Carlo mit. Auch die zunehmende Hitze werde immer mehr zum Schadentreiber.

    "Die Folgen der Hitzewellen forderten in den vergangenen Monaten zunehmend Menschenleben", schrieb die Munich Re. Zudem beeinträchtigten die "außergewöhnlich hohen Temperaturen" ebenso wie Fluten die Infrastruktur und damit auch Lieferketten der Wirtschaft. Hinzu kämen Schäden in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen sowie an Gebäuden und Anlagen. "Somit entwickeln sich solche Naturgefahren zunehmend zu ökonomischen Risiken, wenn auch die Kausalität bei Hitzeschäden nicht immer einfach herzuleiten ist."

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    Seit diesem Wochenende treffen sich Rückversicherer wie Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück wie jedes Jahr mit Erstversicherern wie Allianz und Generali sowie Maklern im Fürstentum Monaco, um über die Preise und Konditionen für die Vertragserneuerung zum kommenden Jahreswechsel zu beraten. Nach immensen Prämienerhöhungen vor wenigen Jahren wird Rückversicherungsschutz im Schaden- und Unfallgeschäft für Erstversicherer seit Anfang 2025 wieder schrittweise billiger.

    Bei den Vertragserneuerungen seit Anfang 2026 mussten die drei Weltmarktführer Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück im Schnitt Preisrückgänge von rund fünf Prozent hinnehmen, wenn man Inflation und veränderte Risiken berücksichtigt. Nach Einschätzung von Ratingagenturen dürften die Preise weiter sinken. "Wir glauben, dass wir 2027 eine ähnliche Entwicklung haben werden wie 2026 auf weitere Preisrückgänge hinstellen", sagt Branchenexperte Johannes Bender von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P).

    Laut einer Umfrage der Ratingagentur Moody's erwarten 86 Prozent der befragten Erstversicherer weiter sinkende Preise. In der Schadenversicherung etwa für Wohngebäude, Industrieanlagen und Autos rechnen die meisten sogar mit Abschlägen von mehr als 7,5 Prozent. Besonders starke Rückgänge erwarten sie in den USA und der Karibik, wo Hurrikans und andere Wirbelstürme immer wieder Milliardenschäden anrichten. Zuletzt war die Region glimpflich davongekommen.

    Die Rückversicherungsbranche hatte bei ihren Kunden in den Jahren nach der Corona-Pandemie kräftige Prämienerhöhungen durchgesetzt. Hatten die Preise für Rückversicherungsschutz 2017 noch einen langjährigen Tiefpunkt erreicht, stiegen sie danach zunächst in kleinen Schritten und sprangen 2023 kräftig in die Höhe, wie aus Zahlen des Maklers Guy Carpenter zur Katastrophen-Rückversicherung hervorgeht. Ab 2025 setzte schließlich wieder ein Preisrückgang ein, der sich 2026 verstärkte.

    Dank der zuletzt vergleichsweise geringen Schäden saß die Rückversicherungsbranche laut Daten des Maklers Aon Ende März auf einem Kapital von fast 650 Milliarden Dollar. Zusammen mit dem Geld, das Anleger der Branche über Katastrophenanleihen und andere Vehikel als alternatives Kapital zur Verfügung gestellt hatten, summierte sich das gesamte Rückversicherungskapital auf den Rekordwert von 790 Milliarden Dollar.

    Dieses Kapital ringt um Geschäft - und das hohe Angebot spielt den Erstversicherern bei den Verhandlungen in die Karten. Schließlich rechnen Munich Re und Hannover Rück in diesem Jahr mit Rekordgewinnen.

    Unterdessen warnt der Münchner Konzern vor kleineren Naturgefahren, die in den vergangenen Jahren immer höhere Schäden verursacht hatten. Nach einem jahrelang zunehmenden Schadentrend hätten solche Ereignisse unterhalb von Großereignissen wie Hurrikans und Erdbeben die Versicherungsbranche 2025 rund 104 Milliarden US-Dollar (knapp 90 Mrd Euro) gekostet.

    So richteten die verheerenden Waldbrände in Kalifornien Anfang 2025 volkswirtschaftliche Schäden von insgesamt etwa 54 Milliarden Dollar an - laut Munich Re der größte volkswirtschaftliche Schaden jemals in dieser Kategorie. Davon musste die Versicherungsbranche rund 40 Milliarden Dollar tragen.

    Auch in Europa nahmen große Waldbrände zu. Zuletzt brachen Feuer nahe Bordeaux, Marseille und Madrid aus, und auch Sizilien war betroffen. Dass sich die Versicherungsschäden im überschaubaren Rahmen hielten, erklärte der Munich-Re-Vorstand in Monte Carlo damit, dass die Feuer nur ländliche Regionen getroffen hätten - und keine größeren Wohn- oder Industriegebiete.

    Zunehmende Risiken sieht die Munich Re rund um Hackerangriffe und andere Schäden rund um Computer und Daten. Laut Studien des Rückversicherers sehen sich 89 Prozent der Unternehmen nicht ausreichend gegen Cyberkriminalität geschützt. Entsprechend wittert der Vorstand weiterhin große Geschäftschancen. So lägen die ökonomischen Schäden durch Cyberrisiken im Billionen-Dollar-Bereich. Versichert seien bisher jedoch nur 16 bis 17 Milliarden Dollar.

    Erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Hacker Daten aus der Berliner Verwaltung, die sie bei einem Cyberangriff erbeutet hatten. Dabei geht es um 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte. Die kriminelle Hackergruppe Rhysida hatte die Daten Mitte August unbemerkt abgezogen und ein Lösegeld von 30 Bitcoin - umgerechnet rund zwei Millionen Euro - gefordert. Der Berliner Senat zahlte das Lösegeld nicht. Die Ermittlungen laufen./stw/zb

     

    Zusätzliche Unternehmensinformationen zur Allianz Aktie

    Die Allianz Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,57 % und einem Kurs von 450,9 auf Tradegate (04. September 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.

    Auf 7 Tage gesehen hat sich der Kurs der Allianz Aktie um +1,55 % verändert. Der Verlust auf 30 Tage beträgt -5,45 %.

    Die Marktkapitalisierung von Allianz bezifferte sich zuletzt auf 159,02 Mrd..







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