Quartalssaison geht weiter

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    Jetzt machen es GameStop, Adobe & KI-Schuldenkönig Oracle spannend!

    Diese in den kommenden Tagen (KW36) anstehenden US-Quartalszahlen müssen Anlegerinnen und Anleger kennen: Herausforderungen, Erwartungen und die aktuell eingepreisten Kursreaktionen – alles auf einen Blick!

    Quartalssaison geht weiter - Jetzt machen es GameStop, Adobe & KI-Schuldenkönig Oracle spannend!

    Dienstag, 08. September: GameStop

    Der einstige Hype um die Aktie des lange kriselnden Videospiele- und Merchandising-Einzelhändlers hat sich längst gelegt. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr notiert GameStop mit einem Minus von 14,4 Prozent. Zuletzt notierten die Anteile auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als 2 Jahren. Solche Mehrjahrestiefs gelten in der technischen Analyse üblicherweise als Verkaufssignale.

    Während das Unternehmen sein Geschäftsmodell zu diversifizieren versucht und mit dem Einstieg in das Sammelkartengeschäft eine erste Richtung eingeschlagen hat, verfolgt CEO Ryan Cohen eine waghalsige Strategie, die nach Börsenwert sehr viel größere Online-Plattform eBay zu übernehmen – auch wenn Cohen die Frage nach der Finanzierung bislang nicht zufriedenstellend beantworten konnte. Seine gegenüber dem Finanznachrichtensender CNBC in einem Interview getätigte Aussage "half stock, half cash" hat in sozialen Medien wie Reddit längst Kult- und Meme-Status gewonnen.

    Ernst zu nehmen ist das Vorhaben nichtsdestotrotz, denn inzwischen ist GameStop mit rund 10 Prozent an eBay beteiligt. Das hat dem Unternehmen nach vorläufig veröffentlichten Quartalszahlen trotz eines Umsatzrückgangs (vor allem im Zusammenhang mit dem Verkaufsstart der Nintendo Switch 2 im Vorjahresquartal) einen Gewinnsprung beschert, denn die eBay-Aktie entwickelte sich zuletzt äußerst zufriedenstellend, was den Beteiligungswert hat steigen lassen. Während das Umsatzergebnis mit 780 bis 800 Millionen US-Dollar bereits einigermaßen gut bekannt ist, wartet die Wall Street jetzt auf weitere Details zu den Übernahmeplänen und deren Finanzierung. Kommt es zu einem weiteren erratischen Auftritt von Cohen, könnte das weiteres Investorenvertrauen kosten.

    Am Optionsmarkt wettet eine überwältigende Mehrheit der Händlerinnen und Händler auf eine positive Kursreaktion der Aktie. 83,6 Prozent aller am kommenden Freitag verfallenden Optionen liegen auf der Call-Seite. Ihnen steht ein Put-Anteil von 16,4 Prozent gegenüber. Eingepreist ist eine Kursreaktion von bis zu 7,2 Prozent. Bereits nach Vorlage der vorläufigen Quartalszahlen steigerte sich das Papier um 2,9 Prozent.

    GameStop

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    ISIN:US36467W1099WKN:A0HGDX
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    Mittwoch, 09. September: Chewy

    Eigentlich gelten hochspezialisierte Einzelhändler wie Chewy als krisenresistent. Die simple These: Selbst wenn Verbraucherinnen und Verbraucher den Gürtel enger schnallen müssen, so wie angesichts der Lebenshaltungskostenkrise derzeit, wird am eigenen Haustier nicht gespart. Tatsächlich konnte sich der Online-Händler für Tiernahrung und Haustierbedarf in den zurückliegenden Quartal um jeweils rund 8 Prozent steigern.

    Das ursprünglich von GameStop-CEO Ryan Cohen gegründete Unternehmen setzt auf Abonnements für Tiernahrung, um sein Umsatz- und Margenwachstum voranzutreiben. Diese Strategie entfaltet auf operativer Seite langsam Wirkung, was die Unternehmensbewertung nicht zuletzt auch aufgrund des anhaltenden Abwärtstrends der Aktie (-28,1 Prozent seit dem Jahreswechsel) zunehmend attraktiv erscheinen lässt. Für 2026 ist Chewy mit KGVe von 15,5 und für 2027 von 12,9 bewertet. Das liegt im Rahmen des Branchenmittels, allerdings bietet die Aktie ein sehr vorteilhaftes Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) von 0,45, welches auf die stark steigenden Margen zurückzuführen ist. Beweist Chewy daher einmal mehr seine Krisenresilienz, könnte die Aktie vor einer erheblichen Aufwertung stehen. Dank einem Short Interest von 8,8 Prozent ist für Explosivität gesorgt.

    Von Analystinnen und Analysten wird ein Umsatz von 3,32 Milliarden US-Dollar (+7,1 Prozent) erwartet, der bereinigte Gewinn pro Aktie soll von 0,33 auf 0,36 US-Dollar und damit um 9,1 Prozent geklettert sein. Während die Umsatzerwartungen in den zurückliegenden Quartalen konstant geschlagen werden konnten, fiel das Gewinnergebnis oft "nur" im Rahmen der Erwartungen aus.

    Auch gegenüber den Zahlen von Chewy herrscht Optimismus, hier stehen sich ein Call-Anteil von 68,8 Prozent und eine Put-Quote von 31,2 Prozent gegenüber. Zu rechnen ist mit einer zweistelligen Kursreaktion von bis zu 10,6 Prozent – ein für die Aktie durchschnittlicher Wert.

    Chewy Registered (A)

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    ISIN:US16679L1098WKN:A2PL6S
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    Donnerstag, 10. September: Adobe

    Monatelang wollten Anlegerinnen und Anleger von Software-Aktien nicht mehr nur nichts wissen, sie wetteten (mithilfe von Short-Positionen) zum Teil auch aktiv gegen sie – KI werde traditionelle Anbieter verdrängen und in Unternehmen zu mehr eigenentwickelten, passgenaueren Lösungen führen, so die These. Doch eine ganze Reihe starker Quartalszahlen über inzwischen mehrere Berichtsperioden hinweg hat dieser Wette den Wind aus den Segeln genommen. Entsprechend eindrucksvoll hat sich die Branche zuletzt zurückgemeldet. Der vielbeachtete Branchen-ETF Expanded Tech-Software konnte gegenüber dem Jahresauftakt inzwischen sogar sein Vorzeichen wechseln.

    Zu den am stärksten von Kursverlusten betroffenen Werten gehörte Spezialsoftware-Entwickler Adobe. Hier herrschte gleichzeitig die Sorge, dass KI-generierter Digital-Content zu einer sinkenden Nachfrage nach Adobe-Software (Photoshop, InDesign usw.) und damit zu rückläufigen Lizenzerlösen führen könnte. Auch das hat sich bislang nicht bewahrheitet. Das für seine hohen Cashflows geschätzte Unternehmen verzeichnete sogar eine Wachstumsbeschleunigung. Im zurückliegenden Quartal hatte sich Adobe mit einem Plus von 12,7 Prozent so stark steigern können, wie seit der Corona-Pandemie nicht mehr. Dank Effizienzgewinnen in der KI-unterstützten Softwareprogrammierung konnte der Gewinn sogar überproportional gesteigert werden.

    Für das abgelaufene Vierteljahr wird mit einem Umsatzwachstum von 5,99 auf 6,70 Milliarden US-Dollar und damit um 11,9 Prozent gerechnet. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll von 5,31 auf 6,09 US-Dollar (+14,7 Prozent) und damit auf einen neuen Rekordwert geklettert sein. Da die Aktie trotz der jüngst starken Erholungsrallye mit einem Anstieg von rund 50 Prozent angesichts eines KGVe 2026 von 10,9 und einem PEG von 0,78 noch immer um rund 60 Prozent unter der historischen Norm bewertet ist, liegt die Hürde für eine ansprechende Kursreaktion niedrig.

    Nach der steilen Rallye überwiegt am Optionsmarkt die Neigung, Gewinne abzusichern. Mit 53,5 Prozent sind Put- gegenüber Call-Optionen knapp in der Mehrheit. Das ist mit Blick auf die vergangenen drei Quartale verständlich, in denen die Adobe-Aktie jedes Mal fiel. Eingepreist ist eine Bewegung der Anteile um ±8,1 Prozent.

    Adobe

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    ISIN:US00724F1012WKN:871981
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    Donnerstag, 10. September: Oracle

    Der SAP-Rivale steht beispielhaft für die Sorgen, welche Investoren mit dem KI-Boom immer wieder verbinden. Zwar wächst der Cloud-Dienstleister dank der gewaltigen Nachfrage nach Rechenleistung schnell – in den vergangenen zwei Quartalen legte Oracle beim Umsatz um mehr als 20 Prozent zu.

    Doch diese Wachstumsbeschleunigung hat angesichts der teuren KI-Infrastruktur einen hohen Preis. Inzwischen ist die Gesamtverschuldung auf 167,4 Milliarden US-Dollar gestiegen, nach Abzug aller Vermögenswerte stehen 135,5 Milliarden US-Dollar zu Buche. Allein im abgelaufenen Quartal musste das Unternehmen 1,44 Milliarden US-Dollar für Tilgungskosten aufbringen, während das Unternehmen Barmittelabflüsse von rund 5,0 Milliarden US-Dollar verzeichnete. Oracle gilt daher inzwischen als die Achillesferse der KI- und Cloud-Computing-Branche. Kreditausfallversicherungen sind so teuer wie nie, während Rating-Agenturen ihren Daumen gesenkt haben – nur eine Stufe trennt den Konzern hinsichtlich seiner Bonität noch von "Ramsch".

    Gegenüber dem Jahresauftakt hat das Papier rund 20 Prozent an Wert verloren, trotzdem ist die Aktie nicht günstig – das KGVe 2026 liegt mit 16,7 nur um 11,1 Prozent unter dem Durchschnittswert der vergangenen 5 Jahre. Das ist angesichts der gewaltigen Verschuldung eine unzureichende Sicherheitsmarge. Sollte Oracle mit seinen Zahlen Zweifel am Wachstumskurs aufkommen lassen oder die Bilanz noch höhere Risiken ausweisen, könnte der Abwärtstrend der ersten Jahreshälfte wieder aufgenommen werden. Zu schlagen gilt es eine Umsatzerwartung von 19,13 Milliarden US-Dollar (+28,1 Prozent) und die Gewinnschätzung über 1,74 US-Dollar je Anteil (+18,4 Prozent).

    Bei Oracle wird mit großer Mehrheit auf eine positive Kursreaktion spekuliert. 64,7 Prozent der am Freitag auslaufenden Optionen liegen auf der Call-Seite, ihnen steht ein Put-Anteil von 35,3 Prozent gegenüber. Impliziert ist eine Kursbewegung von 11,6 Prozent.

    Oracle

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    ISIN:US68389X1054WKN:871460
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    Freitag, 11. September: Kroger

    US-Einzelhändler bekommen die Krise der Verbraucherinnen und Verbraucher inzwischen immer deutlicher zu spüren. Während das Geschäft von Rabatteinzelhändlern wie Ross Stores und TJX floriert, fehlt Konsumenten angesichts rekordhoher Energiepreise immer häufig das Geld für Alltagseinkäufe. Selbst Einzelhandelsriese Walmart, der lange von einem Zustrom an Kundinnen und Kunden aus mittleren Einkommensschichten profitieren konnte, legte zuletzt einen enttäuschende Quartalsbericht mit einem mauen Ausblick vor.

    Nun könnte dem drittgrößten US-Einzelhandelskette Kroger dasselbe Schicksal drohen. Analystinnen und Analysten erwarten ein Anhalten der seit 3 Jahren andauernden Wachstumsdelle. Im zurückliegenden Quartal sollen die Erlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um gerade mal 1,8 Prozent auf 34,56 Milliarden US-Dollar geklettert sein – das übertrifft noch nicht einmal die Inflationsrate und deutet auf insgesamt rückläufige Verkäufe ein. Mit 1,05 US-Dollar pro Aktie soll sich der Gewinn gegenüber dem Stand vor einem Jahr um einen mageren Cent verbessert haben. Was für einen einmaligen Sondereffekt sorgen könnte sind jedoch Zollrückerstattungen. Die könnten der auf zuletzt fast 25 Milliarden US-Dollar angewachsenen Verschuldung zugutekommen.

    Mit einem KGVe von 11,2 für 2026 und einem Kurs-Cashflow-Verhältnis von 5,4 ist die Aktie äußerst günstig bewertet. Grundsätzlich stehen die Chancen auf eine positive Kursreaktion daher nicht schlecht, zumal die Anteile gegenüber dem Stand vor einem Jahr knapp 14 Prozent an Wert verloren haben. Entscheidend dürfte werden, ob Kroger einen eher verhaltenen Ausblick liefert oder angesichts zuletzt überraschend starker Arbeitsmarktdaten vielleicht doch optimistischer in die Zukunft blickt.

    Nach dem Earnings-Crash der Walmart-Aktie zeigen sich Händlerinnen und Händler gegenüber Kroger zurückhaltend. Mit 58,1 Prozent sind Put-Optionen klar in der Mehrheit, zumal es schon im vergangenen Quartal um 8,4 Prozent nach unten ging. Zu rechnen ist jetzt mit einer Kursbewegung um bis zu 5,6 Prozent, was einen für die Aktie durchschnittlichen Wert darstellt.

    Kroger

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    ISIN:US5010441013WKN:851544
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    Weitere nennenswerte US-, China-ADR-Quartalszahlen:

    Wert Datum Zeit erw. EPS erw. Umsatz erw. Kursbew. Börsenwert
    Casey's Gen. Stores Di., 08.09. Nachbörse 6,74 $ 5,55 Mrd. $ ± 8,8 % 28,0 Mrd. $
    ServiceTitan Di., 08.09. Nachbörse 0,35 $ 286,0 Mio. $ ± 12,5 % 8,4 Mrd. $
    Braze Di., 08.09. Nachbörse 0,16 $ 220,3 Mio. $ ± 16,9 % 3,6 Mrd. $
    Cooper Companies Mi., 09.09. Nachbörse 1,12 $ 1,10 Mrd. $ ± 8,0 % 13,6 Mrd. $
    SailPoint Mi., 09.09. Vorbörse 0,08 $ 310,0 Mio. $ ± 15,1 % 10,7 Mrd. $
    AeroVironment Mi., 09.09. Nachbörse 0,25 $ 456,1 Mio. $ ± 13,2 % 7,4 Mrd. $
    Korn Ferry Mi., 09.09. Vorbörse 1,36 $ 737,7 Mio. $ ± 5,0 % 4,4 Mrd. $
    Signet Jewelers Mi., 09.09. Vorbörse 1,74 $ 1,53 Mrd. $ ± 10,8 % 3,3 Mrd. $
    Am. Eagle Outfitters Mi., 09.09. Nachbörse 0,22 $ 1,37 Mrd. $ ± 13,7 % 2,9 Mrd. $
    Oddity Tech. Mi., 09.09. Vorbörse 0,12 $ 170,7 Mio. $ ± 18,5 % 634,2 Mio. $
    Copart Do., 10.09. Nachbörse 0,38 $ 1,14 Mrd. $ ± 7,4 % 31,2 Mrd. $
    Macy's Do., 10.09. Vorbörse 0,36 $ 4,80 Mrd. $ ± 8,2 % 6,1 Mrd. $
    RH Do., 10.09. Nachbörse 0,46 $ 916,5 Mio. $ ± 10,3 % 2,8 Mrd. $

    * Earnings per Share / Gewinn pro Aktie (Non-GAAP, bereinigt)

    Stand: Sonntag, 06. September, 13:00 Uhr (MESZ)

    Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


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