KI-Gefahr für Krypto
Droht Bitcoin wegen KI ein 50-%-Crash? Ethereum-Mitgründer widerspricht
Bitcoin könnte laut Liron Shapira wegen KI-Sicherheitsrisiken um 50 Prozent abstürzen. Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin hält dagegen und widerspricht der Prognose.
- Shapira warnt vor Bitcoin-Absturz durch KI
- Buterin hält Angriffe auf die Kryptografie für unwahrscheinlich
- Gefährdet sind vor allem Infrastruktur und Wallets
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Die rasanten Fortschritte bei künstlicher Intelligenz schüren neue Sorgen um die Sicherheit von Bitcoin. Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin widerspricht jedoch einer drastischen Prognose des Investors Liron Shapira.
Dieser sieht eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent, dass Bitcoin innerhalb der kommenden zwei Jahre mehr als die Hälfte seines Wertes verliert, weil KI das Vertrauen in die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit des Netzwerks erschüttern könnte. Buterin hält ein solches Szenario dagegen für äußerst unwahrscheinlich.
Laut Buterin dürften KI-bedingte Angriffe weniger Bitcoins grundlegende Kryptografie als vielmehr Schwachstellen in der umliegenden Infrastruktur ins Visier nehmen. Solche Angriffe könnten in vielen Fällen durch Software-Updates abgewehrt werden.
Bitcoin notiert am Montagmittag bei 79.478 US-Dollar und damit 0,6 Prozent tiefer. Der Kursrückgang folgt auf einen weiteren Sicherheitsvorfall im Bitcoin-Ökosystem, bei dem Hacker Bitcoins im Wert von 320 Millionen US-Dollar aus dem Liquid Network abgezogen hatten.
Buterin sieht Übergangsrisiko statt Kollaps
Buterin bleibt langfristig optimistisch für die Cybersicherheit. Die größere Gefahr sieht er in der Übergangsphase, in der sowohl Angreifer als auch Verteidiger immer leistungsfähigere KI-Systeme einsetzen.
Bitcoin besteht aus mehreren technischen Ebenen. Full Nodes überprüfen Transaktionen und Blöcke, Mining-Pools koordinieren Rechenleistung und Miner führen die für Proof-of-Work notwendigen Berechnungen aus. Hinzu kommen Wallets und Kommunikationsinfrastruktur.
KI könnte Angreifern helfen, Schwachstellen in Node-Software, Wallets, Mining-Pools oder Netzwerkkomponenten schneller aufzuspüren. Gleichzeitig können Entwickler dieselben Technologien einsetzen, um Code zu prüfen, Updates zu testen und verdächtiges Verhalten zu erkennen.
Buterin hält die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Bruchs von Hashfunktionen oder Proof-of-Work für "winzig". Klassische Sicherheitslücken könnten dagegen über reguläre Software-Upgrades geschlossen werden, ohne Bitcoins Geldpolitik oder Transaktionshistorie verändern zu müssen.
Krypto-Branche warnt vor KI-Wettrüsten
Die Sorge vor einem Ungleichgewicht zwischen Angreifern und Verteidigern beschäftigt inzwischen auch die Branche. Das Bitcoin Policy Institute und mehr als 40 Organisationen aus dem Digital-Asset-Sektor forderten im August führende KI-Labore auf, geprüften Open-Source-Sicherheitsteams kontrollierten Zugang zu besonders leistungsfähigen KI-Modellen zu ermöglichen.
Zu den Unterstützern gehörten unter anderem Block, Coinbase, Strategy, Mara, Galaxy, BitGo, Brink und Trezor.
Das Risiko liegt damit weniger darin, dass KI Bitcoin plötzlich "knackt". Entscheidend könnte vielmehr sein, ob Entwickler Sicherheitslücken schnell genug entdecken, Updates entwickeln und diese im Netzwerk verbreiten können.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion
Bitcoin wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,27 % und einem Kurs von 79.321USD auf CryptoCompare Index (07. September 2026, 13:05 Uhr) gehandelt.

