280 Mega-Rechenzentren
Der KI-Boom erreicht eine neue Dimension
Bis 2030 könnten rund sieben Billionen US-Dollar in Rechenzentren fließen. Doch nicht jeder KI-Profiteur wird zum Gewinner. Entscheidend ist, wer aus dem Ausbau echte Renditen zieht.
- Bis 2030 könnten sieben Billionen Dollar fließen
- Rund 280 Rechenzentren könnten bis 2030 entstehen
- Preismacht und Kostenvorteile sichern hohe Renditen
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Der Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) in den Vereinigten Staaten nimmt immer größere Dimensionen an. Laut The Kobeissi Letter sind inzwischen rund 90 Rechenzentren mit einer Leistung von jeweils mehr als 100 Megawatt in Betrieb. Werden alle geplanten Projekte umgesetzt, könnte ihre Zahl bis 2030 auf etwa 280 steigen.
Parallel wächst das Investitionsvolumen. Technologieunternehmen könnten bis 2030 rund sieben Billionen US-Dollar in Rechenzentren stecken. Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta haben seit Beginn des KI-Booms bereits Mietverträge für Rechenzentren im Wert von mehr als 1,5 Billionen US-Dollar abgeschlossen. Darin enthalten sind auch Verpflichtungen, die noch nicht begonnen haben.
Davon profitieren längst nicht nur die großen Cloud-Anbieter. Der Ausbau erhöht auch die Nachfrage nach Halbleitern, Netzwerktechnik, Servern, Stromversorgung und Rechenzentren. Zu den Unternehmen, die mit diesem Investitionszyklus verbunden sind, zählen unter anderem Nvidia, Advanced Micro Devices (AMD), Broadcom, Dell Technologies, Vertiv, Oracle, CoreWeave, Nebius, Eaton, GE Vernova und Constellation Energy.
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Andrew O'Brian von Putnam Investments warnt jedoch davor, steigende Investitionen automatisch mit steigenden Gewinnen gleichzusetzen. Die entscheidende Frage sei zunehmend, welche Unternehmen aus dem Ausbau tatsächlich attraktive Renditen erzielen können.
Zwar wachse die Nachfrage nach Speicher, Netzwerktechnik, optischen Komponenten, kundenspezifischen Chips und Halbleiterausrüstung. Eine breite Nachfrage bedeute aber nicht automatisch, dass alle Anbieter gleichermaßen profitieren. Entscheidend seien langfristig Preissetzungsmacht, technologische Differenzierung und Kostenvorteile.
Erste Hinweise auf eine bessere Monetarisierung gibt es bereits. Nach Angaben von Putnam haben sich Umsatzwachstum und Auftragsbestände zuletzt beschleunigt. Damit könnte die wirtschaftliche Nutzung der neuen Kapazitäten beginnen, mit den hohen Investitionen Schritt zu halten.
Für Anleger bleibt dennoch eine zentrale Frage offen: Nicht zwingend diejenigen Unternehmen dürften langfristig gewinnen, die am meisten investieren. Entscheidend könnte vielmehr sein, wer den größten Anteil des durch KI geschaffenen wirtschaftlichen Werts für sich behalten kann.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

