Richtungswechsel nach Wahl?
Was der AfD-Sieg für Deutschlands größten Rüstungskonzern bedeutet
Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt klar gewonnen. Für Rheinmetall sieht das Analysehaus Mwb Research darin vorerst kein Risiko, warnt aber vor langfristigen Folgen für den Verteidigungshaushalt.
- AfD gewinnt Sachsen-Anhalt klar mit 44 Prozent
- Rheinmetall sieht zunächst kein unmittelbares Risiko
- Langfristig droht ein strafferer Verteidigungsetat
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Der Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt hat für Aufsehen gesorgt: Die AfD kam auf rund 44 Prozent und hat ihr Ergebnis von 2021 damit mehr als verdoppelt, während die CDU auf etwa 17 Prozent einbrach. Für eine eigene Mehrheit im 83 Sitze zählenden Landtag fehlten der Partei nur knapp drei Sitze, dennoch verfügt sie nun über eine Sperrminorität.
Mit Spannung beobachten Experten, wie sich eine mögliche AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt auf die Politik der kommenden Jahre auswirken könnte. Auch die Rüstungsindustrie steht dabei im Blickpunkt.
Für Rheinmetall sehen die Analysten von Mwb Research darin aktuell keine unmittelbare Belastung. Verteidigungspolitik ist in Deutschland Bundessache, Landesparlamente haben keinen Einfluss auf Beschaffungsprogramme des Militärs. Selbst eine AfD-Regierungsbeteiligung auf Landesebene würde an den zentralen Beschaffungsentscheidungen, die über die Haushaltsausschüsse des Bundestags laufen, kaum etwas ändern.
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Langfristig gilt die Partei den Experten dennoch als möglicher Risikofaktor. Die AfD tritt zwar für nationale Aufrüstung ein, lehnt jedoch Ukraine-Hilfen ab, spricht sich für eine Lockerung der Russland-Sanktionen aus und stimmte sowohl beim Sondervermögen 2022 als auch bei der Grundgesetzänderung im März 2025 dagegen.
Bei bundesweit rund 28 Prozent in Umfragen und der nächsten Bundestagswahl erst 2029 bleibt das vorerst Zukunftsmusik. Das Risiko liege nicht in sinkenden Auftragseingängen, sondern in einem künftig strafferen Ausgabenpfad, so die Analysten.
Wichtiger für die Aktie dürfte der Arminius-Auftrag werden, zu dem gegen Monatsende weitere Details erwartet werden. Die Bewertung sei derzeit fair, Mittelzuflüsse aus dem Geschäft könnten 2026 den Cashflow stützen. Die Einstufung bleibt bei Halten, das Kursziel unverändert bei 1.050 Euro.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Rheinmetall Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,72 % und einem Kurs von 1.027EUR auf Tradegate (07. September 2026, 15:35 Uhr) gehandelt.

