Eskalation an der Tankstelle

    29129 Aufrufe 29129 0 Kommentare 0 Kommentare

    Kostet Diesel bald 3 Euro? Warum dieses Horror-Szenario wahr werden könnte!

    Der Preis für börsengehandeltes Diesel nähert sich den bisherigen Jahreshochs. Geht es darüber, könnte der Kraftstoff an der Tankstelle bald 3 Euro kosten.

    Für Sie zusammengefasst
    Eskalation an der Tankstelle - Kostet Diesel bald 3 Euro? Warum dieses Horror-Szenario wahr werden könnte!

    Keine Friedenslösung in Sicht: Energiepreise steigen unaufhaltsam

    Rund ein halbes Jahr nach dem Beginn des Iran-Krieges zeichnet sich noch immer keine Friedenslösung ab. Damit bleibt die für Energieexporte so wichtige Straße von Hormus faktisch geschlossen, was zu anhaltend hohen Öl- und Gaspreisen führt.

    Zuletzt hat sich der Preisauftrieb deutlich beschleunigt. Gegenüber dem Stand vor einem Monat hat sich die Nordsee-Sorte Brent um rund 18 Prozent verteuert, WTI ist sogar um 20 Prozent gestiegen. Angesichts leerer Gasspeicher in Europa und dem herannahenden Beginn der Heizperiode legte der in Amsterdam gehandelte Erdgas-Future sogar um fast 33 Prozent zu.

    Tipp aus der RedaktionGold ist als Anlageklasse und Wertspeicher gefragt. Investierbar wird das Edelmetall unter anderem mit dem ETC boerse.de-Gold (WKN: TMG0LD).

     

    Benzin und Diesel bald 3 Euro? Warum das jetzt wahr werden könnte!

    Die Preissteigerungen machen sich auch an der Tankstelle bemerkbar. Waren die Preise für Benzin und Diesel im Juni im bundesdeutschen Durchschnitt zeitweise wieder unter 2 Euro je Liter gefallen, notieren sie jetzt wieder in der Nähe ihrer bisherigen Jahreshochs. Zum Wochenauftakt kostete Super E10 rund 2,25 Euro und Diesel durchschnittlich 2,29 Euro.

    Dabei könnte es sich allerdings nur um eine Momentaufnahme handeln, denn mit Blick auf den Chart von börsengehandeltem Diesel an der der Rohstoffbörse in London könnte die Situation bald eskalieren. Auch vor dem Hintergrund einer neuen Ölpreisprognose der US-Investmentbank Goldman Sachs sind Preise von 3 Euro und mehr pro Liter nicht mehr auszuschließen.

    Gasoil_d_07092026.webp

    Quelle: Investing.com | London Gas Oil Futures

    Diesel trotz zwischenzeitlicher Entspannung auf dem Weg zu neuen Hochs

    Angesichts niedriger Ölpreise und mauen Konjunkturaussichten in Europa wurde Diesel im vergangenen Jahr noch zu Preisen von rund 600 US-Dollar je Tonne gehandelt. Der Iran-Krieg führte dann aber gegenüber dem Ölpreis zu einem überproportionalen Preisanstieg.

    Zeitweise legte Diesel um mehr als das Doppelte zu. Da nicht jede Raffinerie beliebiges Öl verarbeiten kann, trafen die Lieferschwierigkeiten europäische Verarbeitungsstätten besonders hart. Gegenwärtig beträgt der Aufschlag gegenüber dem Stand vor einem Jahr knapp 114 Prozent.

    Gegenüber dem durch den Beginn des Ukraine-Krieges hervorgerufenen Energieschock stieg Diesel zwar nicht ganz so hoch wie damals, nichtsdestotrotz wurden neue Mehrjahreshochs und damit aus technischer Perspektive Kaufsignale erreicht.

    Aufwärtstrend zeigt längst technische Erfolge

    Die konnten sich zunächst nicht durchsetzen, nachdem es zeitweise zu einem Waffenstillstand gekommen war. Der Preis für börsengehandeltes Diesel brach daraufhin um rund 40 Prozent ein. Doch seit Mitte Juni hat der Treibstoff angesichts der anhaltenden Lieferschwierigkeiten wieder Aufwind, wodurch es zur Bildung eines Aufwärtstrendkanals gekommen ist.

    Mit dessen Hilfe konnte rasch die 50-Tage-Linie zurückerobert werden, welche im Rahmen einer Korrektur im August erfolgreich getestet wurde. Gegenwärtig handelt Diesel in unmittelbarer Nähe zur Aufwärtstrendoberkante. Sollte es zu einem Ausbruch nach oben kommen, dürfte Diesel rasch zu den bisherigen Jahreshochs aufschließen, was neue Kaufsignale nach sich ziehen würde.

    Anstieg von +25 Prozent und mehr möglich

    Mit Blick auf die technischen Indikatoren ist die Gefahr einer solchen Eskalation nach oben real, denn der gegenwärtige Aufwärtstrend wird begleitet durch Aufwärtstrends auch im RSI und MACD. Das lässt auf die Nachhaltigkeit der gegenwärtigen Kaufwelle schließen. Zu bearishen Divergenzen, welche auf eine Trendwende zur Unterseite hindeutet, ist es hingegen noch nicht gekommen.

    Damit gibt es abgesehen von einem geringfügig überkauften RSI aktuell nur wenig, was einem fortgesetzten Anstieg des Dieselpreises im Wege steht. Bis zu den bisherigen Jahreshochs sind es noch rund 10 Prozent, weitere 10 bis 15 Prozent könnten im Rahmen einer Anschlussrallye folgen. Das ergibt ein Aufwärtspotenzial von 25 Prozent. Selbst wenn Diesel an der Tankstelle "nur" genau so viel steigen würde, entspräche das bereits Preisen von 2,75 bis 2,98 Euro pro Liter.

    Goldman Sachs warnt vor höheren Ölpreisen

    Auch fundamental ist Lage ernst. In einer am Montagmorgen vorgestellten Studie warnt die US-Investmentbank Goldman Sachs vor Ölpreisen um 120 US-Dollar je Barrel, sollten die Lieferschwierigkeiten und Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus anhalten.

    In einem Interview gegenüber dem Finanznachrichtendienstleister Bloomberg empfahl Analyst Daan Struyven Erdgas- und Diesel-Futures zum Kauf. Er warnte: "Die Geschehnisse der vergangenen Tage legen nahe, dass die Risiken durch Störungen der Schifffahrt breiter werden und sich intensivieren." In der Vorwoche war es nach US-Luftangriffen zu einer neuen Eskalation gekommen.

    Im Fall einer Entspannung rechnet Struyven mit Ölpreisen um 80 US-Dollar. Das läge noch immer signifikant über dem Niveau von etwa 60 US-Dollar zum Jahresauftakt. Mit einer raschen Entspannung an den Tankstellen ist daher nicht zu rechnen.

    Fazit: Diesen Anstieg kann sich eigentlich niemand leisten

    Zusätzlich verstärkt wird die Krise durch die erfolgreiche Kampagne der ukrainischen Streitkräfte in Russland. Drohnen- und Raketenangriffe haben inzwischen einen Großteil der russischen Raffineriekapazitäten außer Gefecht gesetzt. Das ist zwar ein bedeutender strategischer Erfolg, erhöht aber den Druck auf den globalen Dieselmarkt, da Russland vom Exporteur von Treibstoffen zu einem Importeur geworden ist und zuletzt beispielsweise aus Indien Benzin und Diesel kaufen musste.

    Da die Preise an der Tankstelle aber nicht nur hierzulande, sondern auch in den USA immer weiter steigen, könnte US-Präsident Donald Trump bald zu einem erneuten Rückzieher gezwungen sein, wenn er sich und der Republikanischen Partei noch Siegchancen bei den Anfang November anstehenden Midterm-Wahlen waren möchte. Die hohen Treibstoffpreise und Lebenshaltungskosten sind längst zum bestimmenden Thema geworden.

    Auch wenn daher derzeit alles für weiter steigende Preise spricht, sollten sich Anlegerinnen und Anleger nicht blind auf der Long-Seite engagieren und sich gegebenenfalls mit Stopp-Loss-Orders gegen Schwankungen absichern.

    Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

    GIF Bild wiedergeben.webp



    Reports
    KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!




    wallstreetONLINE Redaktion
    0 Follower
    Autor folgen
    Mehr anzeigen

    Melden Sie sich HIER für den Newsletter der wallstreetONLINE Redaktion an - alle Top-Themen der Börsenwoche im Überblick! Verpassen Sie kein wichtiges Anleger-Thema!

    Für Beiträge auf diesem journalistischen Channel ist die Chefredaktion der wallstreetONLINE Redaktion verantwortlich.

    Die Fachjournalisten der wallstreetONLINE Redaktion berichten hier mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerredaktionen exklusiv, fundiert, ausgewogen sowie unabhängig für den Anleger.

    Die Zentralredaktion recherchiert intensiv, um Anlegern der Kategorie Selbstentscheider relevante Informationen für ihre Anlageentscheidungen liefern zu können.

    NEU: Podcast "Börse, Baby!"

    Mehr anzeigen

    NEU: Podcast "Börse, Baby!"


    Verfasst vonRedakteurMax Gross
    wallstreetONLINE bei Google bevorzugen.Sie erhalten mehr Inhalte von uns in Ihren Suchergebnissen
    Eskalation an der Tankstelle Kostet Diesel bald 3 Euro? Warum dieses Horror-Szenario wahr werden könnte! Der Preis für börsengehandeltes Diesel nähert sich den bisherigen Jahreshochs. Geht es darüber, könnte der Kraftstoff an der Tankstelle bald 3 Euro kosten.

    Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
    Profitieren Sie von unserem Alleinstellungsmerkmal als den zentralen verlagsunabhängigen Wissens-Hub für einen aktuellen und fundierten Zugang in die Börsen- und Wirtschaftswelt, um strategische Entscheidungen zu treffen.
    • ✅ Größte Finanz-Community Deutschlands
    • ✅ über 550.000 registrierte Nutzer
    • ✅ rund 2.000 Beiträge pro Tag
    • ✅ verlagsunabhängige Partner ARIVA, FinanzNachrichten und BörsenNews
    • ✅ Jederzeit einfach handeln beim SMARTBROKER+
    • ✅ mehr als 25 Jahre Marktpräsenz
    Aktien von A - Z: # A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
    wallstreetONLINE bei X wallstreetONLINE bei Instagram wallstreetONLINE bei Facebook wallstreetONLINE bei Youtube wallstreetONLINE bei LinkedIn
    Unsere Apps: Apple App Store Icon Google Play Store Icon
    Wenn Sie Kursdaten, Widgets oder andere Finanzinformationen benötigen, hilft Ihnen ARIVA gerne. 

    Unsere User schätzen wallstreet-online.de: 4.8 von 5 Sternen ermittelt aus 285 Bewertungen bei www.kagels-trading.de
    Zeitverzögerung der Kursdaten: Deutsche Börsen +15 Min. NASDAQ +15 Min. NYSE +20 Min. AMEX +20 Min. Dow Jones +15 Min. Alle Angaben ohne Gewähr.
    Copyright © 1998-2026 Smartbroker Holding AG - Alle Rechte vorbehalten.
    Mit Unterstützung von: Ariva Smartbroker+
    Daten & Kurse von: TTMzero