Der nächste Belastungstest
Öl Richtung 120 Dollar? Diese Gefahr trifft den DAX
Der DAX schlägt sich wacker. Doch steigende Ölpreise, neue Zinsängste und ein stärkerer Yen erhöhen den Druck. Goldman Sachs warnt sogar vor Ölpreisen bis 120 US-Dollar.
- DAX bleibt stabil, Ölpreise erhöhen den Druck
- US-Inflation prägt die Fed-Zinserwartungen
- Yen gewinnt, Ölpreise steigen bis auf 120 Dollar
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Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich zunächst wenig Bewegung ab. Der Broker IG taxiert den Deutschen Aktienindex vor dem Xetra-Start 0,1 Prozent höher auf 26.029 Punkte. Damit hält sich der Leitindex knapp über 26.000 Punkten. Vom Rekord bei 26.618 Punkten bleibt er aber deutlich entfernt. Am Montag hatte der Deutsche Aktienindex 0,15 Prozent auf 26.006 Punkte verloren. Zeitweise war er bereits klar unter die Marke von 26.000 Punkten gerutscht.
Thomas Altmann von QC Partners misst dem Handel vom Montag allerdings wenig Bedeutung bei. Wegen des Feiertags in den Vereinigten Staaten sei das Handelsvolumen extrem niedrig gewesen. Noch weniger Aktien des Deutschen Aktienindex seien zuletzt nur am Pfingstmontag umgesetzt worden. Mit der Rückkehr der Wall Street dürfte die Aktivität nun wieder deutlich steigen.
Asien: Anleger warten auf die US-Inflation
Die asiatischen Börsen zeigen sich überwiegend freundlich. Der südkoreanische Kospi gewinnt 2,1 Prozent, der japanische Nikkei legt 0,2 Prozent zu und der Shanghai Composite steigt um 0,4 Prozent. In Hongkong verliert der Hang Seng dagegen 0,3 Prozent.
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Im Mittelpunkt stehen bereits die US-amerikanischen Verbraucherpreise am Freitag. Laut Konsens sollen die Preise im August zum Vormonat um 0,4 Prozent steigen. Ohne Lebensmittel und Energie wird ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Devarsh Vakil von HDFC Securities zufolge verfolgen Anleger die Konjunkturdaten besonders genau. Entscheidend sei, wie die Federal Reserve die Stärke des Arbeitsmarktes und die Inflationsentwicklung vor ihrer nächsten Sitzung bewertet.
Anleihen und Zinsen: Fed-Entscheidung bleibt offen
Die Rendite 10-jähriger amerikanischer Staatsanleihen steigt um 0,6 Basispunkte auf 4,788 Prozent. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group liegt die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September bei rund 60 Prozent.
Auch in Europa bleiben die Zinsen im Fokus. Die Märkte rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank am Donnerstag ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent erhöht.
Für die Federal Reserve ist die Lage weniger eindeutig. Nach dem überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag sehen Händler die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September bei rund 57 Prozent.
Devisen: Yen setzt Rallye fort
Der Yen gewinnt gegenüber dem US-Dollar weiter an Stärke. Anleger rechnen mit schnelleren Zinserhöhungen der Bank of Japan und möglichen Kapitalzuflüssen in japanische Vermögenswerte.
Die Erwartungen hatten zuletzt zugenommen, nachdem Notenbanker Hajime Takata einen flexibleren Kurs bei der geldpolitischen Straffung gefordert hatte. Das Inflationsziel von zwei Prozent sei nahezu erreicht, während das Risiko einer Überhitzung steige.
Der US-Dollar verliert 0,5 Prozent auf 153,53 Yen. Zuvor fiel er laut LSEG zeitweise auf 152,87 Yen und damit auf den niedrigsten Stand seit dem 17. Februar. Der Yen notiert inzwischen stärker als nach der gemeinsamen Intervention Japans und der Vereinigten Staaten im Juli.
Capital Economics sieht angesichts des zunehmenden Lohnwachstums immer stärkere Argumente für ein höheres Tempo bei den Zinserhöhungen der Bank of Japan.
Öl: Neue Angriffe treiben die Preise
Die Ölpreise ziehen erneut an. Westpac verweist auf die gegenseitigen Angriffe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran, die den Markt weiter unter Druck setzen.
Zusätzlich sorgen neue Angriffe der pro-iranischen Huthi-Miliz in Saudi-Arabien für Nervosität. Nach Angaben der Gruppe wurden unter anderem der Flughafen Abha sowie Anlagen von Saudi Aramco in Abha und Dschisan getroffen.
Öl-Futures mit Fälligkeit im kommenden Monat steigen laut ICE um 0,7 Prozent auf 97,69 US-Dollar je Barrel.
Andreas Lipkow von CMC Markets warnt vor Folgen für die deutsche Wirtschaft. Höhere Ölpreise belasteten besonders Industrieunternehmen und könnten zugleich den Konsum in Europa schwächen.
Goldman Sachs hat seine Ölpreisprognose indessen angehoben. Für das Jahr 2027 hält die Investmentbank bis zu 120 US-Dollar je Barrel für möglich, falls sich die Lage im Nahen Osten nicht entspannt.
Gold und Krypto: Edelmetall legt zu
Gold profitiert von der Unsicherheit an den Märkten. Der Preis steigt um 0,5 Prozent auf 4.428,23 US-Dollar je Feinunze.
Auch Kryptowährungen legen leicht zu. Bitcoin gewinnt 0,1 Prozent auf 79.333 US-Dollar. Ether steigt um 0,2 Prozent auf 2.498 US-Dollar.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

