Hält die 1.000-Euro-Marke?

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    Rheinmetall-Aktie: Das sieht schon wieder ziemlich übel aus!

    Rüstungsaktien stehen einmal mehr auf der Abschussliste von Anlegerinnen und Anleger. Vor allem Rheinmetall gibt jetzt ein technisch schwaches Bild ab.

    Für Sie zusammengefasst
    Hält die 1.000-Euro-Marke? - Rheinmetall-Aktie: Das sieht schon wieder ziemlich übel aus!

    Rüstungsaktien stehen auf der Abschussliste

    Ungeachtet der anhaltenden geopolitischen Spannungen, insbesondere der Kriege im Iran und in der Ukraine, sind die Anteile von Rüstungskonzernen zuletzt deutlich unter Druck geraten. Nicht nur das deutsche Rüstungstrio Hensoldt, Renk und Rheinmetall, sondern auch US-Verteidigungsunternehmen wie Lockheed Martin und Northrop Grumman hatten in den vergangenen Wochen mit fortgesetzten Kursverlusten zu kämpfen.

    Einerseits schränken die stetig steigenden Anleiherenditen die finanziellen Möglichkeiten vor allem hochverschuldeter Staaten wie den USA für weitere Ausgaben ein. Andererseits preist der Markt möglicherweise bereits einen Erfolg der Demokraten bei den Anfang November anstehenden Midterm-Wahlen ein. Mit Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus könnte die demokratische Partei die Trump-Regierung zu mehr fiskalpolitischer Verantwortung und Ausgabenkürzungen bei den zuletzt stark gestiegenen Rüstungsausgaben zwingen.

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    Rheinmetall: Die Sorgen wachsen – jetzt auch wieder charttechnisch

    Im Fall des deutschen Rüstungsprimus Rheinmetall besteht außerdem die Sorge, dass das Unternehmen Rüstungsgüter am tatsächlichen Bedarf vorbei produziert. Die Konflikte der vergangenen Jahre haben ein stark verändertes Gefechtsfeld gezeigt, vor allem die Bedeutung unbemannter Drohnen und Fahrzeugen kann kaum überschätzt werden – die Düsseldorfer stellen bislang aber vor allem konventionelle Technologie her.

    Gegenüber dem Stand vor einem Monat haben die Anteile inzwischen mehr als 10 Prozent verloren, verglichen mit dem Jahresauftakt stehen sogar Verluste von einem Drittel zu Buche. Das ist auch am Chartbild der Aktie nicht spurlos vorüber gegangen, das sich zuletzt wieder deutlich eingetrübt hat.

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    Zeitweise -50 Prozent und noch immer kein Ende in Sicht

    Bereits seit einer Top-Bildung im Bereich von 1.950 und 2.000 Euro handelt die Rheinmetall-Aktie in einem hartnäckigen Abwärtstrend, der auf dem Höhepunkt der Konsolidierung Ende Juni sogar eine Halbierung der Anteile nach sich gezogen hat. Die seit fast einem Jahr anhaltende Korrektur spiegelt einerseits enttäuschte Wachstumserwartungen und andererseits einen zuvor sowohl technisch als auch fundamental heiß gelaufenen Trend wider.

    In diesem Jahr handelte Rheinmetall überwiegend in einem Abwärtstrend mit einer Breite von etwa 250 Euro. Dieser führte zum Unterschreiten der gleitenden Durchschnitte und dem tiefsten Stand seit April 2025, was eine ganze Reihe von Verkaufssignalen bedeutet hat.

    Im Bereich von 950 bis 1.000 Euro konnte die Aktie zwar einen Boden finden, der im Juli zu einer spürbaren Zwischenerholung führte. Doch diese ist genau im Bereich um 1.250 Euro gescheitert, sodass dessen Charakter als Widerstand gestärt wurde. Inzwischen ist Rheinmetall sogar wieder unter die 50-Tage-Linie gefallen, was ein neues Verkaufssignal bedeutet. Von der 1.000-Euro-Marke wiederum sind die Düsseldorfer am Dienstag nur rund zwei Prozent entfernt.

    Erholungsversuch gescheitert, weitere Verluste drohen

    Zwar besteht die Möglichkeit, dass Rheinmetall im Bereich von 950 bis 1.000 Euro erneut auf Kaufinteresse stößt und es hier zu einem Dreifachboden kommt. Mit Blick auf die technischen Indikatoren sind ein Unterschreiten dieses Unterstützungsbereichs und damit neue Tiefs jedoch das wahrscheinlichere Szenario.

    Sowohl der Relative-Stärke-Index (RSI) als auch der Trendstärkeindikator MACD haben den jüngsten Abwärtstrend der Aktie mit eigenen Abwärtstrends begleitet, was auf die Nachhaltigkeit der aktuellen Trendbewegung hindeutet. Dabei zeigt der RSI ausgeprägte technische Schwäche an, ohne dass er bereits so stark überverkauft wäre, als dass eine Gegenbewegung zwingend wäre. Gleichzeitig ist der MACD sowohl unter seine Null- als auch seine Signallinie gefallen, was einen an Fahrt gewinnenden Abwärtstrend anzeigt. Die Lage ist also ernst.

    600 Euro? Im Extremfall ist sogar das jetzt möglich!

    Sollte Rheinmetall auf neue 52-Wochen-Tiefs fallen und somit ein weiteres Verkaufssignal aktivieren, ist die nächste Unterstützung im Bereich von 750 Euro zu finden. Eine weitere Auffangzone liegt um 600 Euro. Dieses Extremszenario könnte sich vor allem dann einstellen, wenn sich die geopolitische Gesamtlage überraschend entspannen sollte. Vor dem Hintergrund steigender Refinanzierungskosten von Staaten dürfte an Verteidigungsbudgets zuerst gespart werden.

    Zur Oberseite sind die Aussichten aktuell mau. Mit einer Rückeroberung der 50-Tage-Linie dürfte ein neuer Angriff auf den Bereich um 1.250 Euro erfolgen, allerdings warten darüber mit der 200-Tage-Linie sowie der Zone zwischen 1.450 und 1.500 Euro weitere, hartnäckige Widerstände. Eine Wette auf einen Anstieg ist gegenwärtig aber nicht empfehlenswert, da noch nicht einmal bullishe Divergenzen zu beobachten sind, die für eine zeitnahe Trendwende sprechen könnten.

    Fazit: Bewertung unter Vorbehalt, Risiken überwiegen

    Die Rheinmetall-Aktie befindet sich einmal mehr in diesem Jahr in einer charttechnisch äußerst schwierigen Ausgangslage. Der im Juni gestartete Erholungsversuch ist im Bereich von 1.200 bis 1.250 Euro gescheitert, jetzt rückt wieder die Unterstützung zwischen 950 und 1.000 Euro ins Visier der Verkäuferinnen und Verkäufer. Wird dieser unterschritten, was angesichts der aktuell schwachen technischen Indikatoren wahrscheinlich ist, könnte erhebliches Abwärtspotenzial aktiviert werden.

    Mit Blick auf die Unternehmensbewertung gibt es Licht und Schatten. Für 2026 steht ein KGVe von fast 30 zu Buche. Das ist im internationalen Vergleich deutlich zu hoch, gerade Northrop Grumman und Lockheed Martin, die nicht minder schnell wachsen, notieren zu Gewinnvielfachen unter 20. Ein solches KGV liegt für Rheinmetall erst ab dem Geschäftsjahr 2027 vor. Hierfür muss den Düsseldorfern aber eine deutliche Leistungssteigerung gelingen. Ist das nicht der Fall, besteht nicht nur technisch, sondern auch fundamental weiteres Abwärtspotenzial.

    Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

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    Die Rheinmetall Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,14 % und einem Kurs von 1.023EUR auf Tradegate (08. September 2026, 11:58 Uhr) gehandelt.



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