50%-Rallye erstmal vorbei?
Morgan Stanley stuft Infineon ab: Das steckt hinter dem Kursrutsch
Die Infineon-Aktie verliert am Dienstag rund 3 Prozent, binnen eines Monats sind es schon 7 Prozent. Auslöser ist eine frische Abstufung durch Morgan Stanley.
- Infineon verliert nach Morgan-Stanley-Abstufung
- Kursziel sinkt auf 65 Euro, Anleger verkaufen
- Analysten warnen vor Spitzen bei Speicherchips
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Die Infineon-Aktie steht am Dienstag deutlich unter Druck. Der Kurs verliert im frühen Handel bis zu 3 Prozent, binnen eines Monats sind es bereits gut 7 Prozent. Seit Jahresbeginn bleibt zwar noch ein Plus von über 50 Prozent übrig, doch für den aktuellen Rücksetzer gibt es einen klaren Auslöser: eine frische Abstufung durch Morgan Stanley.
Die Analysten Lee Simpson und Nigel van Putten stufen Infineon von Übergewichten auf Gleichgewichten zurück und senken das Kursziel auf 65 Euro. Die Marke liegt zwar weiterhin über dem aktuellen Xetra-Niveau, größere Kursrisiken signalisieren die Experten also nicht. Trotzdem reagieren Anleger am Dienstag mit Verkäufen.
Hintergrund ist eine generelle Mahnung zur Selektivität in der Halbleiterbranche. Zwar bleiben die Analysten wegen der KI-Nachfrage und einer breiter werdenden zyklischen Erholung grundsätzlich zuversichtlich. Der Markt für Arbeitsspeicher nähere sich aber einem Höhepunkt, die Bewertungsdiskrepanz in der Branche vergrößere sich zunehmend.
Nur im September: Depot eröffnen, 5 Trades ausführen, Depot übertragen – oder beides kombinieren.→ Jetzt teilnehmen
Ganz anders fiel das Urteil zur US-Aktie Synopsys aus, die frisch auf Übergewichten hochgestuft wurde. Das Unternehmen ist auf Designautomatisierung für Kunden wie Nvidia spezialisiert und gilt als besonders aussichtsreich. Für die Niederländer ASML und BE Semiconductor bleiben die Analysten ebenfalls optimistisch, kappten aber vorsorglich ihre Kursziele.
Ganz anders sehen die Analysten der Bank of America die Aktie des deutschen Halbleiterriesen. Ende August hatte die US-Großbank ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 108 Euro bekräftigt und dabei auf die Übernahme von C2i Semiconductors verwiesen, einem Spezialisten für softwaregesteuerte Stromversorgung für KI-Rechenzentren.
Der Deal sollte Infineons Position im Markt für analoge Leistungshalbleiter stärken, der bis 2030 auf rund 16 Milliarden US-Dollar wachsen soll. Wie unterschiedlich die Einschätzungen zur Aktie derzeit ausfallen, zeigt der Kursrutsch vom Dienstag sehr deutlich.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
