Kultmarke auf dem Prüfstand
VW will Tafelsilber verscherbeln: Jetzt wackelt Piëchs Kultmarke auf zwei Rädern
Volkswagen erwägt offenbar den Verkauf von Ducati. Die Marke könnte rund 1,25 Milliarden Euro wert sein. Für die Eigentümerfamilie hätte eine Trennung eine besondere Bedeutung.
Volkswagen schaut sich die Konzerntochter Ducati genau an. Wie Audi-Chef Gernot Döllner mitteilte, gehört der Motorradhersteller zu den 600 von insgesamt 2.000 Konzernunternehmen, die derzeit überprüft werden. Laut dem US-Nachrichtensender Bloomberg wird auch ein Verkauf erwogen. Entschieden ist jedoch noch nichts.
In der vergangenen Woche billigte der Aufsichtsrat einen Umbau, durch den das Portfolio aus Unternehmen und Beteiligungen um rund ein Drittel verkleinert werden soll. Europas größter Autobauer will dadurch wettbewerbsfähiger werden.
Michael Dean, Analyst bei Bloomberg Intelligence, schätzt Ducatis möglichen Wert anhand vergleichbarer Unternehmen auf rund 1,25 Milliarden Euro.
Eine Trennung hätte für die Eigentümerfamilie Porsche-Piëch eine besondere Symbolkraft: Ferdinand Piëch trieb den Kauf von Duccati durch Audi im Jahr 2012 persönlich voran und saß später im Ducati-Verwaltungsrat. Ein Verkaufsversuch wurde 2017 angesichts des Widerstands deutscher Arbeitnehmervertreter aufgegeben.
Sportlich glänzt Ducati mit sechs MotoGP-Konstrukteurstiteln in Folge seit 2020. Die Marke verkauft jährlich rund 50.000 Motorräder und erzielte 2025 bei einem Umsatz von 925 Millionen Euro einen operativen Gewinn von 52 Millionen Euro.
Ihre übliche operative Marge liegt allerdings unter den neun Prozent, die VW-Chef Oliver Blume bis 2030 für den Gesamtkonzern anstrebt. Ob Ducati dann noch dazugehört, bleibt offen.
Am Dienstagvormittag notiert die Volkswagen-Vorzugsaktie an der Börse Frankfurt rund 0,7 Prozent im Plus. Ein Anteilschein kostet derzeit 82,00 Euro (Stand: 10:06 Uhr MESZ).
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

