37% Weltmarktanteil
Diese China-Prognose wird für Europas Autos brisant – einen Lichtblick gibt es
Chinesische Autobauer könnten schon bald ein Fünftel des europäischen Marktes kontrollieren. Die UBS sieht BMW und Mercedes unter Druck, setzt aber bei drei anderen Autoaktien auf Chancen.
- China-Autobauer erreichen bis 2030 Europas 20 Prozent
- BMW und Mercedes geraten durch China unter Druck
- UBS favorisiert BYD, Geely, Porsche, GM und Ford
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Die UBS sieht klassische Massenhersteller aus Europa und Asien unter anhaltendem Ergebnisdruck. Der wachsende Konkurrenzdruck aus China spiegelt sich bei deutschen Herstellern bereits in den Kursen wider.
Besonders deutlich zeigt sich das bei BMW. Die Aktie liegt mehr als 30 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 92,58 Euro. Der schwache China-Absatz gilt als einer der zentralen Belastungsfaktoren. Auch Mercedes-Benz hat an der Börse noch einiges aufzuholen. Die Aktie notiert gut 17 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die UBS bewertet sowohl BMW als auch Mercedes-Benz mit "Neutral" und warnt davor, dass chinesische Hersteller künftig auch außerhalb ihres Heimatmarktes stärker in das Premiumsegment drängen könnten.
Der Grund ist der schnelle Vormarsch chinesischer Autobauer. Die Analysten erwarten, dass ihr Marktanteil in Europa bis 2030 auf 20 Prozent steigt. Weltweit könnten chinesische Hersteller dann 37 Prozent erreichen. Grundlage ist unter anderem die zehnte Kundenumfrage des UBS Evidence Lab mit 12.000 Teilnehmern. Demnach würden 36 Prozent der europäischen Verbraucher den Kauf eines Elektroautos einer chinesischen Marke in Betracht ziehen. In Lateinamerika liegt der Anteil sogar bei 54 Prozent.
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Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung in Europa. Dort ist das Interesse an chinesischen Marken inzwischen größer als an japanischen und koreanischen Herstellern. Auch Kunden mit höheren Einkommen zeigen laut der UBS keine geringere Kaufbereitschaft. Damit könnten chinesische Anbieter zunehmend auch das Premiumsegment angreifen.
Gleichzeitig erwartet UBS einen anhaltenden Preisdruck. Handelsbarrieren in Europa könnten die Margenerosion verlangsamen, den Vormarsch chinesischer Hersteller aber kaum stoppen. Besonders traditionelle Massenhersteller aus Europa, Japan und Korea sowie deren Zulieferer dürften deshalb unter Druck bleiben.
Unter den chinesischen Herstellern sieht die Schweizer Investmentbank nur wenige Unternehmen, die profitabel wachsen können. Dazu zählen BYD und Geely.
Deutlich positiver beurteilen die Analysten den US-Markt. General Motors und Ford erhalten eine Kaufempfehlung. Dort verlaufe der Übergang zur Elektromobilität langsamer, während chinesische Wettbewerber faktisch ausgeschlossen seien.
Unter den europäischen Herstellern hebt die UBS Porsche hervor. Die Aktie erhält ebenfalls eine Kaufempfehlung und gilt für die Analysten als Turnaround-Story. Porsche sei wegen der geringeren Überschneidung mit chinesischen Massenherstellern besser positioniert.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
