Märkte vor der Wende
Die Fed macht Ernst – und die UBS sieht darin eine Chance
Die US-Notenbank könnte im September die Zinsen erhöhen. Die UBS sieht darin trotzdem Chancen – vor allem bei Aktien, längeren Anleihen und Gold.
- Fed erwägt Zinserhöhung im September nach US-Daten
- UBS bevorzugt Aktien und sieht Chancen bei Anleihen
- Gold bleibt Absicherung trotz Gegenwind durch Zinsen
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Die US-Notenbank könnte bereits im September die Zinsen anheben. Nach überraschend starken Arbeitsmarktdaten rechnen Händler inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent mit einem Zinsschritt um 0,25 Prozentpunkte. Für Anleger könnte das laut der UBS trotzdem Chancen eröffnen.
Starke US-Wirtschaft verändert Fed-Kurs
Im August entstanden in den USA 162.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Damit lag der Wert deutlich über den Erwartungen von 55.000. Gleichzeitig verharrte die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent.
Für die UBS kommt es nun entscheidend darauf an, warum die Federal Reserve die Zinsen anhebt. Eine Reaktion auf eine robuste Wirtschaft wäre deutlich weniger problematisch als ein Zinsschritt wegen hartnäckiger Inflation bei gleichzeitig schwachem Wachstum.
"Eine Fed, die auf die wirtschaftliche Stärke der USA reagiert, unterscheidet sich erheblich von einer Fed, die auf Inflationsprobleme reagiert", schreiben die Strategen um Mark Haefele, Chief Investment Officer Global Wealth Management bei der UBS Switzerland. Für Anleger sei diese Unterscheidung wichtiger als die nächste Sitzung selbst.
Aktien bleiben Favorit
Die UBS bleibt trotz möglicher kurzfristiger Turbulenzen optimistisch für globale Aktien. Höhere Renditen könnten zwar zinssensitive Titel belasten. Mittel- bis langfristig sieht die Bank jedoch stärkere Wachstumstreiber.
Dazu zählen vor allem Investitionen in künstliche Intelligenz, eine robuste Konjunktur und steigende Unternehmensgewinne. UBS bevorzugt deshalb weiterhin Aktien aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Energie und Rohstoffe sowie Gesundheit und Langlebigkeit.
Anleihen bieten neue Chancen
Bei kurz- und mittelfristigen Staatsanleihen wird die UBS vorsichtiger. Steigende Marktzinsen könnten dort die Kurse belasten. "Wir würden Anlegern nicht mehr empfehlen, sich Renditen bei Anleihen mit kurzer bis mittlerer Laufzeit als Alternative zu Bargeld zu sichern", heißt es.
Interessanter wird laut der UBS dagegen der mittlere bis lange Teil der Zinskurve. Die zuletzt gestiegenen Renditen könnten dort wieder attraktive Erträge und eine bessere Diversifikation ermöglichen.
→ Aktion entdecken
Dollar und Gold mit unterschiedlichen Aussichten
Eine straffere Geldpolitik dürfte zunächst den US-Dollar stützen. Steigende Zinsen und eine robuste US-Wirtschaft könnten Kapital in die USA lenken. Bei einer inflationsgetriebenen Zinserhöhung wäre der Ausblick dagegen weniger eindeutig.
Beim Gold sieht die UBS kurzfristig Gegenwind. Höhere Realzinsen und ein stärkerer Dollar erschweren weitere Kursgewinne. Gleichzeitig könnten geopolitische Risiken, Inflation und Zweifel an der Finanz- und Geldpolitik die Nachfrage nach Gold als sicheren Hafen stützen.
"Derzeit betrachten wir Gold eher als Absicherung und Diversifizierungsinstrument für das Portfolio denn als taktischen Ausdruck der nächsten Entscheidung der Fed", erklären die UBS-Strategen.
Auch Rohstoffe bleiben für die Bank langfristig interessant. Elektrifizierung, steigender Strombedarf, Investitionen in künstliche Intelligenz und ein begrenztes Angebot könnten die Anlageklasse strukturell unterstützen.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

