50 % mehr Gold
So investieren die Superreichen: Aktien, Immobilien, alternative Investments
Aktien bleiben wichtig, doch die Vermögendsten sind deutlich breiter aufgestellt. Vor allem Gold und alternative Anlagen gewinnen an Bedeutung, sagen Top-Vermögensverwalter.
- Vermögende setzen neben Aktien stärker auf Gold
- Alternative Anlagen gewinnen bei großem Vermögen
- Family Offices diversifizieren Portfolios breiter
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Wer wissen will, wie die wirklich Reichen ihr Vermögen anlegen, sollte nicht nur auf ihre Aktienkäufe schauen. Zwar bleiben Aktien und Anleihen wichtige Bausteine in den Portfolios, doch je größer das Vermögen wird, desto selbstverständlicher gehören auch Anlagen in Gold, Immobilien und außerhalb der Börse zum Portfolio dazu, zeigen Untersuchungen von UBS und Goldman Sachs
Besonders auffällig ist derzeit Gold. Während 2025 im Durchschnitt 2 Prozent der Portfolios auf Gold entfielen, wollen Family Offices diesen Anteil 2026 auf 3 Prozent erhöhen, wie aus dem aktuellen „Global Family Office Report 2026“ der UBS hervorgeht. Die Schweizer Großbank hat dafür 307 Family Offices aus mehr als 30 Märkten befragt, wobei das durchschnittliche Nettovermögen der dahinterstehenden Familien bei gewaltigen 2,7 Milliarden US-Dollar liegt. Ihre Portfolios geben damit einen seltenen Einblick darin, wie Milliardärsfamilien ihr Kapital aufstellen.
Ein Prozentpunkt klingt zunächst nach wenig, relativ betrachtet entspricht das jedoch einer Erhöhung der Goldquote um 50 Prozent. Keine andere große klassische Anlageklasse zeigt in der UBS-Übersicht einen vergleichbaren relativen Sprung. Dabei geht es offenbar weniger um eine Wette auf kurzfristig steigende Goldpreise als vielmehr um die Rolle des Edelmetalls im Gesamtportfolio. In einem Umfeld anhaltender geopolitischer Spannungen, wachsender Staatsschulden und struktureller wirtschaftlicher Unsicherheit wollen viele Family Offices ihre Portfolios widerstandsfähiger aufstellen und Risiken stärker über Regionen, Währungen und Anlageklassen verteilen.
Noch deutlicher wird der Unterschied zum klassischen Privatanleger in einer Untersuchung von Goldman Sachs Asset Management. Befragt wurden 1.000 US-Amerikaner mit mindestens einer Million US-Dollar investierbarem Vermögen. Von den Anlegern mit 1 bis 5 Millionen US-Dollar besitzen 39 Prozent alternative Investments. Zwischen 5 und 10 Millionen US-Dollar steigt der Anteil bereits auf 63 Prozent, oberhalb von 10 Millionen auf 80 Prozent. Bei Vermögen von mehr als 20 Millionen Dollar sind es sogar 91 Prozent.

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Zu dieser Art von Investments zählen unter anderem private Immobilien, Private Equity, Growth Equity, Private Credit, Venture Capital und Hedgefonds. Private Immobilien sind laut Goldman unter den Nutzern besonders verbreitet; mit wachsendem Vermögen kommen verstärkt Private Equity und andere nicht börsennotierte Anlagen hinzu.
Für normale Privatanleger ist dieser Teil allerdings nur begrenzt übertragbar. Private Equity und Private Credit sind häufig weniger liquide, komplexer und teilweise nur über Fonds mit hohen Mindestanlagen oder speziellen Zugangsbedingungen erreichbar. Die Superreichen können ihr Geld zudem über wesentlich längere Zeiträume binden und Risiken über sehr viel mehr Einzelanlagen verteilen. Privatanleger können diese Portfolios deswegen nur sehr begrenzt kopieren.
Insgesamt fallen einige Unterschiede zwischen Superreichen und Privatanlegern sofort auf: Während letzteren häufig eine Anlagestrategie mit 60 Prozent Aktienanteil im Portfolio und 40 Prozent Anleihen empfohlen wird, haben die UBS-Family-Offices durchschnittlich lediglich 27 Prozent ihres Vermögens in Aktien entwickelter Märkte investiert und weitere 6 Prozent in Schwellenländer. Der Anteil der Anleihen besteht zu 14 Prozent Fixed Income aus Industrieländern und 3 Prozent aus Schwellenländern. Die Cashquote wollen die Wohlhabenden in diesem Jahr von neun auf acht Prozent senken. Sie ergänzen ihre klassischen Investments um Anlageformen, deren Erträge und Risiken anderen Faktoren folgen.
Bemerkenswert ist, dass die Portfolios der Milliardärsfamilien keineswegs besonders defensiv sind. Nur 17 Prozent stecken in Anleihen und anderen festverzinslichen Anlagen, während allein Aktien und Private Equity zusammen fast die Hälfte des Vermögens ausmachen. Gold bleibt mit drei Prozent klein – soll aber offenbar gerade als Gegengewicht zu diesen Risiken an Bedeutung gewinnen.
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Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion
Gold wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,32 % und einem Kurs von 4.392USD auf Lang & Schwarz (08. September 2026, 16:50 Uhr) gehandelt.

