Nvidia und Micron im Blick
Halbleiterumsätze fallen – doch ist der Chip-Boom wirklich in Gefahr?
Die Halbleiterumsätze brachen im Juli ein, belastet von schwächeren Speicherverkäufen. UBS sieht den Chip-Boom dennoch bis mindestens 2028 anhalten.
- Halbleiterumsätze sinken im Juli um 9,8 Prozent
- Speicherumsätze fallen, während Chippreise steigen
- UBS erwartet den Halbleiterboom bis mindestens 2028
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Nach dem Rekordhoch im Juni hat die Halbleiterindustrie im Juli einen deutlichen Rücksetzer verzeichnet. Nach Berechnungen der UBS auf Basis von Daten der Semiconductor Industry Association sanken die globalen Chipumsätze gegenüber dem Vormonat um 9,8 Prozent.
Hauptverantwortlich war das Speichersegment. Die Umsätze mit Speicherchips brachen gegenüber Juni um 16,3 Prozent ein. Trotz des Rückgangs sieht UBS keinen grundlegenden Bruch des Halbleiterbooms.
Preise steigen trotz schwächerer Auslieferungen
Der Umsatzrückgang im Speichermarkt war nach Einschätzung der Analysten vor allem auf niedrigere Auslieferungsmengen zurückzuführen. Die Preise bewegten sich dagegen kräftig nach oben.
Die durchschnittlichen Verkaufspreise für DRAM stiegen im Monatsvergleich um 8,3 Prozent, während NAND-Chips 9,8 Prozent teurer wurden. UBS rechnet mit einer weiteren Verschärfung dieser Entwicklung.
Für das dritte Quartal erwartet die Bank gegenüber dem Vorquartal einen Anstieg der DDR-Preise um 22 Prozent. Die NAND-Vertragspreise sollen gleichzeitig um 20 Prozent zulegen.
Logikchips erreichen neuen Rekord
Auch abseits des Speichermarktes liefern die Daten Argumente gegen ein schnelles Ende des Halbleiterzyklus. Die Umsätze mit Logikchips stiegen im Juli um 2,2 Prozent und erreichten mit 37 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekordwert. Die Analogumsätze legten gleichzeitig um 3,4 Prozent zu.
UBS setzt auf Nvidia und Micron
Bei US-Halbleiteraktien gehören Micron und Nvidia weiterhin zu den Favoriten der UBS. International zählt die Bank unter anderem ASE Technology, Hon Hai Precision Industry, NXP Semiconductors, Infineon Technologies, MediaTek, Quanta Computer, Samsung Electronics, SK Hynix und TSMC zu ihren bevorzugten Titeln.
An der Börse mussten die beiden US-Favoriten zuletzt allerdings Verluste hinnehmen. Die Micron-Aktie schloss 1,61 Prozent tiefer bei 1.000 US-Dollar. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Kursgewinn von mehr als 250 Prozent zu Buche. Nvidia verlor zuletzt 2 Prozent auf 225 US-Dollar, liegt seit Jahresbeginn aber weiterhin 21 Prozent im Plus.
UBS erwartet Halbleiterboom bis mindestens 2028
Besonders optimistisch fällt der längerfristige Ausblick aus. UBS erwartet, dass der weltweite Halbleiterumsatz 2026 rund 1,63 Billionen US-Dollar erreichen wird. Das entspräche einem Anstieg von 118 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Aufwärtszyklus soll laut der UBS mindestens bis 2028 anhalten.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

