Rechenzentren in Europa
Google investiert weitere 15 Milliarden US-Dollar in KI
Alphabet plant die größte Einzelinvestition seiner Geschichte in Europa. Bis 2028 sollen über 15 Milliarden US-Dollar in Finnlands KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur fließen.
- Alphabet investiert 15,1 Milliarden in Finnland
- Drei neue Rechenzentren ergänzen Googles Standort
- Kühle Temperaturen senken Googles Kühlbedarf
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Google will Finnland zu einem seiner wichtigsten europäischen Standorte für künstliche Intelligenz machen. Der Alphabet-Konzern kündigte am Mittwoch Investitionen von mindestens 15,1 Milliarden US-Dollar bis 2028 an.
Es handelt sich nach Unternehmensangaben um Googles bislang größte Einzelinvestition in Europa. Vorgesehen sind mindestens drei neue Rechenzentren in Kajaani, Muhos und Vaala. Gleichzeitig soll der bereits bestehende Standort in Hamina erweitert werden.
"Google ist stolz darauf, seine Wurzeln in Finnland mit der größten Einzelinvestition des Unternehmens in Europa zu vertiefen", erklärte Ruth Porat, President und Chief Investment Officer von Alphabet.
Finnland wird zum Hotspot für KI-Rechenzentren
Für den Standort spricht vor allem die Kombination aus verfügbarem Land, einem kalten Klima und dem Zugang zu CO2-armer Energie. Die niedrigen Temperaturen können zudem helfen, den Energiebedarf für die Kühlung der riesigen Rechenzentren zu reduzieren.
Google erwartet erhebliche wirtschaftliche Effekte. Während der Bauphase sollen die Projekte landesweit mehr als 37.000 Arbeitsplätze unterstützen. Nach der Inbetriebnahme könnten rund 7.000 Arbeitsplätze mit den Anlagen verbunden sein, einschließlich Stellen bei Zulieferern und lokalen Dienstleistern.
Finnland entwickelt sich damit zunehmend zu einem europäischen Hotspot für Rechenzentren. Mehrere Betreiber haben dort zuletzt milliardenschwere Großprojekte angekündigt. Pure DC plant einen 110-Megawatt-Rechenzentrumscampus, der langfristig auf mehr als 550 Megawatt ausgebaut werden könnte. Arcem arbeitet an einem Standort mit einer geplanten Kapazität von bis zu 500 Megawatt. Auch Nebius setzt auf Finnland und kündigte im März den Bau einer der größten KI-Fabriken Europas an.
Google sichert sich Energie für Jahrzehnte
Für den steigenden Strombedarf seiner KI-Infrastruktur hat Google einen langfristigen Stromabnahmevertrag mit dem finnischen Energieversorger Fortum geschlossen. Die Vereinbarung ist an eine Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks Loviisa gekoppelt und soll von 2028 bis 2049 gelten. Google wird dabei von 2030 an rund 50 Prozent der Kapazität des aus zwei Reaktoren bestehenden Kraftwerks abnehmen.
Die Fortum Aktie notiert aktuell 13,62 Prozent im Plus bei 24,27 Euro (Stand: 12:15 Uhr MESZ).
Alphabet treibt KI-Investitionen hoch
Die Finnland-Investition ist Teil einer größeren KI-Offensive. Alphabet erhöhte im Juli seine Prognose für die Investitionsausgaben 2026 auf bis zu 205 Milliarden US-Dollar. Ein erheblicher Teil davon fließt in Rechenzentren, Server, Netzwerke und Energieinfrastruktur.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

