Neue Strafzölle
Diese US-Aktien trifft Kanadas Gegenschlag
Kanada verhängt Zölle von bis zu 50 Prozent auf US-Waren. Für manche US-Konzerne wächst damit das Risiko.
- Kanada erhebt neue Zölle von 15 bis 50 Prozent
- US-Firmen in Stahl, Industrie und Konsum belastet
- Kanada setzt auf neue Gespräche mit Washington
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Kanada verschärft den Handelskonflikt mit den Vereinigten Staaten und erhebt seit Dienstag neue Zölle von 15 bis 50 Prozent auf Hunderte US-amerikanische Produkte. Besonders im Fokus stehen Stahl-, Industrie-, Konsum- und Lebensmittelkonzerne.
Bei Stahl und Aluminium könnten Nucor, Steel Dynamics, Cleveland-Cliffs und Alcoa betroffen sein. Bei Industriemaschinen rücken Deere und Caterpillar in den Blick. Auch Whirlpool, Kraft Heinz, General Mills, Eaton und Honeywell gehören laut SeekingAlpha zu den Unternehmen, deren Kanada-Geschäft durch die neuen Zölle belastet werden könnte. Für General Motors und Ford bleibe der Handelskonflikt ebenfalls ein Risiko, da bereits Gegenzölle auf US-amerikanische Fahrzeuge bestehen.
Insgesamt betreffen die neuen Maßnahmen US-amerikanische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Kanada verdoppelt unter anderem die Zölle auf viele Stahlprodukte von 25 auf 50 Prozent. Auch Motorräder, Kosmetik, Käse und weitere Konsumgüter werden zusätzlich belastet.
Premierminister Mark Carney hofft, damit den Druck auf Washington zu erhöhen und die festgefahrenen Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Besonders treffen könnten die Maßnahmen Unternehmen aus Bundesstaaten wie Michigan und Ohio. Beide Regionen handeln intensiv mit Kanada. Gleichzeitig stehen dort im November umkämpfte Zwischenwahlen an.
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Der frühere kanadische Regierungsberater Brian Clow bezeichnete die Strategie gegenüber Bloomberg als gezielten Versuch, die wirtschaftlichen Kosten des Konflikts für US-amerikanische Unternehmen und Verbraucher spürbar zu machen. Kanada wolle keinen Handelskrieg, sondern Washington zurück an den Verhandlungstisch bringen.
Die Gespräche zwischen beiden Ländern waren im August überraschend gescheitert. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor sogar eine vorläufige Einigung verkündet. Danach beschuldigten sich beide Seiten gegenseitig, den Deal verhindert zu haben.
Die Vereinigten Staaten hatten bereits Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt. Washington droht zudem mit weiteren Maßnahmen. Im Raum stehen zusätzliche Zölle und mögliche Importverbote.
Carney wirft der US-Regierung dagegen "inakzeptable" Forderungen vor, die Kanadas Souveränität und wichtige Industrien gefährdeten. Gleichzeitig hält er die Tür für neue Gespräche offen. Ein Abkommen werde Kanada nur akzeptieren, wenn die heimische Automobil-, Stahl- und Aluminiumindustrie wettbewerbsfähig bleiben könne.
Der Konflikt birgt Risiken für Kanada selbst. Oxford Economics schätzt, dass die bisherigen US-amerikanischen Zölle, die kanadischen Gegenmaßnahmen und staatlichen Hilfen die Wirtschaftsleistung gegenüber der Basisprognose um etwa 0,3 Prozent drücken könnten. Eine weitere Eskalation ist dabei noch nicht berücksichtigt.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

