Kupfer jetzt besser als Gold
Kupferpreis-Prognose: Wie geht’s nach Rekordhoch und Preiseinbruch weiter?
Heftige Ausschläge gab es zuletzt beim Kupferpreis (COMEX) zu beobachten. Zunächst jagte das Industriemetall auf ein neues Rekordhoch, bevor es deutlich zurückkam. Wie geht es mit Kupfer weiter?
- Kupfer steigt auf Rekordhoch, fällt dann deutlich
- US-Zollängste treiben Kupferimporte und Preise
- Rücksetzer möglich, langfristig droht Kupferdefizit
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Gold und Silber staunen – Kupfer mit Rekordhoch und Preiseinbruch
Es brodelte bereits seit Tagen gewaltig im Kupferkessel. Der Kupferpreis verstärkte den Druck auf den zentralen Widerstandsbereich um 6,7 US-Dollar / lb und brach schließlich durch. Die Tür in Richtung 7,0 US-Dollar bzw. 7,5 US-Dollar öffnete sich. Das installierte Kaufsignal entfaltete seine Wirkung. Kupfer blies zur Rekordjagd. Darüber können Gold und Silber in der aktuellen Phase nur „staunen“. Die beeindruckende Stärke des Kupferpreises speziell an der COMEX hat natürlich Gründe.
Kupferpreis an der COMEX von der Angst getrieben
Die Sorge vor einer möglichen Ausweitung der US-Importzölle auf Kupfer treibt derzeit seltsame Blüten. In Erwartung dieser Zölle kaufen die Marktakteure enorme Mengen Kupfer auf und bringen es in die USA. Die Entwicklung der Lagerbestandsdaten gibt Aufschluss. Während die Kupferlagerbestände an der LME seit dem Frühjahr massiv zurückgingen, stiegen die Lagerbestände in den USA, insbesondere an der COMEX, deutlich an. Der Ausbruch des Kupferpreises auf ein neues Rekordhoch hat die Entwicklungen auf eine völlig neue Ebene gehoben.
Kupfer: Angebotsseite bleibt problematisch
In der letzten Kupfer-Kommentierung an dieser Stelle thematisierten wir die zurückgeschraubten Produktionsplanungen von Zijin Mining und Ivanhoe Mines dokumentieren. Beide Konzerne (jeweils etwa 40 Prozent) betreiben den gewaltigen Kamoa-Kakula-Komplex in der Demokratischen Republik Kongo.
Quasi zeitgleich vermeldete die staatliche Kupferkommission Chiles, dass sie für 2026 eine Kupferproduktion erwartet, die deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegt.
Einsetzende Gewinnmitnahmen belasten Kupferpreis
Die Rekordjagd des Kupferpreises nahm im Bereich von 6,9 US-Dollar zunächst ein abruptes Ende. Gewinnmitnahmen setzten ein und dem Industriemetall zu. Kupfer wurde auf den Preisbereich von 6,6 US-Dollar zurückgeworfen. Die Gewinnmitnahmen kamen zwar aus charttechnischer Sicht zur Unzeit, doch man sollte sie nicht überbewerten. Die anziehenden Ölpreise ließen die Renditen der US-Staatsanleihen wieder ansteigen. Das drückte auf die Kaufstimmung.
Fazit – So könnte es für Kupfer weitergehen
Trotz des abverkauften Ausbruchs hält Kupfer noch alle Trümpfe in der Hand, die Aufwärtsbewegung über die 7 US-Dollar in Richtung 8 US-Dollar fortzusetzen. Aus charttechnischer Sicht wäre es ideal, wenn etwaige Rücksetzer auf 6,4 US-Dollar begrenzt blieben. Kurzfristig muss jederzeit mit Turbulenzen gerechnet werden. Langfristig sollte sich ein ausgeprägtes Defizit durchsetzen.
Unsere letzten Kupfer-Kommentierungen an dieser Stelle endeten mit „[…] Kupfer gilt als das Zukunftsmetall. Von Energiewende bis KI-Boom – Kupfer findet breite Anwendung. Die immensen Summen, die die großen Tech-Konzerne wie Meta, Amazon, Nvidia in Rechenzentren pumpen wollen, lassen eine ansteigende Kupfernachfrage erwarten. Kurzfristig mag der Markt noch gut versorgt sein, mittel- und langfristig droht unverändert ein massives Defizit. Und so gilt nach wie vor: Die Aktien von Kupferproduzenten, wie Southern Copper, Hudbay Minerals oder Freeport-McMoRan oder aber die Aktien von Goldproduzenten mit einem starken Kupfersegment, wie Barrick Mining oder Newmont Corp., sind weiterhin exzellente Alternativen zu den hochbewerten Tech-Werten. […]“. Und dem ist auch heute nichts hinzufügen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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