Drittgrößter Markt der Welt
Neues Joint-Venture: VW wagt einen Neuanfang in Indien
Volkswagen sucht seit Jahrzehnten vergeblich nach dem Durchbruch in Indien. Jetzt bahnt sich mit dem indischen Stahlkonzern JSW eine Partnerschaft an, die den Kurs im drittgrößten Automarkt der Welt neu bestimmen könnte.
- Volkswagen und JSW planen ein Joint Venture in Indien
- Kooperation stärkt Lokalisierung und Fertigung
- VW scheiterte in Indien bislang mit dem Alleingang
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Volkswagen und der indische Mischkonzern JSW Group haben eine Absichtserklärung für ein Gemeinschaftsunternehmen unterzeichnet. Der Schritt könnte die jahrelange Suche des Wolfsburger Autobauers nach einem lokalen Partner in Indien beenden, dem drittgrößten Automarkt der Welt, in dem Volkswagen trotz fast 25 Jahren vor Ort kaum Fuß fassen konnte.
JSW ist in Stahl, Zement, Verteidigung und Mobilität aktiv und hält bereits über ein Joint Venture mit dem chinesischen Konzern SAIC Anteile an MG Motor. Ein Sprecher der lokalen Volkswagen-Tochter Skoda Auto Volkswagen India erklärte, man habe gezielt nach einem indischen Partner gesucht, um das Wachstumspotenzial des Landes voll auszuschöpfen.
Die Kooperation solle Wettbewerbsfähigkeit durch breiteres Produktangebot, stärkere Lokalisierung sowie ausgebaute Fertigungs- und Entwicklungskapazitäten stärken, bei gleichberechtigter Kontrolle und klar verteilten Rollen.
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Der Vorstoß fällt in eine schwierige Phase für Volkswagen. Der Aufsichtsrat billigte kürzlich den Abbau von bis zu 50.000 Stellen, das Modellportfolio soll halbiert und vier deutsche Werke geschlossen werden, da die europäischen Kapazitäten die Nachfrage um fast eine halbe Million Fahrzeuge übersteigen.
JSW-Gründer Sajjan Jindal baut sein Automobilgeschäft derweil aus. Der Konzern plant zur Festsaison im Oktober und November eine eigene Automarke und hat zudem eine Technologiepartnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Chery geschlossen.
Branchenkenner Vinay Piparsania von MillenStrat Advisory and Research sieht in der Kooperation eine Chance für JSW, sein Autogeschäft unabhängiger von China zu machen, da anders als beim Chery-Bündnis keine chinesische Beteiligung im Spiel sei. Für Volkswagen wiederum sei es ein Eingeständnis, dass der Alleingang in Indien über ein Jahrzehnt lang nicht funktioniert habe, sagte der Experte der Nachrichtenagentur Nikkei. JSW selbst bringe allerdings keinerlei Erfahrung in der Autobranche mit und verlasse sich auf finanzielle Substanz und Jindals Bereitschaft zu langfristigen Industrieprojekten, so Piparsania.
Volkswagen verkaufte im August in Indien 7.469 Fahrzeuge, ein Minus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. JSW-Partner MG Motor India setzte 5.784 Wagen ab, 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Volkswagen (VW) Vz Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,84 % und einem Kurs von 81,22EUR auf Tradegate (09. September 2026, 15:41 Uhr) gehandelt.

