Wall Street rutscht ab
Börsen fallen weltweit, DAX verliert deutlich, Öl-Rallye belastet - Gold stark
Der Ölpreis hat die 100-Dollar-Marke durchbrochen, der DAX und die Europabörsen fallen zurück. Rheinmetall schwach, Energiewerte legen zu.
- Ölpreis über 100 Dollar, Börsen fallen zurück
- Ölpreisanstieg schürt Inflationssorgen in den USA
- Rheinmetall schwach, Energieaktien legen zu
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Die Wall Street geriet am Mittwoch unter Druck, da der kräftige Anstieg der Ölpreise die Sorgen vor einer neuen Inflationswelle verstärkte. Der Dow Jones Industrial Average verlor 300 Punkte beziehungsweise 0,6 Prozent. Der S&P 500 gab 0,3 Prozent nach, während der Nasdaq Composite um 0,5 Prozent fiel.
Auslöser der Verkäufe war vor allem der erneute Sprung beim Ölpreis. Wegen der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran und der Sorge vor weiteren Störungen der Energieversorgung im Nahen Osten legte Brent-Öl um rund drei Prozent zu und stieg erstmals seit Juli wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Auch die US-Sorte WTI verteuerte sich um etwa drei Prozent auf mehr als 95 US-Dollar je Barrel. Der Ölpreisanstieg setzte damit die Belastung vom Vortag fort und bescherte dem Dow den schwächsten Handelstag seit fast drei Wochen.
Energiewerte führte die Gewinnerliste an. Für Exxon ging es ebenso wie für Chevron jeweils 2,3 Prozent aufwärts. Titel von Apple waren minimal fester. Marktteilnehmer warten auf eine Veranstaltung heute Abend, bei der das Unternehmen voraussichtlich neue iPhones vorstellen wird, darunter auch ein faltbares Modell.
Deutschland und Europa
Der DAX ist am Mittwoch deutlich zurückgefallen, wie auch die anderen Leitindizes in Europa. Aktuell (16:00 Uhr) verliert der deutsche Leitindex 1,7 Prozent auf 25.556 Punkte. Die Börsen reagieren wie auch in den USA vor allem auf die erneut gestiegenen Ölpreise. Der Anstieg der Energiepreise schürt die Sorge, dass die Inflation wieder stärker anzieht und die Notenbanken bei der Geldpolitik unter Druck setzt.
Größter DAX-Verlierer ist aktuell die Rheinmetall-Aktie. Dem Rüstungskonzern ist ein wichtiger Auftrag aus Schweden durch die Lappen gegangen. Auf der Gewinnerseite stehen hingegen die SAP-Aktie und die Energiewerte RWE und E.ON. Der marktbreite Stoxx-600-Index verzeichnet einen Rückgang von rund 1,3 Prozent. Im Tagesverlauf richtet sich der Blick zunehmend auf die EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag und die US-Inflationsdaten am Freitag.
Asien: Tech-Werte trotzen der Öl-Sorge
An den asiatischen Börsen fiel das Bild dagegen gemischt aus. Der Nikkei 225 verlor rund 0,2 Prozent, der südkoreanische Kospi gewann etwa 1,4 Prozent und der taiwanische TAIEX legte rund 0,2 Prozent zu. Besonders gefragt waren erneut Halbleiter- und KI-Aktien. In Seoul profitierten vor allem SK Hynix und andere Chipwerte von der anhaltenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Der Hang Seng gab leicht nach.
Gold kann etwas von der geopolitischen Unsicherheit profitieren. Die Feinunze verteuert sich um rund 0,3 Prozent. Gleichzeitig bleibt das Edelmetall empfindlich gegenüber den steigenden Anleiherenditen.
Euro stabil – Yen auf Siebenmonatshoch
Am Devisenmarkt hält sich der Euro bei rund 1,165 US-Dollar. Die Gemeinschaftswährung profitiert davon, dass Anleger vor der EZB-Sitzung am Donnerstag eine restriktivere Geldpolitik einpreisen. Gleichzeitig bleibt der US-Dollar vor den US-Inflationsdaten unter Druck.
Beim Yen setzt sich die Erholung fort. Der US-Dollar fiel zuletzt auf rund 153,16 Yen und damit in die Nähe eines Siebenmonatstiefs. Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan und Umschichtungen japanischen Kapitals zurück ins Inland treiben die japanische Währung. Hinzu kommen Äußerungen von US-Finanzminister Scott Bessent, wonach Händler nicht gegen den Yen wetten sollten.
Bitcoin stabilisiert sich
Am Kryptomarkt zeigt sich Bitcoin robust. Die Kryptowährung notiert bei rund 78.900 US-Dollar und kann damit einen Teil der jüngsten Schwäche ausgleichen. Angesichts der gestiegenen Renditen und der allgemeinen Risikoaversion bleibt der Markt allerdings anfällig für weitere Rückschläge. Ether verteuert sich um 0,7 Prozent.
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Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion

