Donald Trump voll daneben?
US-Präsident irritiert mit kühner Benzinpreis-Prognose!
Lebenshaltungskosten und hohe Benzinpreise sind die derzeit wichtigsten Themen im Midterm-Wahlkampf. Eine kühne Prognose hat jetzt Donald Trump abgegeben.
- Hohe Benzinpreise bringen Republikaner in Bedrängnis
- Trump verspricht rasch sinkende Benzinpreise
- Iran-Konflikt und leere Lager treiben Preise nach oben
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Benzinpreise treiben US-Republikaner in die Defensive
Vorausgesetzt es geht am Dienstag, den 03. November, dem Tag der US-Midterm-Wahlen, mit rechten Dingen zu – was angesichts der fortgesetzten Attacken der Trump-Regierung auf Institutionen des Wahlrechts, wie der Briefwahl, keineswegs sicher ist – steht die Mehrheit der republikanischen Partei sowohl im Senat wie auch im Repräsentantenhaus auf dem Spiel.
Zwar ist das Wirtschaftswachstum in den USA, eines der wichtigsten Wahlversprechen von Donald Trump, angesichts des KI-Booms gegenwärtig hoch, doch bei den meisten US-Amerikanerinnen und -Amerikanern kommt das nicht an. Sie kämpfen im Gegenteil mit anhaltend hohen Lebenshaltungskosten und stark gestiegenen Treibstoffpreisen. Rund 100 Milliarden US-Dollar Mehrkosten mussten Konsumenten nach neuesten Schätzungen bereits stemmen.
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Trump überrascht mit völlig irrsinniger Benzinpreisprognose
Angesichts der großen Unzufriedenheit mit der Trump-Regierung und dem nicht eingelösten Versprechen verbesserter Lebensbedingungen liegen die US-Demokraten in Umfragen in Führung. Während sich in Konsensprognosen eine knappe Mehrheit in beiden Häusern abzeichnet, wird auf Prognosemärkten wie Kalshi mit deutlichen Mehrheiten für die demokratische Partei gerechnet.
Das erhöht den Handlungsdruck auf Donald Trump, dessen Handlungsmöglichkeiten durch den Verlust der Mehrheiten in beiden Häusern künftig stark eingeschränkt sein könnten.
Er hat sich in einem Post auf dem Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter) daher zu einer kühnen Benzinpreisprognose hinreißen lassen, um die erhitzten Gemüter der von hohen Treibstoffpreisen genervten US-Amerikanerinnen und -Amerikanern wenigstens etwas zu beruhigen.
Trump sieht die US-Benzinpreise zunächst auf 3 und dann auf 2 US-Dollar pro Gallone (also auf 0,68 beziehungsweise 0,45 Euro pro Liter) sinken – und zwar "sehr schnell", wie er mit Nachdruck bekräftigte. Als Voraussetzung hierfür nannte er einen "Sieg" im Krieg mit dem Iran. Gleichzeitig versprach er, dass die Islamische Republik "niemals" in den Besitz von Kernwaffen geraten werde.
Die jüngsten Ereignisse lassen das Gegenteil befürchten ...
Die Ankündigung erfolgte vor dem Hintergrund einer neuen Eskalation der Gewalt am zurückliegenden Wochenende mit weiteren Luftangriffen. Der Iran reagierte daraufhin mithilfe der von ihm unterstützten Huthi-Milizen am Montag mit Attacken auf Ölanlagen in Jizan, Saudi-Arabien. Dort befindet sich eine Raffinerieanlage mit einer Verarbeitungskapazität von 400.000 Barrel am Tag.
Gleichzeitig kündigte Teheran an, weitere Seegebiete in der Straße von Hormus als Verbotszonen für die Durchfahrt auszuweisen. Das macht eine schnelle Rückkehr der Öl-, Gas- und Treibstoffpreise auf niedrigere oder gar Vorkriegsniveaus extrem unwahrscheinlich, zumal die Heizperiode vor der Tür steht und die weltweiten Lagerbestände äußerst gering sind.
Auch charttechnisch spricht nichts für die von Trump versprochenen, schnellen Preissenkungen. Im Gegenteil: Vor allem bei Diesel zeichnen sich aktuell neue Mehrjahreshochs ab. Auch bei börsengehandeltem US-Benzin ist derzeit keine Entspannung in Sicht:
Quelle: Investing.com | Gasoline RBOB
... und selbst die Charttechnik arbeitet gegen Trump
Nach einem zwischenzeitlichen Tief Ende Juli hat sich der Börsenpreis zuletzt mit dem Ölpreis, allen voran der Sorte WTI, erholen können. In der vergangenen Woche ist Preis pro Gallone über die 50-Tage-Linie gesprungen, was ein erstes prozyklisches Kaufsignal bedeutet. Ein weiteres lieferte der Trendstärkeindikator MACD, der sowohl über seine Null- als auch seine Signallinie geklettert ist. Das zeigt einen an Fahrt gewinnenden Aufwärtstrend an.
Im Bereich von 3,25 bis 3,35 US-Dollar pro Gallone trifft der Börsenhandelspreis für Normalbenzin zwar auf eine Widerstandszone, bestehend aus der Abwärtstrendlinie gegenüber den bisherigen Jahreshochs und einer horizontalen Hürde. Sollte der Preis jedoch darüber gehen, was angesichts der starken technischen Indikatoren wahrscheinlich ist, dürfte der Benzinpreis eher Richtung 4 US-Dollar und damit auf das Doppelte des von US-Präsident Trump versprochenen Wertes klettern.
Die tatsächlichen Tankstellenpreise sind dabei noch gar nicht in Rechnung gestellt, die im landesweiten Durchschnitt aktuell bei rund 4,15 US-Dollar pro Gallone (0,94 Euro pro Liter) liegen.

wallstreetONLINE RedaktionEskalation an der Tankstelle
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Fazit: Viel versprochen, nichts dahinter
Die anhaltend hohen Treibstoffpreise treiben US-Präsident Donald Trump und seine Regierung zunehmend in die Defensive – damit könnte die Strategie des Iran, auf Zeit zu spielen und die Midterm-Wahlen abzuwarten, aufgehen, denn der Druck auf Trump, nötigenfalls auch einen schlechten Deal in Kauf zu nehmen, um den US-Republikanern Restchancen auf einen Wahlsieg einzuräumen, wächst täglich.
Auch dann ist aber nicht mit der von Trump versprochenen schnellen Rückkehr der Treibstoffpreise auf deutlich niedrigere Niveaus zu rechnen. Die weltweiten Lagerbestände sind leer, bis Lieferketten und Raffineriekapazitäten wiederhergestellt sind, könnte es Monate dauern. Außerdem steht der Beginn der Heizperiode bevor – insbesondere in Europa droht angesichts des Super-El-Ninos ein überdurchschnittlich kalter Winter. Einmal mehr dürfte sich ein Trump-Versprechen daher rückblickend als ebenso leer wie wertlos entpuppen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


