Das bewegt die Märkte heute
Ein faltbares iPhone, EZB-Zinsentscheid und 5000 USD für jeden Amerikaner
Der Ölpreis hält sich über der Marke von 100 US-Dollar, ein Ende des Iran-Kriegs scheint nicht in Sicht. Apple stellt sein lang erwartetes Falt-Phone vor und Donald Trump versucht es im Wahlkampf mit einer Geld-Prämie.
- Ölpreis über 100 Dollar belastet die Finanzmärkte
- EZB hebt wohl die Zinsen an, Ausblick bleibt entscheidend
- Apple zeigt Falt-iPhone, Trump verspricht 5.000 Dollar
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Ölpreis treibt die Verkaufswelle
Der Ausbruch der Ölnotierungen über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel der Sorte Brent bringt die Finanzmärkte an diesem Donnerstag unter Druck. Grund ist der eskalierende Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der die Sorge vor steigender Inflation und weiter anziehenden Zinsen befeuert.
Marktexperte Thomas Altmann beobachtet die Reaktion der Anleger genau: "Wir sehen verstärkt Gewinnmitnahmen. Am steigenden Handelsvolumen ist sichtbar, dass die Zahl der Verkäufer wächst. Und denen stehen aktuell sehr wenige Kaufwillige gegenüber."
Der DAX rutschte gestern bis auf gut 25.500 Punkte ab, exakt das Niveau, das er bereits Mitte Januar erreicht hatte. Am Donnerstagmorgen steht der Leitindex um 8:00 Uhr bei Tradegate knapp im Plus
bei 25.582 Punkten. Für Anleger lieferte das Börsenbarometer in den vergangenen acht Monaten unterm Strich eine Nullrunde.
Auch in Asien schlug die Sorge vor teurem Öl durch, während US- und europäische Futures zuletzt leicht anzogen.
Anleiherenditen auf Mehrjahreshoch
Verschärft wird die Lage durch den Anleihemarkt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen kletterte auf ein Fünfzehnjahreshoch, jene fünfjähriger Papiere erreichte ein Niveau wie zuletzt 2008. Höhere Zinsen verteuern die Refinanzierung von Unternehmen und machen Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver.
Auch in den USA zogen die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen auf 4,85 Prozent an, nachdem ein Rückkaufprogramm des Finanzministeriums geringer ausfiel als erhofft. Finanzminister Scott Bessent hatte wiederholt davor gewarnt, gegen seine Politik zu wetten, muss nun aber zusehen, wie sich Öl und Anleihen gegen seine Ansagen bewegen.
Am Freitag folgen die US-Inflationsdaten, ein wichtiger Hinweis darauf, ob die Fed kommende Woche erneut die Zinsen anhebt.
EZB vor Zinsentscheid
Im Tagesverlauf richtet sich der Blick vor allem auf die Europäische Zentralbank. Nach dem erneuten Anstieg der Energiepreise, der die Inflation in der Eurozone wieder über drei Prozent trieb, gilt eine Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte als nahezu sicher und dürfte bereits eingepreist sein.
Entscheidend wird deshalb der Ausblick der Notenbank sein. Die Märkte rechnen aktuell mit zwei weiteren Zinsschritten im kommenden Jahr. Erweist sich diese Erwartung als übertrieben, eröffnet das Erholungspotenzial für den zuletzt gebeutelten Rentenmarkt. Nach der Zinserhöhung im Juni hatte der Stoxx 600 binnen zwei Monaten mehr als sieben Prozent zugelegt, weil starke Quartalszahlen die Sorge vor höheren Kapitalkosten überlagerten.
Apple und Meta sorgen für Kursfantasie
Für positive Impulse sorgten zwei Technologiewerte. Apple stellte mit dem iPhone Duo sein erstes faltbares Smartphone vor, mit 7,6 Zoll großem Innendisplay, der bislang größten Bildschirmfläche eines iPhones, sowie einem zusätzlichen 5,4 Zoll großen Außendisplay.
Ab diesem Jahr soll das Modell mit dem Apple Pencil des iPad kompatibel sein. Apple-Chef John Ternus positionierte das Gerät bewusst gegen bestehende Faltmodelle der Konkurrenz, allen voran von Samsung. Das iPhone Duo wird 1999 US-Dollar kosten.
Die Meta-Aktie sprang nach der Vorstellung des KI-Assistenten Muse am Mittwoch um mehr als fünf Prozent, nachdem Mizuho-Analysten darin den Beginn eines neuen Produktzyklus sahen und ihre Kaufempfehlung mit Kursziel 750 US-Dollar bestätigten.
Trumps Bürgerdividende
Abseits der Märkte kündigte US-Präsident Trump auf dem Parteitag der Republikaner eine mögliche Auszahlung von 5.000 US-Dollar an jeden erwachsenen US-Bürger an, sollte seine Partei bei den Zwischenwahlen die Kontrolle über den Kongress behalten. Wie die Dividende finanziert werden soll, ließ er offen.
Termine des Tages
Unternehmen: Adobe, Macy's und Oracle legen Quartalszahlen vor.
Konjunktur: Um 14:15 Uhr steht die Zinsentscheidung der EZB im Fokus, gefolgt von der Pressekonferenz um 14:45 Uhr. Am Nachmittag folgen aus den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die Erzeugerpreise für August. Zudem werden die finalen deutschen Verbraucherpreise für August sowie Industrieproduktionsdaten aus Finnland, Spanien, Österreich, Italien und Griechenland veröffentlicht.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

