Negative Catalyst Watch
Rheinmetall: Ist das jetzt der Todesstoß für die Aktie?
Die US-Großbank JP Morgan warnt bei der Aktie von Rheinmetall vor weiteren Verlusten. Die Anteile sind jetzt auf der Negative-Catalyst-Watch-Liste gelandet.
- JP Morgan warnt vor weiteren Rheinmetall-Verlusten
- Rheinmetall verfehlt Erwartungen und verliert deutlich
- Aktie droht unter wichtige Unterstützung zu fallen
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Um die Rheinmetall-Aktie steht es gegenwärtig trotz anhaltender geopolitischer Spannungen und einem Wiederaufflammen der Kämpfe im Nahen Osten schlecht. Konnte das Unternehmen bislang überwiegend von sicherheitspolitischen Unsicherheiten profitieren, bleiben die Anteile dieses Mal ungerührt. Sie befinden sich in einem technischen Abwärtstrend, der den wichtigen Unterstützungsbereich zwischen 950 und 1.000 Euro herauszufordern droht.
Auch am Donnerstag ist Rheinmetall zeitweise stark unter Druck geraten, zur Handelseröffnung handelte die Aktie mit rund 989 Euro deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 Euro. Der Grund hierfür ist ein negativer Analystenkommentar der US-Großbank JP Morgan, die vor weiteren Belastungen für die Aktienkursentwicklung gewarnt hat.
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Rheinmetall wird den hohen Erwartungen nicht gerecht
Gegenwärtig notiert Rheinmetall mit Verlusten von mehr als einem Drittel gegenüber dem Jahreswechsel. Verglichen mit dem Stand vor einem Jahr haben sich die Anteile sogar fast halbiert. Das spiegelt nicht nur die zeitweise völlig aus dem Ruder gelaufene Unternehmensbewertung wider, sondern auch operative Herausforderungen.
Zuletzt ist es den Düsseldorfern sichtlich schwer gefallen, den hohen Auftragsbestand in Umsatz- und Gewinnwachstum zu transformieren. Genau das braucht es jedoch, um die Geschäfts- gegenüber der Aktienkursentwicklung aufholen zu lassen.
JP Morgan warnt jetzt vor weiteren Verlusten
Nach Einschätzung von JP Morgan könnten diese Schwierigkeiten anhalten. Die Analystinnen und Analysten der Bank befürchten, dass Rheinmetall durch die zahlreichen Übernahmen der vergangenen Jahre seine Produktpalette verwässert hat und "alte", profitablere Produkte, wie Munition und gepanzerter Fahrzeuge, jetzt über einen geringeren Anteil an den Konzernerlösen verfügen.
Gleichzeitig werden nach Einschätzung der Bank Erlöse aus neuen Geschäftsbereichen, wie Drohnen, autonomen Waffensystemen und Weltraumtechnologie, vor allem im Rahmen von Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) erzielt, sodass die Ergebnisse in der konzerneigenen Bilanz geringer ausfallen könnten als erwartet.
Deshalb wurde die Aktie jetzt auf die Negative-Catalyst-Watch-Liste gesetzt. Vor dem Kapitalmarkttag im November könnten die Anteile also weiteren negativen Impulsen ausgesetzt sein.
Verluste halten an, 1.000-Euro-Marke unter Beschuss
An der Börse wird der negative Analystenkommentar mit weiteren Verlusten quittiert. Zwar konnte Rheinmetall nach einer schwachen Eröffnung unter der wichtigen Marke von 1.000 Euro zeitweise das Vorzeichen wechseln, doch inzwischen haben die Verkäuferinnen und Verkäufer wieder das Zepter übernommen und die Aktie notiert mit einem Minus von etwa einem Prozent.
Von Nachrichtenseite her zusätzlich belastet wird Rheinmetall durch ein Downgrade der Aktie von Mitbewerber Renk. Hier hat Exane BNP den Rotstift angesetzt und die Anteile von "Kaufen" auf "Neutral" zurückgestuft. Der Panzergetriebehersteller verliert daher rund 2 Prozent und trägt mit zur schlechten Stimmung gegenüber deutschen Verteidigungswerten bei.
Für beide Aktien wird die Ausgangslage dadurch immer bedrohlicher, da sie über kaum noch Abstand zu ihren bisherigen Jahrestiefs verfügen. Sollten diese unterschritten werden, dürfte es nochmal eine ganze Etage tiefer gehen. Für Rheinmetall könnte das Kurse von 750 oder sogar 600 Euro bedeuten.

wallstreetONLINE RedaktionRheinmetall geht leer aus
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Fazit: Liegen lassen und lieber auf Lockheed Martin setzen
Die Stimmung gegenüber Rheinmetall trübt sich am Donnerstag weiter ein, nachdem die US-Großbank JP Morgan vor neuen negativen Impulsen und Belastungen für die Konzernbilanz gewarnt hat. Auch die erneuten Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Krieg führen zu anhaltenden Verkäufen deutscher Rüstungswerte. Die Anteile sind inzwischen an wichtigen Unterstützungslinien angelangt, deren Unterschreiten neue Verkaufslawinen auslösen könnte.
Anlegerinnen und Anleger sollten sich von der Branche gegenwärtig fernhalten, denn trotz der bereits erheblichen Korrekturen notieren Hensoldt, Renk und Rheinmetall aus fundamentaler Perspektive noch immer deutlich über den Bewertungsniveaus nicht minder wachstumsstarker Rüstungswerte. Dazu gehört beispielsweise die Aktie von Lockheed Martin, wo nach einer Kaufempfehlung und neuen Großaufträgen die Gelegenheit zum Einstieg besteht.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

