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Bessent: Der größte Feind des Bullenmarktes?
Steigende US-Anleiherenditen und ein stärkerer Yen setzen Aktien unter Druck. Experten warnen vor einem Risiko, das besonders Tech-Werte treffen könnte.
- Steigende US-Renditen belasten die Aktienmärkte
- Ein starker Yen gefährdet Tech- und KI-Aktien
- Ölpreis und Anleiherisiken bremsen die Rallye
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Die lange Börsenrallye bekommt Gegenwind. Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen und ein stärkerer japanischer Yen sorgen an der Wall Street für Nervosität.
Während der Aktienmarkt bislang vom KI-Boom getragen wurde, treffen nun mehrere Belastungsfaktoren zusammen. Der Ölpreis stieg wegen des Iran-Konflikts über 100 US-Dollar je Barrel, gleichzeitig legte der Yen gegenüber dem US-Dollar zu.
US-Anleihen werden zum Problem
Für Unruhe sorgte die Ankündigung des US-Finanzministeriums, langfristige Staatsanleihen im Wert von 6 Billionen US-Dollar zurückzukaufen. Die Renditen sollten dadurch sinken. Doch der Markt reagierte anders.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,86 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Oktober 2023. "Wir kennen nun den aktuellen Schwachpunkt des Finanzministeriums am langen Ende der Kurve" sagte Jordan Rizzuto von GammaRoad Capital Partners.
Die Rendite 30-jähriger Anleihen lag mit rund 5,3 Prozent nahe dem höchsten Niveau seit zwei Jahrzehnten. Höhere Zinsen machen Anleihen attraktiver und erhöhen gleichzeitig die Finanzierungskosten für Unternehmen. Besonders betroffen könnten große Technologieunternehmen sein, die Milliarden in KI-Rechenzentren investieren.
Stärkerer Yen gefährdet Tech-Aktien
Zusätzlichen Druck erzeugt der steigende Yen. Viele Anleger finanzierten in der Vergangenheit Investitionen in US-Aktien über günstige Yen-Kredite. Eine Auflösung dieses sogenannten Yen-Carry-Trades könnte besonders Technologie- und KI-Aktien belasten.
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"Das ist das größte Risiko für den Bullenmarkt", sagte Rizzuto.
Der Yen stieg zuletzt auf rund 153 Yen je US-Dollar. Vor der Intervention der USA und Japans hatte der US-Dollar noch bei fast 164 Yen gelegen.
Wall Street wird vorsichtiger
Die Sorgen spiegelten sich bereits an der Börse wider. Der Dow Jones Industrial Average verlor 0,8 Prozent bis zum gestrigen Börsenschluss, der S&P 500 gab 0,5 Prozent nach und der Nasdaq Composite fiel 0,6 Prozent.
US-Finanzminister Scott Bessent verteidigte die Maßnahmen und sagte: "Wetten Sie gegen mich, wenn Sie wollen." Doch Anleger fragen sich zunehmend, ob die Eingriffe am Anleihe- und Devisenmarkt neue Risiken für die Aktienrallye schaffen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
