Rheinmetall geht leer aus
Schweden vergibt gewaltigen Rüstungsauftrag – dieses Unternehmen profitiert!
Nach dem NATO-Beitritt Schwedens vor 2 Jahren rüstet das Land kräftig auf. Das kommt jetzt vor allem US-Verteidigungskonzern Lockheed Martin zu Gute.
- Schweden rüstet nach NATO-Beitritt massiv auf
- Lockheed Martin liefert zehn HIMARS-Systeme
- Auftrag und UBS-Kaufempfehlung treiben die Aktie
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Nach dem NATO-Beitritt setzt Schweden auf Aufrüstung
Jahrzehntelang setzte Schweden verteidigungspolitisch auf Neutralität, doch nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine sah sich das Land einer neuen Bedrohungslage ausgesetzt, welche zu einer politischen Wende und dem Beitritt zum transatlantischen Bündnis NATO führte. Seit März 2024 ist Schweden offizielles Mitglied – und baut seither seine Kapazitäten aus.
Davon profitieren immer häufiger nicht nur heimische Verteidigungskonzerne wie Saab und MilDef, sondern auch Hersteller aus dem Ausland. Das beweist nach einem am Dienstag erteilten Großauftrag der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin.
Lockheed Martin liefert gefragtes Raketenartilleriesystem
Der hat jetzt einen milliardenschweren Auftrag erhalten. Für rund 7 Milliarden schwedische Kronen, umgerechnet 729 Millionen US-Dollar, wird Lockheed Martin 10 HIMARS-Raketenartilleriesysteme liefern, wie der schwedische Verteidigungsminister Pal Jonson mitteilte.
Das nur leicht gepanzerte, aber hochmobile System hat seinen operativen Erfolg im Ukraine-Krieg unter Beweis gestellt und ist bei europäischen NATO-Staaten seither ein Verkaufsschlager geworden. Zwar hat sich die Bundeswehr gegen HIMARS entschieden und setzt auf ein System aus israelischer Produktion in Ergänzung zur Radhaubitze RCH 155 von KNDS, dafür aber hat beispielsweise Polen umfangreiche Aufträge zur Beschaffung von HIMARS-Systemen und Raketenmunition erteilt.
Auch der schwedische Auftrag enthält neben den Werfern selbst die Belieferung mit Munition. Dabei hat man sich auf die Produktion vor Ort geeinigt – eine Vereinbarung, von der auch Saab profitieren könnte, da eine Herstellungskooperation beschlossen wurde. Damit stärkt Schweden nicht nur seine Verteidigungskapazitäten, sondern auch seine Position als führender nordischer Waffen- und Munitionshersteller mit gesicherten Lieferketten.
Aktie nach Korrektur mit Erholungschancen
In einem schwachen Gesamtmarktumfeld konnte die Aktie von Lockheed Martin am Dienstag deutlich zulegen. Sie gewann nach dem verlängerten Labor-Day-Wochenende 2,1 Prozent an Wert. Die Anteile profitierten über den schwedischen Auftrag hinaus von einem Upgrade durch die Schweizer Großbank UBS, die in Lockheed Martin jetzt einen Kauf mit einem Kursziel von 674 US-Dollar sieht.
Bislang verläuft das Börsenjahr für die Aktie volatil. Nach neuen Allzeithochs im März fiel die Aktie Ende Juli zeitweise unter 500 US-Dollar, ehe sie sich erholen konnte. In den vergangenen Wochen stand sie, wie der Rest der Branche, allerdings erneut unter Verkaufsdruck. Jetzt aber könnte eine Erholung zurück über die gleitenden Durchschnitte einsetzen.

wallstreetONLINE RedaktionUnterbewerteter KI-Profiteur
Das Potenzial dieser deutschen Aktie wird völlig unterschätzt!
Fazit: Im Unterschied zu Rheinmetall passt auch die Bewertung
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung ist Lockheed Martin gegenwärtig ein klarer Kauf. Das KGVe 2026 von 17,2 liegt etwas unter dem 5-Jahres-Mittel von 17,7. Gleichzeitig handelt das Papier mit einem sehr günstigen Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis von 0,90, während die Abschläge bei anderen Kennziffern deutlich größer sind als beim KGV. Rund 10 Prozent unter dem historischen Bewertungsmittel notiert die Aktie gerade.
In den vergangenen Wochen und Monaten hat Lockheed Martin zahlreiche große Aufträge erhalten, insbesondere von den US-Streitkräften, der Munitionsbestände nach dem Iran-Krieg aufgebraucht sind. Damit verfügt das Unternehmen über eine hohe finanzielle Visibilität – anders etwa als Rheinmetall, wo die Geschäftsentwicklung zuletzt volatil mit von Quartal zu Quartal stark schwankenden Zahlen verlaufen ist.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

