Leitzins jetzt bei 2,5 Prozent
EZB zieht die Zinsschraube weiter an: Doch der DAX zuckt nur kurz
Die EZB hebt den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr an, während der Krieg zwischen den USA und Iran die Energiepreise kräftig treibt.
- EZB hebt Leitzins zum zweiten Mal in Folge an
- Krieg zwischen USA und Iran treibt Energiepreise stark
- EZB sieht Inflationsrisiken und schwächeres Wachstum
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Die Europäische Zentralbank hat ihren Leitzins erneut angehoben. Der Einlagensatz steigt um 25 Basispunkte von 2,25 auf 2,5 Prozent, wie die Notenbank am Donnerstag mitteilte. Anleger warten nun gespannt auf Signale aus Lagardes Pressekonferenz zum weiteren Zinskurs.
Für die Märkte kam der Schritt nicht überraschend. Investoren haben die Erhöhung vollständig eingepreist. Der DAX gab in Folge der Entscheidung nur leicht nach und verlor zwischen 13:45 und 14:45 rund 130 Punkte, weniger als ein halbes Prozent.
Auch die Anleihemärkte reagieren: Renditen kletterten auf Mehrjahrzehnthochs, die zehnjährige Bundesanleihe rentierte bei 3,4562 Prozent.
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Für die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel rechnet die Notenbank mit 2,5 Prozent 2026, 2,6 Prozent 2027 und 2,3 Prozent 2028. Der EZB-Rat sprach von einem unsicheren Ausblick mit Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wachstum, bedingt durch den Energieschock und mögliche Zweitrundeneffekte.
"Die EZB zeigt, dass die Bekämpfung der Inflation oberste Priorität hat", kommentiert Thomas Altmann von QC Partners.
Bereits im Juni hatte die EZB als erste große Notenbank auf den Krieg reagiert und den Leitzins auf 2,25 Prozent angehoben. Lagarde betonte damals Aufwärtsrisiken bei der Inflation und Abwärtsrisiken beim Wachstum, wollte sich aber nicht festlegen. Die Zinsen blieben bei der folgenden Sitzung zunächst unverändert.
Eine Umfrage der Deutschen Bank zeigt, wie gespalten die Erwartungen sind. Mehr als ein Drittel rechnet mit einem Gipfel bei 2,75 Prozent, ein Viertel mit einem Ende bei 2,5 Prozent, ein weiteres Viertel mit 3 Prozent.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

