Aktie auf Allzeithoch
Dividendentrüffel auf Allzeithoch – Goldman Sachs rät trotzdem zum Verkauf
Ein KGV unter 8 und eine Dividendenrendite von mehr als 6 % sind eigentlich gute Argumente, um Anleger anzulocken. Zudem hat die Aktie Donnerstag ein neues Allzeithoch generiert. Trotzdem rät Goldman Sachs zum Verkauf.
- OMV erreicht Allzeithoch trotz Verkaufsempfehlung
- Günstige Bewertung und hohe Dividende locken Anleger
- Quartalszahlen übertreffen Erwartungen deutlich
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Der hohe Ölpreis treibt die Aktien aus der Branche ordentlich in die Höhe. So auch das Papier von OMW. Das konnte Donnerstag mit 71,45 Euro sogar ein neues Allzeithoch erklimmen. Während dieses Signal in der Charttechnik ein starkes Kaufargument ist, tritt Goldman Sachs bei dem österreichischen Konzern auf die Bremse und rät zum Verkauf der Aktie.
Die US-Investmentbank hob zwar das Kursziel von 55 auf 60 Euro an, sieht damit aber weiterhin ein Niveau unterhalb des aktuellen Börsenkurses. Für die Experten der US-Investmentbank sind wohl mit dem Erreichen eines neuen Allzeithochs alle Vorteile, welche der hohe Ölpreis mit sich bringt, im Kurs eingepreist. Sie verweisen darauf, dass es in Zukunft, wenn sie die Preise für das schwarze Gold wieder beruhigt haben, wieder schwieriger wird, die Gewinne zu steigern.
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Bewertung immer noch attraktiv
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für das laufende Jahr liegt bei OMV bei rund acht. Gleichzeitig lockt OMV mit einer Dividendenrendite von mehr als sechs Prozent. Ein Niveau, das im europäischen Aktienmarktvergleich weiterhin auffällt. Zudem berücksichtigt Golsman Sachs eine weitere Tatsache nicht.
Was Goldman nicht berücksichtigt
Die Annahme, dass der Ölpreis wieder fällt, wenn die USA und der Iran ihre kriegerische Auseinandersetzung beenden, ist sicherlich berechtigt. Aber halbiert sich der Ölpreis dann abrupt? Vor genau einem Jahr stand der Preis für die Ölsorte Brent bei rund 67,50 US-Dollar. Donnerstag ist der Preis wieder an die Marke von 105 US-Dollar rangelaufen. Das ist im Vergleich ein Anstieg von 37,50 US-Dollar, was einer Performance in einem Jahr von 55 Prozent entspricht.
Selbst wenn die USA und der Iran ihre Feindseeligkeiten begraben, dürfte der Ölpreis nicht so schnell auf das Niveau von vor einem Jahr abrutschen. Damit bleibt für OMV noch genügend Spielraum, seine Quartalszahlen weiterhin ordentlich zu verbessern.
Breite Aufstellung ist ein zusätzlicher Vorteil
Die operative Stärke des Konzerns basiert auf mehreren Standbeinen. OMV profitiert nicht nur von höheren Energiepreisen, sondern verdient gleichzeitig an Förderung, Raffinerien, Tankstellen und dem Chemiegeschäft. Diese breite Aufstellung reduziert die Abhängigkeit von einem einzelnen Marktsegment.
Zahlen fürs zweite Quartal bestätigen das
Der österreichische Energiekonzern hat im zweiten Quartal dank höherer Öl- und Gaspreise deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (CCS) sprang um 65 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzung von 1,66 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss hat sich mit 929 Millionen Euro mehr als verdoppelt und lag ebenfalls deutlich über den erwarteten 820 Millionen Euro.
Wachstum auf allen Ebenen
Zum Gewinnsprung trugen alle drei Geschäftsbereiche bei. In der Öl- und Gasförderung stieg das operative Ergebnis um 50 Prozent auf 885 Millionen Euro, da höhere Preise die geringeren Verkaufsmengen infolge des Nahost-Konflikts mehr als ausglichen.
Das Kraftstoffgeschäft profitierte von höheren Raffineriemargen und einer besseren Auslastung und erzielte 446 Millionen Euro. In der Chemiesparte sorgten höhere Olefin-Preise und das neue Gemeinschaftsunternehmen Borouge International für einen kräftigen Schub: Das Ergebnis verdoppelte sich nahezu auf 429 Millionen Euro.
Ausblick überzeugt ebenfalls
Für 2026 erwartet OMV weiterhin ein günstiges Marktumfeld. Der Konzern rechnet mit einem durchschnittlichen Brent-Ölpreis zwischen 85 und 95 US-Dollar je Barrel. Die Gesamtproduktion soll bei 280.000 bis 290.000 Barrel Öläquivalent pro Tag liegen, wobei die tatsächliche Entwicklung maßgeblich von der weiteren Lage an der wichtigen Energie- und Handelsroute durch die Straße von Hormus abhängt.
Für das Raffineriegeschäft erwartet OMV eine weiterhin hohe Profitabilität: Die europäische Raffineriemarge soll sich bei etwa 20 US-Dollar je Barrel bewegen, während die Auslastung der Anlagen voraussichtlich über 90 Prozent liegen wird.
Mein Tipp: Zugreifen und Nachkaufen
Trotz der skeptischen Einschätzung von Goldman Sachs bleibt OMV für die Anleger interessant. Ein einstelliges KGV, eine hohe Dividendenrendite und die aktuelle Stärke an den Energiemärkten sprechen für die Aktie. Solange der USA-Iran-Konflikt die Rohstoffpreise stützt, bleibt der Titel ein attraktiver Dividendenwert.
Womit Goldman Sachs sicherlich richtig liegt, ist, dass die Ölpreise nach einem Ende des Krieges gegen den Iran nachgeben werden und dass dies auch nicht spurlos an der OMV-Aktie vorbeigehen wird. Sollte dieses Szenario eintreten, dann wäre der sich ergebende Rücksetzer auf lange Sicht aber eher eine Chance, als eine Belastung für die Aktien. Daher ist die OMV-Aktie immer noch eine Kaufgelegenheit als ein Verkaufstitel – obwohl die Akie seit Jahresbeginn schon rund 50 Prozent zugelegt hat.
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Markus Weingran, Chefredakteur wallstreetONLINE Börsenlounge
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Die OMV Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,63 % und einem Kurs von 70,60EUR auf Tradegate (11. September 2026, 08:04 Uhr) gehandelt.

