SpaceX wird zum Militärpartner
Großbritannien setzt auf Musk – diese Abhängigkeit wird immer teurer
Großbritannien setzt bei militärischer Kommunikation zunehmend auf SpaceX. Die Abhängigkeit von Elon Musk wächst – und wird für London teuer.
- London gibt fast 40 Millionen Dollar für SpaceX aus
- London verlagert Kommunikation auf Starshield
- Starshield kostet deutlich mehr als Starlink
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Großbritannien hat fast 40 Millionen US-Dollar für Satellitendienste von SpaceX ausgegeben. Damit wächst die Abhängigkeit des Landes von Elon Musks Unternehmen bei der militärischen Kommunikation. Gleichzeitig wächst in Europa die Sorge über eine zu starke Abhängigkeit von US-amerikanischer Sicherheitsinfrastruktur.
Die Zahlen wurden durch eine Anfrage nach dem britischen Informationsfreiheitsgesetz bekannt und Reuters mitgeteilt. Demnach ist Großbritannien das erste Land außerhalb der USA, das öffentlich die Nutzung von Starshield bestätigt hat. Der Dienst richtet sich im Gegensatz zum kommerziellen Starlink speziell an Militär- und Geheimdienstkunden.
Das britische Verteidigungsministerium verfügt nach eigenen Angaben über rund 1.000 Starshield- und 500 Starlink-Terminals. Für Starshield gab London bislang rund 13 Millionen Pfund (rund 15 Millionen Euro) ausgegeben, für Starlink weitere 16,5 Millionen Pfund.
Militärische Kommunikation wird umgestellt
Großbritannien nutzt Starlink bereits seit Mitte 2022. Seit 2024 werden zunehmend militärische Kommunikationsverbindungen auf Starshield verlagert. Das Verteidigungsministerium erklärte, SpaceX habe die Nutzung von Starlink für militärische Zwecke auf Bereiche wie Ausbildung, Freizeit und Betreuung beschränkt.
Starshield biete dagegen eine stärkere Verschlüsselung, militärische Vertragsbedingungen, höchste Priorisierung im Netzwerk sowie eine größere Abdeckung und flexible Lizenzmodelle. Technisch greift der Dienst laut Ministerium auf dieselbe Satellitenkonstellation und Infrastruktur wie Starlink zurück. Für Starshield gibt es jedoch spezielle Terminals und separate Netzwerk-Gateways.
Großbritannien verfügt mit Skynet zwar über ein eigenes militärisches Satellitennetz. Zudem ist das Land an Eutelsat beteiligt, dem französischen Betreiber einer großen Satellitenkonstellation im niedrigen Erdorbit. Dennoch nimmt die Bedeutung von SpaceX weiter zu.
Starshield kostet deutlich mehr
Der militärische Dienst ist dabei erheblich teurer als Starlink. In Großbritannien kostet ein Starshield-Tarif mit 5 Terabyte Datenvolumen 5.500 Pfund pro Monat. Ein unbegrenzter Tarif schlägt mit 25.000 Pfund zu Buche. Geschäftskunden können Starlink dagegen bereits für 1.830 Pfund monatlich mit 2 Terabyte globalem Datenvolumen nutzen.
Auch die Hardware ist teurer. Starshield-Terminals kosten laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zwischen 4.000 und 7.000 Pfund.
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Wie stark SpaceX auf Starshield für militärische Kunden setzt, zeigt auch das US-Geschäft. Nach Angaben des Unternehmens hat die US-Regierung mehr als 6 Milliarden US-Dollar an mehrjährigen Starshield-Aufträgen vergeben.
Auch andere Verbündete prüfen den Dienst. Neuseeland testet Starshield derzeit, um dessen Nutzen für militärische Einsätze zu untersuchen.
Für SpaceX ist das Geschäft strategisch bedeutend. Seit dem Start von Starlink im Jahr 2020 hat das Unternehmen das weltweit größte Satellitennetzwerk im niedrigen Erdorbit aufgebaut. Das Geschäft ist inzwischen die wichtigste Umsatzquelle des Konzerns und trug maßgeblich zu dessen Börsengang bei.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

