Ansage vom US-Finanzminister
"I am the house": Hat Bessent wirklich Einfluss auf die Märkte?
US-Finanzminister Scott Bessent stützt den Yen und greift bei den Anleihen ein. Aber reicht das, oder ist das nur bloße Symbolpolitik?
- Bessent stützt den Yen mit US-Interventionen
- Yen-Gewinne hängen von der Bank of Japan ab
- US-Anleiherückkäufe bleiben nur ein kleiner Beitrag
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"Ich bin jetzt die Bank", sagte Bessent am Dienstag bei einer Veranstaltung der Southern Methodist University in Texas. "I am the house now."
"Wenn wir also beim japanischen Yen intervenieren, habe ich ziemlich gute Einblicke darin, was die Japaner, was die Bank of Japan und was die japanischen Entscheidungsträger tun werden. Und wenn Sie gegen mich wetten wollen, können Sie das gerne tun."
Bislang haben sich seine Bemühungen, die japanische Währung zu stützen, allerdings ausgezahlt. Dazu gehörten die ersten Yen-Käufe durch US-Behörden seit drei Jahrzehnten. Zwar verpufften die anfänglichen Kursgewinne nach dem Schritt vom 31. Juli, doch der Yen hat in diesem Monat bislang um 4 Prozent auf rund 153,6 Yen je Dollar zugelegt und damit unter 31 Währungen die beste Entwicklung gegenüber dem Dollar gezeigt.
Allerdings gibt es Risiken für Bessents Intervention: Die Unterstützung für den Yen beruht teilweise auf weiteren Zinserhöhungen der Bank of Japan – und deren weiterer Kurs ist nach wie vor unsicher.
Das sieht man auch in Japan so: Laut einer Bloomberg-Zusammenstellung von Daten der Financial Futures Association of Japan und der Tokyo Financial Exchange hielten private Händler letzte Woche Netto-Short-Yen-Positionen im Wert von schätzungsweise 3,61 Billionen Yen (23,5 Milliarden US-Dollar). Die Short-Positionen auf den Yen erreichten im Juli 4,41 Billionen Yen, den höchsten Wert seit 2015.
USA engagieren sich stärker in eigene Anleihen
Separat sagte Bessent, sein Schritt vom vergangenen Monat, das Rückkaufprogramm für ältere US-Staatsanleihen auszuweiten, habe darauf abgezielt, das "Fieber" am Anleihemarkt zu senken. Zuvor hatte der milliardenschwere Investor Stanley Druckenmiller, der Bessent zu Beginn seiner Karriere als Hedgefonds-Händler als Mentor begleitet hatte, angedeutet, dass sein ehemaliger Schüler einen Fehler begehe, indem er sich in den Anleihemarkt einmische.
Angesichts des hohen Volumens der Anleihen von 38 Billionen US-Dollar und der kleinen Beteiligung durch die USA von 6 Milliarden US-Dollar, erscheint dies auch als nicht mehr, als ein Tropfen auf den explosiven Anleihemarkt.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion


