Milliarden gegen den Zinsdruck
Gold vor nächstem Knall? 6-Milliarden-Plan der USA enttäuscht – Härtetest heute
Die USA kündigen Anleihenrückkäufe über bis zu $6 Milliarden an. Doch die Renditen steigen weiter. Gold gab zuletzt zwar etwas nach, hat aber innerhalb von drei Monaten 8 % hinzugewonnen. Morgen der nächste Härtetest.
Sechs Milliarden US-Dollar – und die erhoffte Entspannung am Anleihemarkt blieb aus! Bis zu diesem Betrag wollte das US-Finanzministerium am 10. September US-Staatsanleihen zurückkaufen. Doch nach der Ankündigung stieg die Rendite zehnjähriger US-Papiere am Freitagmorgen zeitweise auf 4,978 Prozent – den höchsten Stand seit Oktober 2023.
Der Haken: Rückkäufe erleichtern zwar den Handel mit älteren Anleihen, beseitigen aber nicht den Finanzierungsbedarf. Goldman Sachs hält das Manöver deshalb für unzureichend, um den Renditedruck zu brechen.
Goldman Sachs erwartet, dass die Renditen lang laufender Anleihen im Verhältnis zu kurzfristigen Papieren weltweit weiterhin hoch bleiben werden. Die Zinskurven dürften damit weiterhin steil verlaufen. Die Analysten Cole und Marshall rechnen zudem mit einer anhaltend erhöhten Laufzeitprämie. Das bedeutet, dass Anleger einen größeren Renditeaufschlag als Ausgleich für die Risiken verlangen, die sie mit langfristigen Anleihen eingehen. Dies haben die Analysten in einer kürzlich veröffentlichten Studie erklärt.
Gold sendet derweil ein überraschendes Signal: Am Freitagmorgen stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) zeitweise um mehr als 0,3 Prozent auf 4.332,39 US-Dollar. Gold als nicht zinstragendes Asset reagiert eigentlich besonders sensibel auf steigende Anleiherenditen.
Jetzt wird Freitag, der 11. September, zum Härtetest. Um 14:30 Uhr MESZ werden die US-Verbraucherpreise veröffentlicht. Eine unerwartet hohe Inflation könnte Zinserhöhungsängste schüren und Gold belasten. Eine Entspannung könnte demgegenüber Rückenwind liefern. Hält die Erholung an – oder steht bereits der nächste Rückschlag bevor?
Obwohl die Anleiherenditen gestiegen sind, ist der Goldpreis innerhalb von drei Monaten um über 2,4 Prozent gestiegen. Wachsende Sorgen über die US-Staatsverschuldung, staatliche Marktinterventionen und massive Zentralbankkäufe haben die üblichen Marktmechanismen zumindest teilweise außer Kraft gesetzt.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
