KI-Boom mit Haken
Adobe schlägt Erwartungen, doch die Aktie fällt – Was ist da los?
Umsatz und Gewinn über den Erwartungen, trotzdem fällt die Adobe-Aktie. Ausgerechnet der Blick nach vorne dämpft die Freude über das KI-Geschäft. Dazu kommt ein Umbau an der Spitze.
Im dritten Quartal erzielte der Photoshop-Anbieter 6,76 Milliarden US-Dollar Umsatz. Analysten hatten laut LSEG mit 6,70 Milliarden gerechnet. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie übertraf mit 6,13 US-Dollar die erwarteten 6,09 US-Dollar.
Rückenwind kommt von Produkten mit integrierter künstlicher Intelligenz. Die jährlich wiederkehrenden Umsätze mit KI-zentrierten Produkten haben sich im Quartal gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Adobe baut KI-Funktionen aus, während Rivalen wie Figma und Canva ihre Angebote erweitern.
Doch im Ausblick steckt der Haken: Für das vierte Quartal stellt Adobe 6,80 bis 6,85 Milliarden US-Dollar Umsatz in Aussicht. Der Mittelwert von 6,825 Milliarden liegt leicht unter der Analystenschätzung von 6,85 Milliarden US-Dollar. Die Obergrenze erreicht damit gerade die Markterwartung.
Emarketer-Analystin Grace Harmon sieht laut Reuters im schwächeren Ausblick neue Fragen zu Adobes Wettbewerbsposition und zur Strategie des künftigen Chefs.
Anil Chakravarthy wurde vergangene Woche zum nächsten Konzernchef ernannt. Shantanu Narayen soll am 1. Dezember Executive Chairman werden. Zudem wird David Wadhwani, Leiter des Geschäfts für Kreativität und Produktivität, am 27. September zurücktreten. Der KI-Wettbewerb verschärft sich also mitten im Führungsumbau.
Die Aktie verlor nach Börsenschluss zeitweise 2,35 Prozent und fiel auf 242,98 US-Dollar. Zuvor war sie bereits mehr als 2,3 Prozent im Minus bei 248,83 US-Dollar je Anteilschein aus dem Handel gegangen.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
Die Adobe Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -2,37 % und einem Kurs von 248,8USD auf Nasdaq (11. September 2026, 02:00 Uhr) gehandelt.

