Chinas Chip-Wette
Nvidia-Rivale Enflame: 206 Prozent zum Börsenstart – doch es gibt einen Haken
Enflame legt in Shanghai einen fulminanten Börsenstart hin. Anleger setzen auf Chinas Antwort auf Nvidia. Doch hinter dem Kursfeuerwerk steckt eine Wette, die sich erst noch auszahlen muss.
Enflame elektrisiert Shanghai mit 206 Prozent Kursplus beim Börsendebüt. Der von Tencent unterstützte Chipentwickler will heimische Alternativen zu Nvidia liefern. Für die zunächst angebotenen Aktien für Privatanleger gingen laut CNBC Zeichnungen über mehr als das 6.000-Fache des verfügbaren Volumens ein. Danach wurde das Kontingent aufgestockt.
Die Hoffnung hinter dem Ansturm: Chinesische KI-Chips sollen Nvidia im eigenen Land ersetzen. 2025 hielten internationale Anbieter unter Führung des US-Konzerns noch fast 60 Prozent des chinesischen Marktes für KI-Beschleuniger. Durch US-Exportkontrollen und Pekings Streben nach technologischer Unabhängigkeit ergeben sich Chancen für heimische Entwickler.
Enflame ist der letzte der "vier kleinen Drachen" der chinesischen KI-Chipbranche, der an die Börse geht. Beim Debüt im Dezember legte MetaX fast 700 Prozent zu, Moore Threads mehr als 400 Prozent. Biren sprang im Januar um 76 Prozent.
Doch es gibt einen Haken: Enflame schreibt bislang keine Gewinne. Zwar stieg der Umsatz 2025 von 722 Millionen auf 990 Millionen Yuan, doch das Unternehmen schreibt nach wie vor nur Verluste. Mit dem Geld aus dem Börsengang will das im Jahr 2018 gegründete Unternehmen seine fünfte und sechste KI-Chipgeneration entwickeln und vermarkten. Das Ziel ist es, bei der Leistung zu internationalen Spitzenprodukten aufzuschließen.
Jetzt muss Enflame zeigen, dass aus dem Börsenhype ein profitables Geschäft wird.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

