100.000.000.000 US-Dollar
Dieses gewaltige Umsatzziel verfolgt SpaceX jetzt!
An vollmundigen Versprechen hat es SpaceX ebenso wie Tesla noch nie gefehlt, doch jetzt hat der Finanzchef mit konkreten Zahlen aufhorchen lassen.
- SpaceX stellt 100 Milliarden Dollar Umsatzziel vor
- KI-Vertrag soll monatlich 1,11 Milliarden bringen
- Ausbau der KI kann Gewinne und Raumfahrtprofil gefährden
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Elon Musk: CEO großer Versprechen
Wer als Anlegerin oder Anleger in ein von Elon Musk gegründetes Unternehmen investiert, ist es gewohnt, mit vollmundigen Versprechen und kühnen Prognosen konfrontiert zu werden – die längst nicht alle gehalten werden können. So lässt beispielsweise bei Tesla der Start einer Robotaxiflotte, welche das Unternehmenswachstum auf eine neue Stufe heben soll, seit Jahren auf sich warten.
Auch beim Raumfahrtunternehmen SpaceX wurde schon lange vor dem Börsengang nicht mit fantasievollen Zukunftsplänen gegeizt. Schon in wenigen Jahren sollte es beispielsweise zum Mars gehen, eine Mondbasis errichtet werden und so weiter. Zuletzt machte SpaceX mit der Ankündigung von Rechenzentren im Orbit auf sich aufmerksam.
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SpaceX liefert konkretes Umsatzziel: 100 Milliarden US-Dollar!
Selten spielten bei all diesen Visionen Zahlen eine Rolle. Schon gar nicht solche, welche die im wahrsten Sinne des Wortes astronomische Unternehmensbewertung rechtfertigen könnte. Das hat sich nach dem Auftreten von Finanzchef Bret Johnsen am Donnerstag geändert.
Johnsen stellte bei einem Auftritt auf der von der US-Investmentbank Goldman Sachs veranstalteten Konferenz Communacopia + Technology ein Umsatzziel von jährlich 100 Milliarden US-Dollar in Aussicht und das wiederkehrend, also als sogenannte "annual recurring revenues" (ARR).
Die gelten als besonders zuverlässig und sorgen für eine hohe finanzielle Sichtbarkeit, weil sie in der Regel durch (langfristige) Abonnementverträge erzielt werden. Vor allem in der Software-Branche sorgt das gleichzeitig auch für hohe Unternehmensmargen.
Aktuell ist mehr als eine Verdreifachung nötig
100 Milliarden US-Dollar entsprechen monatlich 8,33 Milliarden US-Dollar. Im abgelaufenen Quartal präsentierte SpaceX einen Umsatz von 7,8 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 2,6 Milliarden US-Dollar pro Monat. Unter der Annahme, dass es sich hierbei vollständig um jährlich wiederkehrende Erlöse handelt, müsste sich SpaceX gegenwärtig also um mehr als das Dreifache steigern.
Ein erster großer Schritt in diese Richtung scheint SpaceX bereits gelungen. Johnsen gab bei seinem Auftritt auch bekannt, das Unternehmen habe einen Deal zur Bereitstellung von KI-Rechenleistung abgeschlossen. Den Kunden wollte er zwar nicht nennen, der Start soll jedoch bereits im Dezember erfolgen und monatlich für 1,11 Milliarden US-Dollar sorgen. Damit läge SpaceX bereits bei monatlich 3,71 Milliarden US-Dollar.
Rechenleistung soll Umsatzwachstum befeuern
Für die weitere Zielerreichung soll zukünftig der massive Ausbau "terrestrischer" Rechenleistung sorgen. Gegenwärtig verfügt SpaceX nach Angaben von Johnsen über 2 Gigawatt installierter Leistung. Bis zum Jahresende sollen es 5 Gigawatt und bis Ende 2027 sogar 10 Gigawatt sein.
Er wies allerdings darauf hin, dass die Verfügbarkeit von Energie derzeit ein Flaschenhals sei, dieses Ziel zu erreichen und bekräftigte, das Unternehmen werde deshalb weiter an Versuchen zu orbitalen Rechenzentren festhalten. Erst vor Kurzem hatte SpaceX "AI1" vorgestellt.
Der Satellit mit einer Spannweite von bis zu 75 Metern soll dank riesiger Solarmodulflächen bis zu 250 Kilowatt Leistung für Compute-Hardware von Nvidia liefern. Der Informationsaustausch zwischen Satellit und Erdoberfläche soll optisch mit Hochleistungsfaserlasern erfolgen. Die physikalischen und finanziellen Herausforderungen gelten jedoch als gewaltig.
Aktie ungerührt, aber wieder deutlich über IPO-Preis
An der Börse zeigten sich Anlegerinnen und Anleger bislang unbeeindruckt. Zwar konnte sich die SpaceX-Aktie am Donnerstag mit einem Plus von 0,4 Prozent dem Abverkauf am Gesamtmarkt entziehen, der durch den Anstieg der Anleiherenditen völlig aus dem Takt geraten ist.
Deutlich positive Impulse blieben trotz erstmals konkreterer Zahlen auch von Unternehmensseite und der Bekanntgabe eines großen Vertragsabschlusses aus. Nach der jüngsten Erholungsrallye notiert die Aktie mit rund 148 US-Dollar wieder über dem IPO-Preis von 135 US-Dollar. Die vor Kurzem erstmals etablierte 50-Tage-Linie liegt wie der Ausgabepreis bei rund 135 US-Dollar und dürfte bei weiteren Abverkaufsversuchen als Unterstützung dienen.

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Fazit: Mehr Umsatz ist nicht unbedingt besser
Der Finanzchef von SpaceX, Bret Johnsen, hat sich am Donnerstag mit konkreten Umsatzzielen für das Raumfahrt- und KI-Unternehmen zu Wort gemeldet. Er hat Investoren jährlich wiederkehrende Erlöse in Höhe von 100 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt, wofür sich der Konzern selbst nach einem neuen Vertragsabschluss über 1,1 Milliarden US-Dollar, beginnend ab Dezember, noch deutlich steigern muss. Hierfür soll vor allem mehr KI-Rechenleistung sorgen.
Der Plan ist zwar nachvollziehbar, birgt aber Schwierigkeiten und Gefahren. Erstens droht das Unternehmen mit der Fokussierung auf KI für zusätzliches Wachstum seine Position als Raumfahrtunternehmen zu verwässern, zweitens ist keineswegs sicher, dass die Erlöse aus Cloud-Computing überhaupt profitabel sind.
Höhere Erlöse könnten also vor allem auch höhere Verluste bedeuten, die als Hypothek zu den Schulden, die für den Ausbau der Rechenkapazitäten aufgenommen werden müssen, hinzukommen. SpaceX mag jetzt zwar konkrete Umsatzziele geliefert haben, investierbarer macht das die Aktie aus einer fundamentalen Perspektive jedoch nicht.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

