Bis zu 2,6 Billionen $
Microsoft verfolgt gewaltige KI-Ausbau-Pläne: Das sind die Profiteure!
In Reaktion auf die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Rechenleistung will Microsoft seine Kapazitäten bis 2032 verdreifachen. Profitieren dürften vor allem Hersteller von KI-Hardware.
- Microsoft verdreifacht KI-Kapazitäten bis 2032
- Hardwarehersteller profitieren vom KI-Ausbau
- Microsoft-Investoren riskieren sinkende Cashflows
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
KI-Rechenleistung: Hohe Nachfrage, kaum neues Angebot
Der Bedarf an KI-Rechenleistung wächst gegenwärtig deutlich schneller als das Angebot. Anbieter wie Anthropic und OpenAI sichern sich neu an den Markt gelangende Rechenkapazitäten umgehend und verpflichten sich gleich über viele Jahre hinweg.
Flaschenhälse beim Ausbau von Rechenzentren sind gegenwärtig vor allem die Verfügbarkeit von KI-Hardware und Energie. Dazu kommt wachsender Widerstand aus der Zivilgesellschaft.
Vor allem in den USA organisieren Anwohnerinnen und Anwohner immer häufiger Widerstand gegen die Ansiedlung von KI-Rechenzentren – auch weil die Betreiber oft wenig Rücksicht beispielsweise auf die Trinkwasserversorgung vor Ort oder Lärmschutz nehmen.
Nur im September: Depot eröffnen, 5 Trades ausführen, Depot übertragen – oder beides kombinieren. Jetzt teilnehmen
Microsoft will jetzt dramatisch aufrüsten ...
Um die hohe Nachfrage nach Rechenkapazitäten bedienen zu können, im Wettbewerb mit anderen Hyperscalern nicht zurückzufallen und um nicht allzu stark auf Neoclouds, wie CoreWeave, IREN und Nebius angewiesen zu sein, will Microsoft seine bestehenden Kapazitäten jetzt deutlich ausbauen.
Wie der Finanznachrichtendienstleister Bloomberg am Donnerstagabend berichtet hat, will Microsoft seine Kapazitäten bis 2032 mehr als verdreifachen. Gegenwärtig verfügt der Miteigentümer von OpenAI über rund 12 Gigawatt an Rechenleistung. Bis in 6 Jahren sollen es 38 Gigawatt und mehr sein, wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheiten vertrauten Personen mitgeteilt hat.
Laut der internen Roadmap werden zur Berechnung der Zielerreichung Microsoft-eigene Datenzentren sowie geleaste Rechenzentren herangezogen, nicht aber von Neoclouds angemietete Kapazitäten. Das setzt einen massiven Ausbau aus eigener Kraft voraus.
... und dafür gigantische Geldbeträge in die Hand nehmen
Angesichts stark steigender Preise für KI-Hardware kostet 1 Gigawatt Rechenleistung gegenwärtig zwischen 35 bis 47 Milliarden US-Dollar nach konservativer Schätzung (Bernstein) oder 50 bis 100 Milliarden US-Dollar nach Angaben von Nvidia-CEO Jensen Huang.
Will Microsoft 26 weitere Gigawatt an Rechenleistung in Betrieb nehmen, muss nach gegenwärtigem Stand also mit Kosten in Höhe von 910 Milliarden US-Dollar bis 2,6 Billionen US-Dollar gerechnet werden. Hiervon dürften vor allem die Hersteller von Hardware profitieren. Das sind zum einen Halbleiterhersteller wie AMD, Nvidia und die Speicherchip-Spezialisten Micron und SanDisk.
Zum anderen müssen diese Kapazitäten auch mit Energie versorgt werden. Das dürfte einerseits Versorgern in die Hände spielen, zum anderen wird ein Teil der Versorgung auch dezentral stattfinden, was Konzerne wie Cummins, GE Vernova und Siemens Energy begünstigen sollte. Auch der Bereich Übertragungs- und Netzwerktechnik dürfte profitieren. Das könnte Unternehmen wie Corning und Nokia anhaltend starke Geschäfte bescheren.
Allerdings steht die Auswahl gerade vor dem Hintergrund der unaufhaltsam steigenden Anleiherenditen und damit auch der Kredit- und Refinanzierungskosten unter Finanzierungsvorbehalt.
Hardware-Hersteller als Profiteure, Microsoft ungerührt
Während Hardware-Hersteller von den Nachrichten profitieren konnten und nachbörslich geringfügig zulegten und sich vom empfindlichen Ausverkauf am Gesamtmarkt erholten, quittierten Anlegerinnen und Anleger von Microsoft die Nachricht mit einem Schulterzucken. In der US-Vorbörse notieren die Anteile am Freitagmittag nahezu unverändert.
Dass Microsoft in den kommenden Jahren jährlich einen dreistelligen Milliardenbetrag investieren würde, ist schon länger bekannt und abzusehen. Investoren erhalten durch das Bekanntwerden der Ausbaupläne jetzt lediglich mehr Klarheit über die zu erwartenden Kosten, die sich bei 100 Milliarden US-Dollar pro Gigawatt auf bis zu 433 Milliarden US-Dollar pro Jahr belaufen könnten.
Sollten die Anleiherenditen weiter steigen, könnte das noch zu einer negativen Kursreaktion der Microsoft-Aktie führen, denn die Profitabilität und die Monetarisierung der gewaltigen Investitionskosten ist noch immer nicht vollständig abzusehen – gerade vor dem Hintergrund, dass das chinesische KI-Startup DeepSeek am Freitagmorgen von gewaltigen Effizienzgewinnen bei der Berechnung seiner KI-Modelle berichtet hat, womit künftig weniger Rechenleistung nötig sein könnte.

wallstreetONLINE RedaktionAnhaltend hohes Wachstum
AMD, Nvidia & Micron vor dem Absturz? Diese Zahlen sprechen jetzt dagegen!
Fazit: Microsoft-Investoren könnten das Nachsehen haben
Um den stetig wachsenden Bedarf nach Rechenleistung für KI-Anwendungen bedienen zu können, setzt Microsoft in den kommenden Jahren auf den massiven Ausbau der eigenen Kapazitäten. Insgesamt soll die Leistung von gegenwärtig 12 auf 38 Gigawatt gesteigert werden, wofür jedoch ein Billionen-Betrag fällig werden könnte.
Rückenwind bedeutet das vor allem für die Hersteller von KI-Hardware, während Microsoft-Investoren am Ende den Kürzeren ziehen könnten, da die Unternehmensverschuldung weiter steigen und die freien Cashflows erodieren dürften. Die waren lange mit eines der stärksten Argumente für den Kauf der Aktie. Sollte es außerdem zu weiteren Effizienzgewinnen kommen, könnte Microsoft auf viel ungenutzter Rechenleistung sitzen bleiben, womit die Profitabilität noch unsicherer werden könnte. Die Wette ist also äußerst unsicher, trotzdem erhöht Microsoft erstmal seinen Einsatz.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

