Mehr als $6 pro Gallone
Preisschock vor den Inflationszahlen: Diesel in den USA so teuer wie nie zuvor!
Erstmals kostet Diesel in den USA mehr als 6 US-Dollar je Gallone (3,785 Liter). Hinter dem Rekord steckt eine Versorgungskrise, deren Folgen bis an die Supermarktkasse reichen.
Ein Preisrekord mit Folgen für Millionen: Diesel kostete in den USA am Freitag erstmals mehr als 6 US-Dollar je Gallone. Laut den von CNBC zitierten Daten des AAA liegt der Landesdurchschnitt bei 6,0556 US-Dollar und damit rund 63 Prozent über dem Vorjahresniveau. In Kalifornien werden sogar 7,9827 US-Dollar fällig.
Die Preiswelle rollt durch die Wirtschaft. Diesel treibt Lastwagen, Züge, Schiffe und Landmaschinen an. Höhere Kosten schlagen deshalb auch auf Lebensmittel und Konsumgüter durch. GasBuddy-Analyst Patrick De Haan warnt vor schweren wirtschaftlichen Folgen, sollte das Preisniveau anhalten. Für Benzin und Diesel geben Amerikaner ihm zufolge täglich rund 700 Millionen US-Dollar mehr aus als vor einem Jahr.
Dahinter steckt ein weltweiter Engpass: Nach ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien verbot Moskau Dieselausfuhren. Der Iran und die Huthi haben zudem Raffinerien in mit den USA verbündeten Golfstaaten angegriffen. Attacken auf Tanker begrenzen zudem die Treibstoffexporte durch die Straße von Hormus.

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Das Problem: Zusätzlicher Kraftstoff ist kaum verfügbar. Laut Andy Lipow von Lipow Oil Associates fehlen weltweit fast acht Prozent des Dieselangebots. US-Raffinerien laufen bereits mit einer Auslastung von 98 Prozent, wie die RBC-Strategin Helima Croft mitteilte. Für einen schnellen Ausgleich fehlen somit die Reserven.
Anleger warten derweil gespannt auf die US-Inflationsdaten: Der Verbraucherpreisindex (CPI) wird um 14.30 Uhr MESZ erwartet. Die Veröffentlichung hat besondere Brisanz, da der Markt bereits eine Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent für eine Zinserhöhung durch die Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh einpreist. Die Zahlen könnten diese Erwartungen bestätigen oder die Zinswetten nochmals deutlich verschieben.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

