Spielverderber Notenbank
Renditeschock bremst die Aktien-Party
Steigende US-Renditen setzen europäische Aktien unter Druck, der Stoxx 600 verlor seit Mitte August fast vier Prozent. BofA-Stratege Raedler sieht fallende Zinsen, bleibt aber skeptisch für Europas Börsen.
- Steigende US-Renditen belasten Europas Aktienmärkte
- Stoxx 600 verliert seit August fast vier Prozent
- BofA erwartet sinkende Renditen, bleibt skeptisch
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Steigende Anleiherenditen setzen die europäischen Aktienmärkte zunehmend unter Druck. Der Stoxx 600 hat seit Mitte August fast vier Prozent verloren, nachdem die reale Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen seit Februar um 80 Basispunkte gestiegen ist und damit ihren Zyklushöchststand von 2,5 Prozent erreicht hat.
Die Auswirkungen auf die Aktienmärkte haben die Analysten der Bank of America jetzt in einer neuen Studie hervorgehoben. Lange konnten Aktien dem Renditedruck trotzen. Eine sinkende Risikoprämie und ein Gewinnboom fingen den Anstieg zunächst auf.
Die europäische Risikoprämie fiel von 5,2 Prozent im März auf ein 24-Jahres-Tief von 4,3 Prozent im August, während die globalen Gewinnschätzungen seit Februar um fast 20 Prozent zulegten. Dieser Puffer bröckelt nun: Seit Mitte August zog die Risikoprämie wieder an, der Aufwärtstrend bei den Gewinnrevisionen kühlt sich ab.
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Hinter dem Renditeanstieg steckt vor allem eine restriktivere Einschätzung der Fed-Politik. Treiber sind robustes globales Wachstum, sichtbar am Einkaufsmanagerindex auf Dreijahreshoch, eine Erholung am US-Arbeitsmarkt sowie neue Inflationsrisiken durch die Eskalation im Nahen Osten, die den Ölpreis über 100 US-Dollar je Barrel trieb und die Lieferketten erneut belastet.
BofA-Analyst Sebastian Raedler erwartet dennoch, dass die Renditen bis Jahresende wieder auf 4,5 Prozent zurückgehen. Der Markt preise bereits drei Zinserhöhungen bis Mitte 2027 ein, die Kerninflation liege mit 1,6 Prozent nahe einem Fünfjahrestief, und sollte der Renditeanstieg die Aktien weiter belasten, dürfte dies die Fed zu mehr Zurückhaltung zwingen.
Zudem sei die Positionierung bereits stark auf steigende Renditen ausgerichtet, was das Potenzial für eine Gegenbewegung erhöht.
Trotz möglicher Entspannung bei den Zinsen bleiben die Strategen skeptisch für europäische Aktien. Ihr Kursziel für den Stoxx 600 liegt bei 580 Punkten, rund neun Prozent unter dem aktuellen Niveau.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Der Europa 600 wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,75 % und einem Kurs von 639,9PKT auf Ariva Indikation (11. September 2026, 13:04 Uhr) gehandelt.

