Die Billionen-Frage
Boom oder Bust? KI-Rallye vor der Bewährungsprobe
Die Bank HSBC bleibt optimistisch für die KI-Aktienstory, mahnt aber zur Vorsicht: Die nächste Phase der Rallye hänge davon ab, ob Umsätze mit den gigantischen Investitionen der Tech-Konzerne mithalten könne.
- HSBC bleibt bei KI optimistisch, mahnt zur Vorsicht
- KI-Umsätze müssen mit den Kosten Schritt halten
- HSBC setzt auf Korea, Taiwan und China-Zulieferer
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Die Bank HSBC bekräftigt ihre positive Grundhaltung zum KI-Trade, mahnt aber zur Vorsicht: Die nächste Phase des Booms hängt davon ab, ob die Erlöse mit dem enormen Kapitaleinsatz der Tech-Konzerne Schritt halten. In einer aktuellen Studie beleuchten die Strategen Alastair Pinder und Pankaj Agarwala sieben zentrale Streitpunkte, die derzeit unter Investoren diskutiert werden.
Beim Thema Monetarisierung sehen die Analysten noch erhebliches Potenzial. Anthropic soll im Juli auf einen annualisierten Umsatz von 65 Milliarden US-Dollar gekommen sein, OpenAI auf 40 Milliarden. Wie früh die breite Unternehmensnutzung noch steckt, zeigt ein anderer Wert: Der mittlere Firmenkunde gibt laut Ramp AI nur zwölf US-Dollar pro Mitarbeiter und Monat für KI aus, die Top-Zehn-Prozent-Gruppe dagegen 650 US-Dollar, beide Werte steigen rasant.
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Bei Tokenpreisen und der Konkurrenz aus China verweist HSBC auf eine Besonderheit: Zwar nähern sich chinesische Modelle mittlerweile rund der Hälfte des weltweiten Token-Volumens, bei den tatsächlichen Ausgaben behaupten US-Anbieter jedoch weiterhin rund 80 Prozent Marktanteil. Fallende Preise pro Token würden zudem durch stark steigende Nutzungsmengen ausgeglichen.
Kritischer fällt der Blick auf die Investitionen der Hyperscaler aus. Für 2026 rechnet der Konsens mit Kapitalausgaben von 770 Milliarden US-Dollar, 2027 sollen es bereits 1,1 Billionen sein. Der Auftragsbestand der großen Cloud-Anbieter kletterte im zweiten Quartal auf rund 2,35 Billionen US-Dollar, ein Jahr zuvor waren es noch 815 Milliarden.
Beim koreanischen Speicherchipsektor bleibt HSBC trotz einer Kurskorrektur von rund 35 Prozent gegenüber dem Hoch optimistisch, ebenso bei chinesischen Halbleiterzulieferern mit Fokus auf den heimischen Markt.
Insgesamt positionieren sich die Strategen bevorzugt in Schwellenländern wie Korea und Taiwan sowie in chinesischen Zulieferern für Ausrüstung und Energieinfrastruktur. In den USA setzt HSBC in der Reihenfolge auf Halbleiterhersteller, dann Hyperscaler und erst danach Softwarefirmen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

