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20% in einer Woche: Diese deutsche Reederei-Aktie ist momentan nicht zu bremsen
Die Hamburger Reederei Ernst Russ verkauft ein altes Containerschiff mit Gewinn und steckt das Geld in neue Tanker. Der Analyst von mwb research hebt seine Gewinnschätzung deutlich an und bleibt bei der Kaufempfehlung.
- Ernst Russ hebt die EBIT-Prognose für 2026 an
- EF Emma wird mit deutlichem Gewinn verkauft
- Sechs neue Tanker sichern Erträge ab 2027
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Die Hamburger Reederei Ernst Russ hat ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach oben korrigiert. Wie das Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, soll das operative Ergebnis (EBIT) 2026 nun zwischen 55 und 65 Millionen Euro liegen, statt wie bisher zwischen 45 und 55 Millionen.
Die Aktie kletterte daraufhin in dieser Woche auf ein neues Allzeithoch von derzeit 9,94 Euro. Allein am Freitag legten die Papiere rund 9 Prozent zu. Analysten sehen für die Aktie weiterhin jede Menge Luft nach oben
Die Umsatzspanne wurde leicht auf 150 bis 160 Millionen Euro eingeengt. Analyst Thomas Wissler von MWB Research bestätigte daraufhin seine Kaufempfehlung mit einem unveränderten Kursziel von 14,50 Euro, was gegenüber dem aktuellen Kurs ein Aufwärtspotenzial von rund 45 Prozent bedeutet.
Auslöser der Anhebung ist der vereinbarte Verkauf des 2008 gebauten Containerschiffs EF Emma mit 1.710 TEU Kapazität, dessen Übergabe für das vierte Quartal 2026 geplant ist. Wissler schätzt den Verkaufspreis auf 18 bis 20 Millionen Euro und rechnet bei einem Buchwert von 6 bis 8 Millionen Euro mit einem Veräußerungsgewinn von rund 12 Millionen Euro.
Die 1893 gegründete Ernst Russ AG zählt zu den traditionsreichsten Reedereien Hamburgs und ist im Scale-Segment der Frankfurter Börse notiert, mit einer Flotte, die sich schwerpunktmäßig aus Containerschiffen verschiedener Größenklassen zusammensetzt.
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Parallel dazu baut Ernst Russ seine Tankerflotte weiter aus. Das Unternehmen hat zwei zusätzliche Neubauten von Produkten und Chemikalientankern mit je 18.500 Tonnen Tragfähigkeit bestellt, Schwesterschiffe der vier bereits im April erworbenen Tanker.
Die geplante Tankerflotte wächst damit auf sechs Einheiten. MWB-Analyst Wissler kalkuliert einen Kaufpreis von umgerechnet rund 62 Millionen Euro für beide Schiffe zusammen. Das erste Schiff soll in den kommenden Tagen abgeliefert werden, das zweite noch vor Jahresende, sodass beide bereits 2027 vollständig zum Ergebnis beitragen könnten.
Bei einer angenommenen Fremdfinanzierung von 70 Prozent würde die Investition rund 43 Millionen Euro Fremdkapital und etwa 19 Millionen Euro Eigenkapital erfordern. Beide neuen Tanker haben bereits Charterverträge mit mindestens drei Jahren Laufzeit mit dem Rohstoffhändler Cargill gesichert, was zusätzliche Einnahmen von rund 38,3 Millionen US-Dollar zum Auftragsbestand beisteuert.
Für Wissler zeigt sich hier eine geschickte Kapitalumschichtung: Der Verkauf älterer Containerschiffe finanziert den Ausbau der Tankerflotte und sichert damit sowohl kurzfristig höhere Gewinne als auch langfristig wiederkehrende Erträge ab 2027.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die Ernst Russ Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +10,46 % und einem Kurs von 10,09EUR auf Lang & Schwarz (11. September 2026, 22:58 Uhr) gehandelt.

