Gold: Anleger in großer Sorge
Goldpreis: Beendet die Fed am Mittwoch die Goldrallye mit einem Paukenschlag?
Die US-Inflationsdaten haben die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed deutlich steigen lassen. Für den Goldpreis ist das ein starkes Warnsignal. Doch beendet die US-Notenbank am Mittwoch tatsächlich die Goldrallye?
- US-Inflation erhöht Erwartungen an Fed-Zinserhöhung
- Gold steigt trotz höherer Zinserwartungen deutlich
- Goldrallye bleibt trotz Fed-Risiko weiter intakt
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Goldpreis vor der Fed: Was die US-Inflationsdaten verändert haben
Die aktuellen Inflationsdaten haben die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung noch einmal ansteigen lassen – sehr zum Leidwesen von Gold, Silber & Co. Die US-Verbraucherpreisdaten für August fielen im Großen und Ganzen zwar im Rahmen der Erwartungen liegend aus, aber eine Kennzahl trieb den Marktakteuren die Schweißperlen auf die Stirn. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise in der Kernrate um 0,3 Prozent. Das lag zum einen über dem Juli-Wert (0,2 Prozent) und zum anderen leicht über den Erwartungen von 0,2 Prozent. Für den Markt ist eine Zinsanhebung der Fed am Mittwoch (16. September) damit fast unvermeidbar. Die überwiegende Mehrheit der Marktakteure geht nun von einer Leitzinsanhebung der Fed um 25 Basispunkte aus.
Große Überraschung: Gold steigt nach starken US-Verbraucherpreisdaten
Die Reaktion des Goldpreises auf die US-Verbraucherpreisdaten mag auf den ersten Blick überraschen, denn trotz der nochmals erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung der Fed legte das Edelmetall kräftig zu. Im Schlepptau erholten sich Silber, Platin oder auch das bis dato spektakulär haussierende Zink. Aktienindizes, wie DAX, Dow Jones Industrial oder Nasdaq 100, atmeten ebenfalls auf.
In Zahlen: Der Goldpreis legte unmittelbar nach der Veröffentlichung der Verbraucherpreisdaten um satte 60 US-Dollar zu und kratzte dabei an der Marke von 4.400 US-Dollar. Im späten Freitagshandel kamen jedoch Gewinnmitnahmen auf. Der Goldpreis beendete die Handelswoche schließlich im Bereich von 4.350 US-Dollar.
Wie ist diese Reaktion von Gold zu bewerten?
Den einen Grund für die Aufwärtsreaktion des Goldpreises zu benennen, ist nahezu unmöglich. Vielmehr war ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren dafür verantwortlich, dass Gold nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten kräftig zulegte. Gold musste in den letzten Tagen und Wochen diverse Rückschläge verkraften. Die Rede von Kevin Warsh auf dem Jackson Hole Economic Policy Symposium sowie der US-Arbeitsmarktbericht für August vom 04. September setzten Gold im Vorfeld bereits zu. Die vor den US-Verbraucherpreisdaten veröffentlichten US-Erzeugerpreisdaten vermochten es auch nicht, den Goldpreis anzuschieben. Im Ergebnis notierte Gold vor den Inflationsdaten auf einem recht günstigen Niveau. Da bereits im Vorfeld der Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten ein Großteil der Marktakteure von einer Zinsanhebung der Fed ausging, machte der Zuwachs an Wahrscheinlichkeit – salopp formuliert – den Kohl auch nicht mehr fett. Den größten Einfluss dürfte jedoch die Reaktion des Anleihemarktes auf die Inflationsdaten gehabt haben. So blieben die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen unterhalb der wichtigen Marke von 5 Prozent und die der 2-jährigen unterhalb von 4,6 Prozent. Der US-Dollar erholte sich zwar etwas, dennoch notiert der wichtige US-Dollar-Index unterhalb von 100 Punkten.
Fazit – Die Goldpreisrallye lebt
Von der nächsten Sitzung der Fed geht sicherlich ein gewisses Risiko für den Goldpreis und für die Goldrallye im Allgemeinen aus. Neben der Leitzinsentscheidung selbst ist die Veröffentlichung der Projektionen der US-Notenbank zu Wirtschaftsleistung, Arbeitsmarkt, Inflation und Zinsen von großer Bedeutung. Der Termin hat das Potenzial, die Goldpreisrallye mit einem Paukenschlag zu beenden. ABER: Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ist eingepreist. Sollten die Zinsprojektionen keine bösen Überraschungen bereithalten, könnte die September-Sitzung das Startsignal für einen goldenen Herbst geben und die Rallye in Richtung 4.800 US-Dollar / 5.000 US-Dollar anschieben. Die zentrale Unterstützung ist nach wie vor im Bereich 4.000 US-Dollar / 3.950 US-Dollar zu verorten.
Auf kurze Sicht schürt die Entwicklung am Ölmarkt nach wie vor Unsicherheit. Der Rückgang der Ölpreise am Freitag sollte nicht überbewertet werden. Von Entspannung ist man im Nahen Osten weit entfernt. Dennoch gilt unverändert: Das übergeordnet bullische Szenario für Gold ist weiterhin intakt. Darauf deuten auch die Kursentwicklungen der Produzentenaktien hin. So präsentieren sich die Aktien von Barrick Mining, Newmont Corp., Agnico Eagle Mines oder aber Kinross Gold beeindruckend robust.
Zudem halten die ETF-Investoren Gold die Treue. So waren die Bestände des weltgrößten physisch besicherten Gold-ETF, des SPDR Gold Shares, während der jüngsten Goldpreisschwäche stabil - auch dieser Aspekt soll nicht unerwähnt bleiben.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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