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    Europas Batteriespeicher verdoppeln sich auf 29 GW: Warum RWE und EVN jetzt die nächste Ausbaustufe zünden 

    Europas Batteriespeicher verdoppeln sich auf 29 GW: Warum RWE und EVN jetzt die nächste Ausbaustufe zünden 

    Europas Stromsystem verändert sich mit hoher Geschwindigkeit. Innerhalb nur eines Jahres kamen nach Angaben des europäischen Übertragungsnetzverbands ENTSO-E 126 GW zusätzliche erneuerbare Erzeugungsleistung hinzu – überwiegend Photovoltaik. Gleichzeitig hat sich die installierte Batteriespeicherleistung gegenüber dem vergangenen Sommer auf 29 GW verdoppelt. Damit wächst eine Infrastruktur besonders schnell, die für das Zusammenspiel von Wind- und Solarstrom mit dem Verbrauch immer wichtiger wird. 

    Wie konkret der Ausbau inzwischen ist, zeigt RWE (ISIN: DE0007037129). Allein in Deutschland baut der Energiekonzern derzeit Batteriespeicher mit rund 1,7 GW Leistung. Ende Juli kündigte RWE einen weiteren Großspeicher am Tagebau Hambach mit 236 MW Leistung und 470 MWh Speicherkapazität an. Auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053) erweitert ihr Portfolio. Im nordmazedonischen Probishtip wurde der bislang größte Batteriespeicher der EVN Gruppe gerade von 20 auf 40 MWh erweitert. Bis 2030 will das Unternehmen ein Batteriespeicherportfolio von 300 MW aufbauen. Der Ausbau zeigt: Je stärker die Stromerzeugung von Wind und Sonne wächst, desto wichtiger wird die Fähigkeit, Energie zeitlich zu verschieben. 

    126 GW neue Erzeugungsleistung in einem Jahr 

    Die Größenordnung der Entwicklung wird im aktuellen Summer Outlook von ENTSO-E sichtbar. Gegenüber dem vergangenen Sommer kamen in Europa 126 GW zusätzliche erneuerbare Erzeugungsleistung hinzu. Den größten Anteil daran hatte Photovoltaik. Das ist grundsätzlich positiv für das Stromangebot, bringt aber neue Herausforderungen mit sich. Besonders an sonnigen Tagen kann die Stromproduktion in den Mittagsstunden sehr hoch sein, während der Verbrauch nicht im gleichen Maße steigt. ENTSO-E verweist darauf, dass in solchen Situationen zeitweise mehr Strom angeboten als nachgefragt werden kann. Genau hier kommen flexible Verbraucher, grenzüberschreitende Stromverbindungen und Speicher ins Spiel. Batterien können Strom aufnehmen, wenn das Angebot besonders hoch ist, und ihn später wieder abgeben. 

    Die Hitzewellen zeigen, warum Speicher gebraucht werden 

    Wie relevant diese Flexibilität inzwischen ist, zeigte sich im August. Hitzewellen und Trockenheit belasteten die Stromerzeugung in mehreren europäischen Ländern. Niedrige Wasserstände und hohe Wassertemperaturen führten teilweise zu Einschränkungen. Die Europäische Kommission stellte nach Beratungen mit Mitgliedstaaten und ENTSO-E am 11. August dennoch fest, dass kurzfristig keine ausreichenden Anzeichen für systemweite Versorgungsengpässe bestanden. Ein wichtiger Faktor war die hohe Solarstromproduktion. Sie entlastete das System insbesondere während der zentralen Stunden des Tages. Die Kommission wies gleichzeitig auf die nächste Herausforderung hin: Speicher seien entscheidend, damit überschüssiger Strom aus den sonnenreichen Stunden auch während der Verbrauchsspitzen am Abend genutzt werden könne. Damit verändert sich die Funktion von Batteriespeichern. Es geht nicht ausschließlich um Absicherung in außergewöhnlichen Situationen. Speicher werden zunehmend Teil des täglichen Betriebs eines Stromsystems mit hohen Anteilen wetterabhängiger Erzeugung. 

    RWE baut in Deutschland 1,7 GW Batteriespeicher 

    RWE gehört zu den europäischen Konzernen, die diesen Ausbau besonders offensiv vorantreiben. Weltweit betreibt das Unternehmen Batteriespeicher mit zusammen rund 1,7 GW Leistung. Weitere 2,5 GW befinden sich nach Unternehmensangaben im Bau. Allein in Deutschland baut RWE derzeit Großspeicher mit rund 1,7 GW Leistung. Ein aktuelles Beispiel entsteht am Tagebau Hambach. Ende Juli meldete der Konzern dort den Bau eines neuen Großspeichers. Die Anlage soll über 236 MW Leistung und 470 MWh Speicherkapazität verfügen. Insgesamt werden 128 Lithium-Ionen-Batteriecontainer installiert. Die Inbetriebnahme ist für 2027 vorgesehen. Der Standort zeigt zugleich, wie sich ehemalige konventionelle Energiestandorte verändern. Auf Flächen des Tagebaus Hambach betreibt RWE bereits drei Solaranlagen mit zusammen rund 50 MW sowie einen Batteriespeicher mit 4,1 MW Leistung und 8,1 MWh Kapazität. Wenige Kilometer entfernt entsteht zusätzlich ein Solarpark mit 14,8 MW sowie ein weiterer Batteriespeicher mit 80 MWh Kapazität. 

    Batterien übernehmen immer mehr Aufgaben im Stromsystem 

    Großspeicher können dabei unterschiedliche Funktionen erfüllen. Besonders offensichtlich ist die zeitliche Verschiebung von Strom: Eine Batterie wird bei hohem Angebot geladen und gibt Energie später wieder ab. Für Netzbetreiber sind jedoch weitere Eigenschaften interessant. Batteriespeicher können ihre Leistung innerhalb sehr kurzer Zeit verändern und dadurch beispielsweise Regelenergie bereitstellen. Der neue RWE-Speicher in Hambach soll Schwankungen im Stromnetz nach Angaben des Unternehmens innerhalb von Sekundenbruchteilen ausgleichen können. Künftig soll die Anlage zudem weitere netzunterstützende Dienstleistungen bereitstellen können. Das macht Batteriespeicher zu einer Schnittstelle zwischen Stromerzeugung und Netzinfrastruktur. Je stärker die Produktion von Wind- und Solaranlagen schwankt, desto wertvoller wird Flexibilität im Gesamtsystem. 

    RWE investiert bis 2031 netto 42 Milliarden Euro 

    Dass Speicher dabei nicht als isoliertes Geschäft betrachtet werden, zeigen die jüngsten Halbjahreszahlen von RWE. Der Konzern erzielte im ersten Halbjahr 2026 ein bereinigtes EBITDA von rund 3,0 Milliarden Euro nach 2,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Nettoergebnis erhöhte sich von 0,8 auf 1,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig investiert RWE weiter erheblich. Allein in den ersten sechs Monaten 2026 flossen netto 6,3 Milliarden Euro in das Unternehmen. Bis 2031 plant der Konzern Nettoinvestitionen von insgesamt 42 Milliarden Euro. Batteriespeicher sind dabei Teil eines wesentlich breiteren Portfolios aus erneuerbarer Erzeugung, flexibler Erzeugung, Energiehandel und zunehmend auch Netzinfrastruktur. RWE verfügt derzeit über knapp 41 GW an erneuerbaren Energien, flexibler Erzeugung und Batteriespeichern. Weitere Anlagen mit 10,3 GW befinden sich im Bau. Für Batteriespeicher kann eine solche Kombination interessant sein. Ein Unternehmen mit Stromerzeugung, Handel und Speichern kann Flexibilität auf unterschiedliche Weise innerhalb seines Portfolios einsetzen. 

    Auch die EVN baut das Speicherportfolio aus 

    Bei der EVN ist die Dimension deutlich kleiner, die grundsätzliche Richtung jedoch ähnlich. Das Unternehmen will bis 2030 ein Batteriespeicherportfolio von 300 MW aufbauen. Speicher gehören damit neben Stromnetzen, Wind- und Photovoltaikanlagen, Ladeinfrastruktur und Trinkwasserversorgung zu den Bereichen, in die im Rahmen des Investitionsprogramms Kapital fließen soll. Bis 2030 plant die EVN jährliche Investitionen von rund einer Milliarde Euro. Ein aktueller Schritt beim Speicherausbau erfolgte in Nordmazedonien. In Probishtip hat die EVN einen bestehenden Batteriespeicher von 20 MWh auf 40 MWh erweitert und in Betrieb genommen. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich derzeit um den größten Batteriespeicher der EVN Gruppe. Mit der Erweiterung schafft die EVN zusätzliche Speicherkapazität innerhalb ihres Erzeugungsportfolios und setzt ihre Batteriespeicherstrategie weiter um. Auch in Niederösterreich errichtet die EVN aktuell zwei große Batteriespeicher-Parks: Theiß (70 MW) und Dürnrohr (16 MW). Beide Projekte werden an nicht mehr genutzten thermischen Kraftwerksstandorten realisiert. Die bestehende Netzinfrastruktur schafft hier technisch wie wirtschaftlich Synergien. 

    300 MW Speicher bis 2030 

    Für die EVN ist Probishtip allerdings nur ein Baustein eines größeren Ausbauprogramms. 

    Bis 2030 nennt der Konzern drei konkrete Ziele für wichtige Bereiche seines Erzeugungs- und Speicherportfolios: 

    • 770 MW Windkraft 
    • 300 MWp Photovoltaik 
    • 300 MW Batteriespeicher 

    Diese Zahlen zeigen, warum Speicher für die Unternehmensstrategie wichtiger werden. Mit jedem zusätzlichen Windpark und jeder neuen Photovoltaikanlage wächst die wetterabhängige Erzeugung. 

    Die jüngsten Quartalszahlen liefern dafür ein gutes Beispiel. Obwohl die Wind- und Wasserbedingungen in den Kernmärkten überwiegend unter dem langjährigen Durchschnitt lagen, erreichte die erneuerbare Stromproduktion der EVN in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 insgesamt 1.805 GWh. Die zunehmende Kombination aus Erzeugung, Netzen und Speichern kann deshalb langfristig zusätzliche Flexibilität innerhalb des Portfolios schaffen. 

    Entscheidend ist nicht nur die Größe der Batterie 

    Für Anleger ist allerdings wichtig, zwischen technischer Notwendigkeit und wirtschaftlicher Attraktivität zu unterscheiden. Dass Europa mehr Batteriespeicher benötigt, bedeutet nicht automatisch, dass jedes Speicherprojekt hohe Renditen erzielt. Die Wirtschaftlichkeit hängt davon ab, welche Erlösquellen eine Anlage erschließen kann. Speicher können beispielsweise Strom zu Zeiten niedriger Preise aufnehmen und bei höheren Preisen wieder verkaufen. Sie können Regelenergie bereitstellen oder andere netzunterstützende Dienstleistungen anbieten. In einigen Märkten kommen Kapazitätsmechanismen oder langfristige Verträge hinzu. 

    Je mehr Speicher jedoch gleichzeitig um dieselben Erlösquellen konkurrieren, desto stärker können sich Margen verändern. Auch Batteriepreise, Finanzierungskosten, Netzanschlüsse und regulatorische Rahmenbedingungen beeinflussen die Wirtschaftlichkeit. Für Versorger mit einem breiteren Portfolio kann deshalb die Integration der Speicher in Erzeugung, Handel und Netzinfrastruktur eine wichtige Rolle spielen. 

    Von der Stromproduktion zur zeitlichen Steuerung 

    Die Verdopplung der europäischen Batteriespeicherleistung auf 29 GW zeigt, wie schnell dieser Markt inzwischen wächst. Noch wichtiger ist allerdings die Entwicklung auf der Erzeugungsseite. 126 GW zusätzliche erneuerbare Leistung innerhalb nur eines Jahres bedeuten, dass Europas Stromsystem immer häufiger mit großen Mengen wetterabhängiger Erzeugung umgehen muss. Damit verschiebt sich eine zentrale Frage des Energiesystems. Es geht nicht mehr ausschließlich darum, wie viel Strom produziert werden kann. Zunehmend entscheidend wird auch, wann dieser Strom zur Verfügung steht und wann er tatsächlich benötigt wird. Batteriespeicher können genau zwischen diesen beiden Zeitpunkten vermitteln. 

    Fazit 

    Europas Batteriespeicherleistung hat sich innerhalb eines Jahres auf 29 GW verdoppelt. Gleichzeitig kamen weitere 126 GW erneuerbare Erzeugungsleistung hinzu. Die beiden Entwicklungen hängen unmittelbar miteinander zusammen: Je größer der Anteil von Wind und Sonne wird, desto wichtiger werden flexible Verbraucher, leistungsfähige Netze und Speicher. RWE baut allein in Deutschland derzeit Batteriespeicher mit rund 1,7 GW Leistung. Weltweit befinden sich zusätzlich zu 1,7 GW bereits betriebenen Speichern weitere 2,5 GW im Bau. Der neue Großspeicher in Hambach mit 236 MW und 470 MWh zeigt, welche Dimension einzelne Projekte inzwischen erreichen. Auch die EVN AG (ISIN: AT0000741053) baut ihr Portfolio aus. Der Batteriespeicher in Probishtip wurde von 20 auf 40 MWh erweitert, bis 2030 sollen insgesamt 300 MW Batteriespeicherleistung aufgebaut werden. Für Anleger liegt die entscheidende Entwicklung deshalb weniger im einzelnen Speicherprojekt als in der Veränderung des gesamten Stromsystems. Europa produziert immer mehr Strom aus wetterabhängigen Quellen. Dadurch gewinnt die Fähigkeit an Wert, Energie nicht nur zu erzeugen und zu transportieren, sondern sie auch zeitlich verfügbar zu machen.   


    Lassen Sie sich in den Verteiler für EVN oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: „Verteiler EVN“ und/oder „Nebenwerte“.  

    Quellen:

    ENTSO-E

    126 GW laut ENTSO-E-Pressemitteilung zum Summer Outlook 2026
    https://www.entsoe.eu/news/2026/05/29/entso-e-releases-2026-summer-outlook-report/

    Summer Outlook 2026 – Report und weitere Unterlagen
    https://www.entsoe.eu/outlooks/seasonal/

    Europäische Kommission

    Europe’s electricity system remains stable despite extreme weather, 11. August 2026
    https://energy.ec.europa.eu/news/europes-electricity-system-remains-stable-despite-extreme-weather-2026-08-11_en

    RWE

    RWE baut Großspeicher am Tagebau Hambach, 28. Juli 2026
    https://www.rwe.com/en/press/rwe-generation/2026-07-28-rwe-to-build-large-scale-storage-at-hambach-mine/

    RWE – Ergebnisse erstes Halbjahr 2026, 13. August 2026
    https://www.rwe.com/investor-relations/finanzkalender-und-veroeffentlichungen/news-und-ad-hoc-mitteilungen/news/news-2026-08-13/

    RWE – Finanzunterlagen zum ersten Halbjahr 2026
    https://www.rwe.com/investor-relations/finanzkalender-und-veroeffentlichungen/2026-H1/

    RWE – Solarpark und Batteriespeicher Manheimer Bucht, 19. Mai 2026
    https://www.rwe.com/presse/rwe-renewables-europe-australia/2026-05-19-rwe-baut-weiteren-solarpark-und-neuen-batteriespeicher-im-tagebau-hambach/

    EVN

    EVN AG – Geschäftsverlauf in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2025/26, 27. August 2026
    https://www.evn.at/home/investor-relations

    EVN Investor Relations – Publikationen und Finanzberichte
    https://www.evn.at/home/investor-relations/publikationen

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    Interessenkonflikte: Mit EVN existiert ein entgeltlicher IR und PR-Vertrag. Inhalt der Dienstleistungen ist u.a., den Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu erhöhen. Dr. Reuter Investor Relations handelt daher bei der Erstellung und Verbreitung des Artikels im Interesse von der EVN AG. Es handelt sich um eine werbliche redaktionelle Darstellung. Aktien von EVN können sich im Besitz von Mitarbeitern oder Autoren von Dr. Reuter Investor Relations – unter Berücksichtigung der Regeln der Market Abuse Regulation (MAR) befinden. 

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